Chinesische Elektroautos in Deutschland 2026: BYD, Leapmotor, MG, Zeekr und Co. – Welche Marken taugen wirklich?

Chinesische Elektroautos in Deutschland 2026 sind kein Nischenthema mehr – sie sind die größte Veränderung auf dem deutschen Automarkt seit Jahrzehnten. Im Januar 2026 hat BYD laut KBA-Daten mit 2.629 Neuzulassungen doppelt so viele Fahrzeuge verkauft wie Tesla mit 1.301 Stück. Leapmotor legte um 344 Prozent zu, Xpeng um 250 Prozent. Insgesamt stieg der Marktanteil chinesischer Marken bei den Elektroautos in Deutschland auf über 8 Prozent – Tendenz stark steigend.

Doch wer jetzt ein chinesisches Elektroauto kaufen will, steht vor einem unübersichtlichen Markt. Über 30 Modelle von mindestens sechs Herstellern sind bereits verfügbar, vom Kleinwagen für 18.990 Euro bis zum Luxus-SUV für 80.000 Euro. Dazu kommen unterschiedliche Vertriebswege, Garantiebedingungen und Servicenetze. Manche Marken verkaufen über etablierte Händler, andere nur online. Manche bieten 7 Jahre Garantie, andere nur 2.

Deshalb haben wir alle chinesischen Elektroauto-Marken in Deutschland zusammengetragen und zeigen, welche Modelle es gibt, was sie kosten, wo die Stärken und Schwächen liegen – und welche Marken eine echte Zukunft in Deutschland haben. Wie sich die Tesla-Verkaufszahlen im Vergleich zu BYD und Xiaomi entwickelt haben, haben wir bereits in einem separaten Artikel analysiert.

BYD: Der chinesische Marktführer mit 11 Modellen

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BYD (Build Your Dreams) ist 2026 die mit Abstand erfolgreichste chinesische Automarke in Deutschland – und weltweit der größte Hersteller von Elektroautos vor Tesla. Im Gesamtjahr 2025 verkaufte BYD global 2,25 Millionen batterieelektrische Fahrzeuge. In Deutschland stieg der Marktanteil laut KBA von nahezu null auf 0,8 Prozent, während Tesla gleichzeitig auf 0,7 Prozent fiel.

Die Modellpalette ist die breiteste aller chinesischen Hersteller in Deutschland. Vom Dolphin Surf ab 18.990 Euro bis zum Luxus-SUV Tang für über 70.000 Euro deckt BYD nahezu jedes Segment ab. Insgesamt sind elf Modelle verfügbar: acht rein elektrische Fahrzeuge (Dolphin Surf, Dolphin, Atto 2, Atto 3, Seal, Seal U, Sealion 7 und Tang) sowie drei Plug-in-Hybride mit dem Kürzel DM-i. Besonders der Dolphin Surf, der den Car of the Year Award 2026 als bestes Stadtauto gewonnen hat, und der BYD Atto 2 DM-i ab 22.990 Euro nach Förderung sorgen derzeit für volle Auftragsbücher.

Die größte Stärke von BYD ist die vertikale Integration. Als einer der wenigen Hersteller weltweit produziert BYD Batterien, Motoren, Steuerungselektronik und sogar Halbleiter selbst. Die hauseigene Blade-Batterie (LFP-Chemie) gilt als besonders sicher und langlebig. Dazu kommt eine aggressive Preisstrategie: Mit dem aktuellen E-Bonus von 11.500 Euro auf viele Modelle und der zusätzlichen staatlichen Förderung von bis zu 6.000 Euro erreichen einige BYD-Modelle Endpreise, die kein europäischer Hersteller bieten kann. Wie die E-Auto-Förderung 2026 im Detail funktioniert, haben wir in unserem Förderungsartikel zusammengefasst.

Allerdings hat BYD auch Schwächen. Das Händlernetz umfasst derzeit rund 150 Standorte – geplant sind 350 bis Ende 2026, aber das ist immer noch weit entfernt von den über 2.000 VW-Händlern. Die DC-Schnellladeleistung vieler Modelle (50 bis 115 kW) liegt deutlich unter dem, was europäische und koreanische Konkurrenten bieten. Beim Wiederverkaufswert fehlen noch belastbare Erfahrungswerte. Die Fahrzeuggarantie beträgt 6 Jahre, die Batteriegarantie 8 Jahre.

Leapmotor: Der Geheimtipp mit Stellantis-Power

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Leapmotor ist die Überraschung des Jahres 2026. Der erst 2015 gegründete chinesische Hersteller hat durch die Partnerschaft mit Stellantis einen entscheidenden Vorteil: Zugang zum europäischen Händlernetz von Opel, Peugeot und Citroën. Das bedeutet 130 Servicepartner ab Tag 1 – mehr als Zeekr, NIO und Xpeng zusammen.

Aktuell sind drei Modelle in Deutschland verfügbar. Der T03 ist ein elektrischer Kleinwagen ab 18.900 Euro, der gegen den Dacia Spring und den Citroën ë-C3 antritt. Der Leapmotor B10 ab 29.900 Euro ist ein Kompakt-SUV, den wir in unserem großen Elektro-SUV-Vergleich gegen Škoda Elroq, Kia EV3 und Suzuki e-Vitara getestet haben. Er bietet für den niedrigsten Preis im Segment die beste Serienausstattung: Panoramadach, 360-Grad-Kamera, Wärmepumpe und 140-kW-DC-Laden serienmäßig.

Die Ladegeschwindigkeit des B10 ist in dieser Preisklasse konkurrenzlos. Mit 140 kW am DC-Schnelllader schafft er den Sprint von 10 auf 80 Prozent in nur 20 Minuten. Das ist schneller als der Škoda Elroq und der Kia EV3. Der Leapmotor B10 im Detail zeigt, dass ein chinesischer Newcomer bei Ladetechnik und Ausstattung die europäische Konkurrenz überholen kann.

Für 2026 ist außerdem der Leapmotor B05 angekündigt, ein Kompaktwagen gegen den VW ID.3, ebenfalls für unter 30.000 Euro. Und ab Ende 2026 soll der B10 im Stellantis-Werk Saragossa in Spanien produziert werden – damit fallen die EU-Strafzölle weg, was den Preis nochmals drücken könnte.

Die Schwächen liegen auf der Hand: Leapmotor ist in Deutschland noch weitgehend unbekannt, die Markthistorie ist extrem kurz, und die Fahrzeuggarantie beträgt nur 4 Jahre bei 100.000 Kilometern. Allradantrieb ist ausschließlich beim C10 verfügbar — der T03 und B10 werden nur mit Frontantrieb angeboten. Apple CarPlay und Android Auto kamen erst per OTA-Update Anfang 2026 nach.

MG: Der Bekannte mit britischem Namen und chinesischer Technik

MG gehört seit 2007 zum chinesischen SAIC-Konzern, nutzt aber die historische britische Markenidentität – und das funktioniert. In Deutschland ist MG seit 2021 aktiv und damit der am längsten etablierte chinesische Hersteller. Die Marke hat bereits ein dichtes Händlernetz mit über 300 Standorten aufgebaut und verkauft mehr Einheiten als jede andere chinesische Marke in Deutschland.

Die aktuelle Modellpalette umfasst sowohl rein elektrische als auch Hybridfahrzeuge. Der MG4 Electric ab rund 32.990 Euro ist das bekannteste Modell – ein kompaktes Schrägheck mit Heckantrieb, das gegen den VW ID.3 und den Renault Mégane E-Tech antritt. Mit bis zu 450 Kilometern WLTP-Reichweite und einem sportlichen Fahrverhalten hat sich der MG4 eine treue Fangemeinde aufgebaut.

Neu im Programm ist der MGS5 EV, der den älteren ZS EV ablöst und als modernes Kompakt-SUV ab rund 33.000 Euro gegen den Škoda Elroq antritt. Der größere MGS6 EV folgt 2026 als Mittelklasse-SUV mit 529 Kilometern Reichweite ab voraussichtlich 45.000 Euro und tritt damit gegen das Tesla Model Y und den Škoda Enyaq an. Für Sportwagenfans gibt es den MG Cyberster, einen vollelektrischen Roadster mit 520 PS und 507 Kilometern Reichweite.

Bei den Hybridmodellen bietet MG den HS PHEV und den ZS Hybrid+ an. Beide sind deutlich günstiger als vergleichbare europäische Plug-in-Hybride und eignen sich für Käufer, die noch nicht vollständig auf Elektro umsteigen wollen.

MGs größte Stärke ist die Kombination aus günstigen Preisen, bewährtem Händlernetz und europäisch anmutender Markenidentität. Die Schwächen: Die Verarbeitungsqualität im Innenraum liegt unter dem Niveau von Škoda und Kia, die Infotainmentsysteme wirken teilweise veraltet, und der Wiederverkaufswert ist ungewiss. Die Garantie beträgt 7 Jahre ohne Kilometerbegrenzung – das ist ein echtes Argument.

Zeekr: Der Premium-Newcomer aus dem Geely-Konzern

Zeekr ist eine Tochtermarke des chinesischen Geely-Konzerns, zu dem auch Volvo, Polestar und Lotus gehören. Der Deutschlandstart erfolgte am 1. Dezember 2025, die ersten Auslieferungen liefen im Januar 2026 an. Damit ist Zeekr der jüngste Neuzugang auf dem deutschen Markt – aber einer mit enormem Potenzial.

Zum Start gibt es drei Modelle. Der Zeekr X ab 37.990 Euro ist ein kompakter Premium-Crossover gegen den Volvo EX30 und den BMW iX1. Der Zeekr 7X ab 54.990 Euro ist ein Mittelklasse-SUV, das gegen den BMW iX3 und den Mercedes GLC EQ antritt – mit 800-Volt-Architektur, bis zu 360 kW Ladeleistung und 615 Kilometern Reichweite. Und der Zeekr 001 ab 59.990 Euro ist ein Shooting Brake im Format des Porsche Taycan Sport Turismo.

Die technischen Daten sind beeindruckend. Alle drei Modelle laden mit 800 Volt und erreichen Ladeleistungen von bis zu 360 kW – von 10 auf 80 Prozent in 13 bis 16 Minuten. Das ist schneller als BMW, Mercedes und Audi. Die Garantie beträgt 5 Jahre oder 100.000 Kilometer, erweiterbar auf 10 Jahre. Die Batteriegarantie liegt bei 8 Jahren oder 200.000 Kilometern.

Zeekrs Schwäche ist die Markenbekanntheit. In Deutschland kennt kaum jemand den Namen. Dazu kommt ein dünnes Servicenetz: Zum Start gibt es 40 Servicepartner, geplant sind 100 bis Mitte 2026. Der Vertrieb läuft ausschließlich online – es gibt keine eigenen Händler. Probefahrten sind zunächst nur in sieben deutschen Großstädten möglich. Für Firmenwagenkunden ist Zeekr dennoch interessant: Alle Modelle qualifizieren sich für den 0,25-Prozent-Vorteil bei der Dienstwagenbesteuerung.

Xpeng: Die Technik-Experten mit dem schnellsten Laden

Xpeng wurde 2014 in Guangzhou gegründet und hat einen klaren Fokus: die beste Ladetechnik und das fortschrittlichste autonome Fahren aller chinesischen Marken. In Deutschland sind aktuell der Xpeng G6 (Kompakt-SUV) und der Xpeng G9 (Mittelklasse-SUV) verfügbar. Beide werden seit 2025 bei Magna Steyr in Graz, Österreich, produziert – damit sind sie von den EU-Strafzöllen auf chinesische Importe befreit.

Die Ladeleistung ist Xpengs Trumpfkarte. Der G6 lädt mit bis zu 451 kW, der G9 mit bis zu 525 kW. Damit gehören Xpeng-Modelle zu den am schnellsten ladenden Elektroautos weltweit – schneller als Porsche Taycan, BMW iX3 und Tesla Model S. In zehn Minuten laden Xpeng-Modelle genug Energie für über 300 Kilometer Reichweite nach. Der neue Xpeng P7, eine sportliche Limousine gegen BMW i4 und Tesla Model 3, wird 2026 erwartet und soll mit 486 kW laden.

Die Preise beginnen bei rund 42.000 Euro für den G6 und 50.000 Euro für den G9. Damit bewegt sich Xpeng im Premium-Segment und konkurriert direkt mit deutschen Herstellern. Der Vertrieb läuft über bestehende Mehrmarkenhändler – eine kluge Strategie, die Kosten spart und schnell Reichweite schafft.

Die Schwächen: Das Händlernetz ist noch dünn, die Marke in Deutschland nahezu unbekannt, und die Software ist teilweise noch nicht vollständig auf den deutschen Markt lokalisiert. Die Garantie beträgt 5 Jahre oder 100.000 Kilometer, die Batteriegarantie 8 Jahre.

NIO: Der Luxus-Pionier mit Batterie-Tausch – aber ohne Erfolg

NIO muss als Warnung dienen. Der chinesische Premium-Hersteller war einer der ersten, der 2022 nach Deutschland kam, mit ambitionierten Plänen und teuren Batterie-Tauschstationen. Die Idee: Statt zu laden, tauscht man in drei Minuten den leeren Akku gegen einen vollen. Klingt revolutionär – funktioniert in Deutschland aber nicht.

Im Januar 2026 registrierte das KBA genau ein einziges neues NIO-Fahrzeug in Deutschland. Ein. Das ist das schlechteste Ergebnis seit dem Marktstart. Zum Vergleich: BYD kam im selben Monat auf 2.629. Die Gründe sind vielfältig: Die Fahrzeuge sind mit Preisen ab 50.000 Euro zu teuer für die Masse und zu unbekannt für das Premium-Segment. Die Batterie-Tauschstationen sind extrem kapitalintensiv und nur an wenigen Standorten verfügbar. Und das eigene Showroom-Konzept verschlingt Geld, ohne genug Kunden anzuziehen.

NIO bietet mit dem ET5, ET7 und EL7 technisch gute Elektroautos mit bis zu 580 Kilometern Reichweite und einem innovativen Abo-Modell für Batterien. Wer eine 75-kWh-Batterie mietet statt kauft, spart rund 12.000 Euro beim Kaufpreis. Doch das Vertrauen der deutschen Käufer fehlt. NIO rudert inzwischen zurück und setzt verstärkt auf lokale Servicepartner statt eigene Showrooms.

Smart und Polestar: Chinesisch mit europäischem Anstrich

Zwei weitere Marken mit chinesischen Wurzeln verdienen Erwähnung, auch wenn sie oft nicht als chinesisch wahrgenommen werden.

Smart gehört seit 2020 zu 50 Prozent Geely (China) und zu 50 Prozent Mercedes-Benz. Die aktuellen Modelle Smart #1 und #3 werden vollständig in China auf der Geely-SEA-Plattform gebaut. Der Smart #1 ab rund 33.000 Euro ist ein kompaktes SUV mit bis zu 440 Kilometern Reichweite, das gegen den Volvo EX30 und den Mini Cooper SE antritt. Der Smart #2 soll 2026 als kleinerer Stadtflitzer zurückkehren. Vorteil: Das Mercedes-Händlernetz steht für Service und Verkauf bereit.

Polestar ist das Elektro-Spin-off von Volvo und damit ebenfalls eine Geely-Tochter. Der Polestar 2 wird in China gebaut, der Polestar 3 und 4 in den USA und China. In Deutschland verzeichnete Polestar im Januar 2026 mit 532 Neuzulassungen ein Plus von über 126 Prozent. Die Preise beginnen bei rund 48.000 Euro. Polestar positioniert sich klar als Premium-Alternative zu Tesla und BMW.

Die große Vergleichstabelle: Alle chinesischen E-Auto-Marken in Deutschland

KriteriumBYDLeapmotorMGZeekrXpengNIO
Modelle in DE113 (B10, T03, C10)6+3 (X, 7X, 001)2 (G6, G9)3 (ET5, ET7, EL7)
Günstigstes ModellDolphin Surf 18.990 €T03 18.900 €MG3 Hybrid 18.000 €Zeekr X 37.990 €G6 ~42.000 €ET5 ~47.000 €
Teuerstes ModellTang ~70.000 €C10 ~36.400 €Cyberster ~67.000 €001 ~75.000 €G9 ~58.000 €ET7 ~82.000 €
Händler/Service150 (→350)130 (Starry)300+40 (→100)~60 (Mehrmarke)~20 (→Rückbau)
Max. DC-Laden50–170 kW140 kW144 kW360 kW525 kW180 kW
Garantie Fahrzeug6 Jahre4 J./100.000 km7 Jahre5 J./100.000 km5 J./100.000 km5 Jahre
Garantie Batterie8 J./200.000 km8 J./160.000 km7 Jahre8 J./200.000 km8 J.8 J. (oder Tausch)
ProduktionChina (Ungarn ab 2026)China (Spanien ab 2026)China + ThailandChinaÖsterreich (Graz)China
EU-StrafzölleJa (17 %)Ja (→wegfallend)Ja (37,6 %)Ja (21,3 %)Nein (EU-Produktion)Ja (21 %)
KBA Jan. 20262.629 (+1.019 %)~700 (+344 %)~2.000 (stabil)Neu gestartet327 (+250 %)1 (Tiefpunkt)
StärkeBreiteste Palette, PreisStellantis-Netz, LadenHändlernetz, Marke800V, PremiumUltraschnelles LadenBatterie-Tausch
SchwächeLangsames DC-LadenUnbekannt, kurze GarantieVerarbeitungKein HändlernetzUnbekanntKaum Verkäufe

Was kosten chinesische E-Autos nach Förderung wirklich?

Die E-Auto-Förderung 2026 verändert die Preislandschaft dramatisch. Privatpersonen mit einem zu versteuernden Einkommen unter 68.000 Euro können bis zu 6.000 Euro Zuschuss erhalten. Dazu kommen die teilweise enormen Herstellerrabatte, die gerade chinesische Marken bieten, um Marktanteile zu gewinnen. In unserem Artikel zur E-Auto-Rabattschlacht 2026 haben wir die aktuellen Angebote zusammengefasst.

Die Effektivpreise nach Förderung und Herstellerrabatt zeigen, wie aggressiv chinesische Hersteller den deutschen Markt angreifen. Der BYD Dolphin Surf sinkt auf unter 13.000 Euro. Der Leapmotor T03 landet bei rund 12.900 Euro. Der BYD Atto 2 DM-i Boost kostet nach BYD-E-Bonus und Förderung nur noch 22.990 Euro. Selbst der Leapmotor B10 liegt nach Förderung bei rund 23.900 Euro – und damit auf dem Niveau eines gut ausgestatteten VW Polo Verbrenner.

Entscheidend ist allerdings: Die volle Förderung von 6.000 Euro gibt es nur bei Kauf. Beim Leasing wird die Förderung über die Monatsraten verrechnet, was den Effekt schmälert. Und die Herstellerrabatte (wie der BYD E-Bonus von 11.500 Euro) sind zeitlich begrenzt. Wer den besten Deal will, sollte schnell handeln.

Und die europäische Konkurrenz? VW, Škoda, Renault und Co.

Die chinesischen Hersteller treffen nicht auf einen wehrlosen Markt. Die europäische Konkurrenz reagiert – und hat einige Trümpfe in der Hand. Allen voran der Škoda Elroq, der im Januar 2026 das meistverkaufte reine Elektroauto in Deutschland war. Mit seinem riesigen Kofferraum, der bewährten MEB-Plattform und dem dichten VW-Servicenetz ist er der härteste Gegner für BYD und Leapmotor im Kompakt-SUV-Segment.

Der VW ID. Polo ab 24.999 Euro kommt im Sommer 2026 und wird die chinesischen Kleinwagen unter Druck setzen. Dazu kommen der Cupra Raval und der Škoda Epiq – alle auf der gleichen MEB+-Plattform. Der Renault 5 E-Tech hat sich mit seinem Retro-Design eine Fangemeinde aufgebaut. Und der Kia EV3 mit 7-Jahres-Garantie und bis zu 605 Kilometern Reichweite setzt bei Langstrecken-Effizienz Maßstäbe, die kein Chinese erreicht.

Der Vorteil der europäischen Hersteller liegt in drei Bereichen: Markenvertrauen, Händlernetz und Wiederverkaufswert. Ein drei Jahre alter Škoda Elroq oder Kia EV3 wird auf dem Gebrauchtwagenmarkt deutlich mehr wert sein als ein gleichalter Leapmotor B10. Das ist ein finanzieller Faktor, den viele Käufer unterschätzen. Wer die günstigsten Elektroautos 2026 im Detail vergleichen will, findet in unserem separaten Artikel alle Modelle unter 25.000 Euro.

Welche chinesische Marke hat in Deutschland eine Zukunft?

Nicht alle chinesischen Marken werden in Deutschland überleben. Nach unserer Einschätzung wird der Markt in drei Kategorien zerfallen:

Die Gewinner: BYD und Leapmotor. BYD hat die breiteste Palette, die aggressivsten Preise und baut gerade ein Werk in Ungarn für die EU-Produktion. Leapmotor profitiert vom Stellantis-Netz und wird ab Ende 2026 in Spanien fertigen. Beide Marken lösen das größte Problem chinesischer Hersteller – Service und Verfügbarkeit – durch europäische Partner.

Die Nischenplayer: Zeekr, Xpeng und MG. Zeekr könnte im Firmenwagenmarkt erfolgreich werden, wenn das Servicenetz schnell genug wächst. Xpeng hat mit der EU-Produktion bei Magna Steyr einen Zoll-Vorteil, muss aber die Markenbekanntheit aufbauen. MG hat das beste Händlernetz aller Chinesen, kämpft aber mit den höchsten EU-Strafzöllen (37,6 Prozent) und muss deshalb die Preise erhöhen.

Die Wackelkandidaten: NIO, Hongqi, Aiways. NIO verliert Geld und Kunden. Aiways hat den Vertrieb in Europa 2024 fast eingestellt. Hongqi verkauft Luxus-SUVs für über 80.000 Euro in einem Markt, der chinesischen Herstellern kein Premium-Image zugesteht. Ohne radikale Strategieänderung werden diese Marken in 2 bis 3 Jahren aus Deutschland verschwinden.

Für wen lohnt sich ein chinesisches Elektroauto?

Die Entscheidung hängt davon ab, was dir am wichtigsten ist – und wie risikofreudig du bist.

Ein chinesisches E-Auto lohnt sich, wenn du maximale Ausstattung zum minimalen Preis willst und kein Problem mit einer jungen Marke hast. Pendler und Stadtfahrer, die zu Hause laden und selten auf Langstrecke gehen, profitieren am meisten. Der BYD Dolphin Surf für unter 13.000 Euro nach Förderung oder der Leapmotor B10 für unter 24.000 Euro sind im Preis-Leistungs-Verhältnis unschlagbar.

A European or Korean electric car is a better choice if resale value, long-term parts availability, and a comprehensive service network are more important to you than the lowest purchase price. Families who plan to drive a car for 5 to 8 years are often better off with the Škoda Elroq, Kia EV3, or the upcoming VW ID. Polo – despite the higher initial price.

Finger weg, wenn du auf maximale Langstrecken-Tauglichkeit angewiesen bist. Die DC-Ladeleistung vieler chinesischer Modelle (BYD: 50–115 kW, Suzuki e-Vitara Basis: 53 kW) ist für Vielfahrer ein echtes Problem. Ausnahmen sind Zeekr (360 kW), Xpeng (525 kW) und der Leapmotor B10 (140 kW).

Chinesische Elektroautos Deutschland 2026: Das Fazit

Die chinesische Auto-Offensive in Deutschland ist real – und sie verändert den Markt schneller, als viele erwartet haben. BYD verkauft doppelt so viele Autos wie Tesla, Leapmotor nutzt das Stellantis-Netz gnadenlos aus, und Zeekr bringt 800-Volt-Technik zu Premium-Preisen, die BMW und Mercedes nervös machen.

Für Autokäufer ist das eine gute Nachricht. Mehr Wettbewerb bedeutet bessere Produkte zu niedrigeren Preisen. Die Zeiten, in denen ein vernünftiges Elektroauto 50.000 Euro kosten musste, sind endgültig vorbei. Wer bereit ist, einer neuen Marke eine Chance zu geben, bekommt 2026 für unter 25.000 Euro Elektroautos, die vor zwei Jahren noch undenkbar waren.

Aber Vorsicht: Nicht jeder Chinese ist ein guter Kauf. Dünne Servicenetze, ungewisser Wiederverkaufswert und teilweise langsames DC-Laden bleiben reale Schwächen. Die klügste Strategie für 2026 lautet deshalb: Probe fahren, Förderung mitnehmen, Gesamtkosten vergleichen – und den Wiederverkaufswert nicht vergessen.

Welche chinesischen Elektroauto-Marken gibt es 2026 in Deutschland?

In Deutschland sind 2026 sechs chinesische Elektroauto-Marken aktiv: BYD (11 Modelle ab 18.990 €), Leapmotor (3 Modelle ab 18.900 €), MG (6+ Modelle ab 18.000 €), Zeekr (3 Modelle ab 37.990 €), Xpeng (2 Modelle ab 42.000 €) und NIO (3 Modelle ab 47.000 €). Dazu kommen Smart (Geely/Mercedes Joint Venture) und Polestar (Geely/Volvo) mit chinesischer Produktion.

Welches chinesische Elektroauto ist 2026 das günstigste in Deutschland?

Das günstigste chinesische Elektroauto in Deutschland ist der Leapmotor T03 ab 18.900 Euro, gefolgt vom BYD Dolphin Surf ab 18.990 Euro und dem MG3 Hybrid ab rund 18.000 Euro. Nach maximaler Förderung und Herstellerrabatten sinkt der BYD Dolphin Surf auf unter 13.000 Euro.

Wie zuverlässig sind chinesische Elektroautos?

Die Langzeitzuverlässigkeit chinesischer Elektroautos lässt sich 2026 noch nicht abschließend beurteilen, da die meisten Marken erst seit 2 bis 3 Jahren in Deutschland verkaufen. Die Garantiebedingungen variieren stark: MG bietet 7 Jahre, BYD 6 Jahre, Zeekr und Xpeng je 5 Jahre, Leapmotor nur 4 Jahre. Alle bieten mindestens 8 Jahre Batteriegarantie.

Bekommt man 2026 Förderung für chinesische Elektroautos?

Ja. Die E-Auto-Förderung 2026 gilt für alle in Deutschland zugelassenen Elektroautos unabhängig vom Herstellerland, sofern der Nettolistenpreis unter 50.000 Euro liegt. Je nach Einkommen und Familiensituation sind bis zu 6.000 Euro Zuschuss möglich. Alle Modelle von BYD, Leapmotor und MG unter 50.000 Euro sind förderberechtigt.

Wo kann man chinesische Elektroautos in Deutschland reparieren lassen?

Das hängt von der Marke ab. Leapmotor nutzt das Stellantis-Netz (Opel, Peugeot, Citroën) mit 110 Partnern. MG hat über 300 eigene Händler. BYD baut sein Netz auf 350 Standorte aus. Zeekr kooperiert mit dem Dienstleister G.A.S. (40 Partner, geplant 100). Xpeng nutzt Mehrmarkenhändler. NIO hat eigene Servicecenter, die aber stark reduziert werden.

Lohnt sich ein chinesisches Elektroauto für Familien?

Ja, vor allem der Leapmotor B10 (420 l Kofferraum, ab 29.900 €) und der BYD Seal U (bis 580 km Reichweite) sind familientauglich. Wer maximalen Platz braucht, ist allerdings mit europäischen Alternativen wie dem Škoda Elroq (470 l Kofferraum) oder dem Kia EV3 (460 l, 7 Jahre Garantie) besser beraten, weil Wiederverkaufswert und Servicenetz dichter sind.

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