Kia-EV3

Leapmotor B10, Škoda Elroq, Kia EV3 oder Suzuki e-Vitara: Welches Elektro-SUV unter 35.000 Euro lohnt sich wirklich?

Kia-EV3

Das kompakte Elektro-SUV ist 2026 die heißeste Fahrzeugklasse in Deutschland. Gleich vier neue Modelle kämpfen um Käufer, die zwischen 25.000 und 35.000 Euro für ein alltagstaugliches Familienauto ausgeben wollen. Der Leapmotor B10 ab 29.900 Euro, der Suzuki e-Vitara ab 29.990 Euro, der Škoda Elroq ab 33.900 Euro und der Kia EV3 ab 35.990 Euro sind alle innerhalb weniger Monate auf den Markt gekommen. Das hat es in dieser Dichte noch nie gegeben.

Für Autokäufer bedeutet das vor allem eines: Die Auswahl war noch nie besser – aber die Entscheidung wird schwieriger. Denn obwohl alle vier Autos ähnlich groß und ähnlich teuer sind, unterscheiden sie sich bei Ladetechnik, Kofferraum, Garantie und Batteriechemie erheblich. Deshalb haben wir alle bisher bekannten Daten zusammengetragen und zeigen, worin sich die vier Modelle tatsächlich unterscheiden – und welches bestes Elektro-SUV 2026 zu welchem Fahrprofil passt.

Leapmotor B10: Der chinesische Preisbrecher mit Stellantis-Netz

Der Leapmotor B10 ist der Newcomer in dieser Runde – und gleichzeitig das Auto mit dem aggressivsten Preis-Leistungs-Verhältnis. Der chinesische Hersteller wurde erst 2015 gegründet, hat aber durch die Partnerschaft mit Stellantis Zugang zum europäischen Händlernetz von Opel, Peugeot und Citroën. Das ist entscheidend, denn Service und Garantie waren bisher die größten Schwachstellen chinesischer Marken in Europa.

Bereits die Basisversion „Pro Life“ für 29.900 Euro kommt mit einer Ausstattung, die man bei europäischen Herstellern erst ab 40.000 Euro bekommt. Serienmäßig sind ein 1,8 Quadratmeter großes Panorama-Glasdach, 18-Zoll-Felgen, eine 360-Grad-Kamera, eine Wärmepumpe und ein Assistenzpaket mit 17 Fahrfunktionen. Für nur 500 Euro Aufpreis gibt es in der Design-Version zusätzlich Ledersitze, Ambientebeleuchtung, Lenkradheizung und eine elektrische Heckklappe.

Die Batterie der Basisversion fasst 56,2 kWh (LFP-Chemie) und ermöglicht 361 Kilometer nach WLTP. Wer mehr Reichweite braucht, greift zur „Pro Max“-Variante mit 67,1 kWh und 434 Kilometern für 32.900 Euro. Leapmotor entwickelt über 65 Prozent aller Komponenten selbst – Motor, Batterie und Steuerung kommen aus eigener Produktion. Das erklärt den niedrigen Preis.

Besonders beeindruckend ist die Ladegeschwindigkeit. Mit 140 kW am DC-Schnelllader schafft der B10 den Sprint von 10 auf 80 Prozent in nur 20 Minuten. Das ist in dieser Preisklasse konkurrenzlos und schlägt sogar den deutlich teureren Kia EV3. Das Fahrwerk wurde gemeinsam mit Stellantis-Ingenieuren abgestimmt und bietet Heckantrieb mit einer fast perfekten 50:50-Gewichtsverteilung.

Allerdings gibt es auch klare Schwächen. Allradantrieb ist nicht verfügbar, die Markthistorie ist kurz, und die Fahrzeuggarantie beträgt nur 4 Jahre bei 100.000 Kilometern. Apple CarPlay und Android Auto waren anfangs nicht verfügbar und kamen erst per OTA-Update im ersten Quartal 2026 nach.

Suzuki e-Vitara: Allrad zum Kampfpreis

Der Suzuki e-Vitara ist Suzukis erstes Elektroauto überhaupt. Mit 29.990 Euro Einstiegspreis positioniert sich der Japaner als günstigste Option im Vergleich – und als einziges Modell mit verfügbarem Allradantrieb ab Marktstart. Die ALLGRIP-e Version mit zwei Elektromotoren und 135 kW Systemleistung (183 PS) kostet ab 39.490 Euro und ist damit der günstigste Elektro-Allradler auf dem deutschen Markt.

Die technische Basis teilt sich der e-Vitara mit dem Toyota Urban Cruiser. Beide werden im Suzuki-Werk Gujarat in Indien produziert und nutzen die speziell für Elektroautos entwickelte HEARTECT-e Plattform. Die LFP-Batterie stammt von BYD und bietet die bekannten Vorteile dieser Chemie: lange Lebensdauer, hohe thermische Stabilität und keine teuren Rohstoffe wie Kobalt.

Im Innenraum überrascht der e-Vitara mit einer für Suzuki völlig neuen Qualität. Das digitale Cockpit mit 10,25-Zoll-Instrumentendisplay und 10,1-Zoll-Touchscreen ist modern und übersichtlich. Die Rückbank lässt sich um 16 Zentimeter verschieben – mehr Beinfreiheit im Fond oder mehr Kofferraum, je nach Bedarf. Drei Ausstattungslinien stehen zur Wahl: Club ab 29.990 Euro, Comfort ab 36.490 Euro und Comfort+ ab 39.490 Euro.

Das größte Problem des e-Vitara ist jedoch die Ladetechnik. Die Basisversion mit 49-kWh-Akku lädt am DC-Schnelllader mit nur 53 kW. Das bedeutet rund 50 Minuten von 10 auf 80 Prozent – im Jahr 2026 ist das nicht mehr zeitgemäß. Die größere 61-kWh-Version schafft immerhin 150 kW, aber die gibt es erst ab 36.490 Euro. Außerdem ist der Kofferraum mit 306 Litern der kleinste im Vergleich, und die Kopffreiheit im Fond reicht für Personen über 1,85 Meter nicht aus. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei allen Varianten auf 150 km/h begrenzt.

Škoda Elroq: Der Allrounder mit dem größten Kofferraum

2026-Skoda-erloq
2026-Skoda-erloq

Der Škoda Elroq hat nicht umsonst den Titel „Carwow Car of the Year 2026″ gewonnen. Er vereint die bewährte MEB-Plattform des VW-Konzerns mit der typischen Škoda-Philosophie: maximaler Nutzwert, clevere Details, faire Preise. Der Einstieg liegt bei 33.900 Euro für den Elroq 50 mit 52-kWh-NMC-Akku und 125 kW (170 PS) Heckantrieb.

Was den Elroq von allen vier Kandidaten abhebt, ist das Platzangebot. Mit 470 Litern Kofferraum – bis zu 1.580 Liter bei umgelegter Rückbank – schlägt er die Konkurrenz deutlich. Das ist mehr als in manchem Mittelklasse-SUV. Selbst großgewachsene Passagiere sitzen im Fond bequem. Der ADAC lobt in seinem Autotest besonders den Federungskomfort und die leise Laufkultur des Elektromotors.

Die Modellpalette ist die breiteste im Vergleich. Vom Elroq 50 (170 PS, 377 km Reichweite) über den Elroq 60 (204 PS, 429 km) bis zum Elroq 85 (286 PS, 580 km) und dem sportlichen RS mit 340 PS und Allradantrieb deckt Škoda nahezu jedes Bedürfnis ab. DC-Laden geht beim Elroq 50 mit 145 kW in etwa 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Der Elroq 85 schafft 175 kW.

Allerdings hat der Elroq auch Schwächen. Die Wärmepumpe fehlt in der Basisversion und kostet 1.080 Euro Aufpreis – im Winter kann das die Reichweite erheblich reduzieren. Und die Basisgarantie beträgt nur 2 Jahre ohne Kilometerbegrenzung. Zwar ist eine Verlängerung auf bis zu 5 Jahre möglich, aber im Vergleich zur 7-Jahres-Garantie von Kia wirkt das mager. Außerdem kommt im Fond mehr Hartplastik zum Einsatz als in der ersten Reihe.

Kia EV3: Der Reichweiten-König mit 7 Jahren Garantie

Der Kia EV3 ist der Technik-Champion in diesem Vergleich – und der teuerste Einstieg. Für 35.990 Euro bekommt man 150 kW (204 PS), eine 58,3-kWh-Batterie, 436 Kilometer WLTP-Reichweite und die legendäre 7-Jahres-Garantie von Kia mit 150.000 Kilometern. Die Batterie ist sogar 8 Jahre lang abgedeckt. Das Goldene Lenkrad 2024 in der Kategorie „Bestes Auto unter 40.000 Euro“ hat der EV3 nicht ohne Grund gewonnen.

Die wahre Stärke des EV3 zeigt sich bei der Langstreckenversion. Mit dem 81,4-kWh-Akku sind bis zu 605 Kilometer nach WLTP drin – in dieser Klasse unerreicht. Im ADAC Ecotest erreicht der EV3 mit dem kleinen Akku real 384 Kilometer. Der Verbrauch von nur 14,9 bis 16,2 kWh pro 100 Kilometer ist herausragend effizient. Kein anderes Kompakt-SUV kommt mit so wenig Energie so weit.

Doch der EV3 hat eine Achillesferse: die Ladetechnik. Anders als die größeren Kia-Modelle EV6 und EV9 mit 800-Volt-Architektur arbeitet der EV3 mit nur 400 Volt. Die maximale DC-Ladeleistung beträgt 101 kW beim kleinen und 128 kW beim großen Akku. Von 10 auf 80 Prozent dauert es etwa 31 Minuten. Das ist akzeptabel, aber deutlich langsamer als Leapmotor B10 und Škoda Elroq.

Dafür punktet der EV3 mit Features, die es bei der Konkurrenz gar nicht gibt. Bidirektionales Laden (V2L) ist serienmäßig – man kann andere Geräte oder sogar ein zweites Auto am EV3 laden. Vehicle-to-Grid ist technisch vorbereitet. Die Anhängelast beträgt 1.000 Kilogramm, der Kofferraum fasst 460 Liter. Für 2026 ist außerdem der EV3 GT mit Allradantrieb und rund 280 PS angekündigt. Aktuell gibt es nur Frontantrieb, und die Lieferzeiten liegen bei 4 bis 6 Monaten.

Die große Vergleichstabelle: B10 vs. Elroq vs. EV3 vs. e-Vitara

KriteriumLeapmotor B10Suzuki e-VitaraŠkoda Elroq 50Kia EV3 Air
FahrzeugtypElektro-SUVKompakt-SUV (Allrad)Kompakt-SUV (MEB)Kompakt-SUV
Länge4,52 m4,28 m4,49 m4,30 m
Höhe1,62 m1,63 m1,58 m1,56 m
Kofferraum420 l306 l470 l460 l
PlattformLeapmotor LEAP 3.5Suzuki HEARTECT-eVW MEB (Heckantrieb)Kia E-GMP 400V
Leistung Basis125 kW (170 PS)106 kW (144 PS)125 kW (170 PS)150 kW (204 PS)
Batterie Basis56,2 kWh LFP49 kWh LFP52 kWh NMC58,3 kWh NMC
Reichweite WLTP361 km344 km377 km436 km
Max. Ladeleistung DC140 kW53 kW (Basis) / 150 kW (61 kWh)145 kW101 kW
Laden 10–80 %~20 Min.~50 Min. (Basis)~25 Min.~31 Min.
AntriebHeckFront (Allrad optional)Heck (Allrad ab 85x)Front (GT mit AWD kommt 2026)
Anhängelastnicht freigegeben750 kg1.000 kg1.000 kg
Garantie Fahrzeug4 J. / 100.000 km3+2 Jahre2+3 Jahre7 J. / 150.000 km
Garantie Batterie8 J. / 160.000 km8 J. / 160.000 km8 J. / 160.000 km8 J. / 160.000 km
Einstiegspreis29.900 €29.990 €33.900 €35.990 €
ProduktionChina (Jinhua)Indien (Gujarat)Tschechien (Mladá Boleslav)Südkorea (Gwangju)
BesonderheitBeste Ausstattung zum niedrigsten PreisEinziger mit Allrad ab StartGrößter Kofferraum, breiteste ModellpaletteHöchste Reichweite, 7-Jahres-Garantie, V2L

Was kosten die Autos wirklich? Die Förderung macht den Unterschied

Die neue E-Auto-Förderung 2026 verändert die Preislandschaft erheblich. Privatpersonen mit einem zu versteuernden Einkommen unter 68.000 Euro (oder 136.000 Euro als Ehepaar) können bis zu 6.000 Euro Zuschuss erhalten. Das drückt die Effektivpreise deutlich nach unten.

Der Leapmotor B10 sinkt damit auf rund 23.900 Euro – und mit den bereits beobachteten Händlerrabatten von rund 10 Prozent sogar auf unter 21.000 Euro. Der Suzuki e-Vitara landet bei etwa 23.990 Euro und ist damit als Leasing für 279 Euro monatlich ohne Sonderzahlung zu haben. Der Škoda Elroq kommt nach Förderung und dem aktuellen 500-Euro-Vorteilscode auf etwa 27.400 Euro. Beim Kia EV3 liegt der Effektivpreis bei rund 29.990 Euro, das Leasing startet bei 289 Euro monatlich.

Entscheidend ist allerdings: Die Förderung von 6.000 Euro gibt es nur bei Kauf. Beim Leasing wird die Förderung über die Monatsraten verrechnet, was den Effekt schmälert. Wer den vollen Vorteil mitnehmen will, sollte einen Barkauf oder eine Finanzierung prüfen.

Und die Konkurrenz? VW ID.4, Hyundai Kona und Co.

Die vier Testkandidaten treten nicht in einem leeren Markt an. Der Wettbewerb im elektrischen Kompakt-SUV-Segment ist 2026 so hart wie nie.

Der VW ID.4 ist mit seiner großen Batterie (77 kWh, bis 560 km Reichweite) nach wie vor eine starke Option – allerdings startet er mittlerweile bei über 40.000 Euro und liegt damit eine Klasse höher. Der Hyundai Kona Elektro bietet mit 48,4 kWh ab rund 35.000 Euro eine solide Alternative zum Kia EV3, kommt aber ohne die 7-Jahres-Garantie und ohne bidirektionales Laden.

Im günstigeren Segment konkurrieren die vier Kandidaten auch mit kleineren Elektroautos. Wer auf SUV-Format verzichten kann, bekommt den BYD Dolphin Surf ab 18.990 Euro, den Citroën ë-C3 ab 23.300 Euro oder den Hyundai Inster ab rund 23.000 Euro. Diese Modelle sind zwar deutlich günstiger, bieten dafür aber weniger Platz und kürzere Reichweiten. Einen detaillierten Vergleich der günstigsten Elektroautos findest du in unserem Artikel zu den günstigsten E-Autos unter 25.000 Euro.

Der Vorteil der vier hier verglichenen Kompakt-SUVs liegt in der Kombination aus Platzangebot, Reichweite und Alltagstauglichkeit. Mit 350 bis 600 Kilometern WLTP, 300 bis 470 Litern Kofferraum und bis zu 1.000 Kilogramm Anhängelast sind sie echte Familienautos – nicht nur Stadtflitzer.

Für wen lohnt sich welches Modell?

Die Entscheidung zwischen den vier Kompakt-SUVs hängt letztlich davon ab, was dir beim Autofahren am wichtigsten ist.

Der Leapmotor B10 passt zu dir, wenn du maximale Ausstattung zum minimalen Preis willst und keine Berührungsängste mit chinesischen Herstellern hast. Der B10 ist ideal für Pendler und Stadtfahrer, die gelegentlich auch auf Langstrecke gehen. Das schnelle DC-Laden mit 140 kW macht Reisen angenehmer als erwartet. Bedenke jedoch die kurze Markthistorie und die nur 4-jährige Garantie.

Der Suzuki e-Vitara passt zu dir, wenn du echten Allradantrieb brauchst – ob im Schwarzwald, in den Alpen oder auf unbefestigten Wegen. Das ALLGRIP-e System ist bewährt, das Suzuki-Händlernetz mit 350 Partnern in Deutschland dicht. Allerdings eignet sich der e-Vitara wegen des langsamen DC-Ladens nicht für häufige Langstreckenfahrten. Wer ohnehin zu Hause oder am Arbeitsplatz lädt, merkt diesen Nachteil kaum.

Der Škoda Elroq passt zu dir, wenn du maximalen Platz und ein bewährtes Technikpaket suchst. Familien mit Kindern, Hundebesitzer und alle, die regelmäßig sperrige Dinge transportieren, bekommen im Elroq den mit Abstand größten Kofferraum. Die MEB-Plattform des VW-Konzerns ist seit Jahren erprobt, und das Škoda/VW-Servicenetz ist das größte in Deutschland.

Der Kia EV3 passt zu dir, wenn dir Reichweite, Effizienz und langfristige Absicherung am wichtigsten sind. Die 7-Jahres-Garantie von Kia ist ein echtes Argument gegen teure Reparaturrechnungen. Vielfahrer mit 20.000 Kilometern und mehr pro Jahr profitieren vom niedrigsten Verbrauch aller vier Kandidaten. Und wer einen Wohnwagen oder Fahrradträger ziehen will, braucht die 1.000 Kilogramm Anhängelast.

Bestes Elektro-SUV 2026: Unser Fazit

Wenn wir nur ein Auto empfehlen müssten, wäre es der Škoda Elroq 50. Er bietet das ausgewogenste Gesamtpaket aus Platz, Reichweite, Ladegeschwindigkeit und Markenvertrauen. Der Carwow-COTY-Titel kommt nicht von ungefähr.

Der Preis-Leistungs-Sieger ist jedoch der Leapmotor B10. Für unter 24.000 Euro nach Förderung bekommt man ein Elektro-SUV, das die etablierten Hersteller bei Ausstattung und Ladetechnik alt aussehen lässt. Wer Allrad braucht, kommt am Suzuki e-Vitara nicht vorbei – trotz der Ladeschwäche. Und wer maximale Reichweite und die längste Garantie auf dem Markt will, greift zum Kia EV3.

Falsch machen kann man mit keinem der vier etwas. Und genau das ist die beste Nachricht für alle, die 2026 ein Elektro-SUV kaufen wollen.

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