
Der VW ID. Polo 2026 ist das meisterwartete Elektroauto des Jahres. Doch wer ihn kaufen will, steht vor einer ungewöhnlichen Frage: Warum nicht stattdessen den Cupra Raval oder den Škoda Epiq nehmen? Alle drei Autos basieren auf derselben Plattform, teilen sich Motoren und Batterien – und kosten nahezu das Gleiche.
Das hat es im VW-Konzern in dieser Form noch nie gegeben. Vier Elektro-Kleinwagen auf einer gemeinsamen Basis, gleichzeitig auf den Markt gebracht, in direkter Konkurrenz zueinander. Neben den drei genannten Modellen kommt noch der VW ID. Cross als viertes Familienmitglied. Volkswagen nennt das Ganze die „Electric Urban Car Family“. Das Ziel ist ambitioniert: 20 Prozent Marktanteil bei elektrischen Kleinwagen in Europa.
Für Autokäufer bedeutet das vor allem eines: Die Wahl wird schwieriger. Deshalb haben wir alle bisher bekannten Daten zusammengetragen und zeigen, worin sich die drei Modelle tatsächlich unterscheiden – und für wen sich welches Auto lohnt.
VW ID. Polo 2026: Die wichtigsten technischen Daten

Volkswagen hat im Dezember 2025 die technischen Details zum VW ID. Polo 2026 veröffentlicht. Der Elektro-Kleinwagen basiert auf der weiterentwickelten MEB+-Plattform mit Frontantrieb und ist 4,05 Meter lang, 1,82 Meter breit und 1,53 Meter hoch. Der Radstand beträgt 2,60 Meter.
Zum Marktstart im Sommer 2026 gibt es drei Leistungsstufen. Die Basisversion leistet 85 kW (116 PS), die mittlere Variante 99 kW (135 PS) und die stärkste Version 155 kW (211 PS). Später im Jahr folgt der ID. Polo GTI mit 166 kW (226 PS). Alle Varianten nutzen den neu entwickelten Frontmotor APP290 mit 290 Nm Drehmoment.
Bei den Batterien stehen zwei Optionen zur Wahl. Die Basismodelle mit 85 und 99 kW erhalten einen LFP-Akku (Lithium-Eisenphosphat) mit 37 kWh nutzbarer Kapazität. Die WLTP-Reichweite liegt damit bei rund 300 Kilometern. DC-Schnellladen ist mit bis zu 90 kW möglich, von 10 auf 80 Prozent in etwa 27 Minuten.
Die stärkeren Varianten mit 155 und 166 kW bekommen einen NMC-Akku (Nickel-Mangan-Kobalt) mit 52 kWh nutzbarer Kapazität. Damit steigt die WLTP-Reichweite auf bis zu 450 Kilometer. Die maximale Ladeleistung beträgt 130 kW, der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert rund 23 Minuten.
Allerdings gibt es einen Haken. Zum Bestellstart im April 2026 wird zunächst nur die teurere Version mit großem Akku verfügbar sein. Der Einstiegspreis liegt dann voraussichtlich deutlich über 25.000 Euro. Die günstigere LFP-Variante ab 24.999 Euro folgt erst einige Wochen später. Hintergrund ist laut Handelsblatt die spätere Verfügbarkeit der LFP-Batterien.
Cupra Raval 2026: Der sportliche Bruder

Der Cupra Raval teilt sich die komplette technische Basis mit dem VW ID. Polo 2026. Beide werden im spanischen Werk Martorell gefertigt. Dennoch fühlt sich der Raval wie ein anderes Auto an.
Das beginnt beim Design. Der Raval ist muskulöser und kantiger gezeichnet. Dreieckige LED-Scheinwerfer, mächtige Powerdomes auf der Motorhaube und markante Aero-Flügel am Dach geben dem Kleinwagen einen deutlich aggressiveren Auftritt als der eher zurückhaltende ID. Polo. Cupra bietet zudem neue Plasma-Lackierungen an, die je nach Lichteinfall die Farbe wechseln.
Im Innenraum setzt Cupra auf ein Curved Display, ein Augmented-Reality-Head-up-Display und progressive Schalensitze in der VZ-Version. Außerdem hat der Raval eine Lichtshow beim Auf- und Absperren – ein Detail, das bei jüngeren Käufern gut ankommen dürfte.
Der wichtigste Unterschied liegt jedoch im Fahrwerk. Der Raval ist gegenüber dem ID. Polo um 15 Millimeter tiefergelegt, die Spur ist 10 Millimeter breiter. In der VZ-Version kommt ein adaptives DCC-Sportfahrwerk mit elektronischem Sperrdifferenzial hinzu. Erste Testfahrten bestätigen: Der Raval fährt sich spürbar agiler und kurvenwilliger als es ein Kleinwagen vermuten lässt.
Zum Marktstart im März 2026 gibt es den Raval allerdings nur mit 155 kW (211 PS) in den Ausstattungen Dynamic und Dynamic Plus. Die VZ-Version mit 166 kW (226 PS) folgt danach. Eine günstigere Basisversion mit kleinerem Akku hat Cupra bisher nicht angekündigt. Der Einstiegspreis liegt bei 25.950 Euro, wobei gut ausgestattete Varianten laut AUTO BILD an die 40.000-Euro-Grenze rücken können.
Škoda Epiq 2026: Der Praktiker mit SUV-Genen

Der Škoda Epiq verfolgt eine völlig andere Strategie als seine Konzernbrüder. Während ID. Polo und Raval klassische Kleinwagen sind, positioniert Škoda den Epiq als City-SUV-Crossover. Mit einer Höhe von 1,62 Metern sitzt man im Epiq rund drei Zentimeter höher als im ID. Polo. Das sorgt für deutlich bessere Übersicht im Stadtverkehr.
Die technischen Daten hat Škoda Anfang Februar 2026 veröffentlicht. Der Epiq ist 4,17 Meter lang – also zwölf Zentimeter länger als der ID. Polo – und bietet einen Kofferraum mit 475 Litern Volumen. Das ist mehr als im deutlich größeren VW ID.3. Für ein Auto dieser Klasse ist das außergewöhnlich.
Wie beim ID. Polo gibt es drei Leistungsstufen: den Epiq 35 mit 85 kW, den Epiq 40 mit 99 kW und den Epiq 55 mit 155 kW. Die Batterieoptionen sind identisch: 38,5 kWh brutto (LFP) für die beiden schwächeren Varianten mit bis zu 315 Kilometern Reichweite, sowie 55 kWh brutto (NMC) für den Epiq 55 mit bis zu 430 Kilometern Reichweite.
Interessant sind die Unterschiede im Detail. Der Basis-Epiq 35 lädt am Schnelllader mit nur 50 kW – deutlich langsamer als der ID. Polo mit 90 kW. Der Epiq 40 schafft 90 kW, der Epiq 55 kommt auf 133 kW. Außerdem sind die beiden LFP-Varianten auf 150 km/h begrenzt, während der Epiq 55 die MEB-üblichen 160 km/h erreicht.
Gebaut wird der Epiq zusammen mit dem VW ID. Cross im spanischen Pamplona. Die Premiere ist für Mitte 2026 geplant, der Bestellstart im Mai. Der Preis soll bei rund 26.000 Euro beginnen – auf dem Niveau des Verbrenner-Bruders Škoda Kamiq.
Die große Vergleichstabelle: ID. Polo vs. Raval vs. Epiq
| Kriterium | VW ID. Polo | Cupra Raval | Škoda Epiq |
|---|---|---|---|
| Fahrzeugtyp | Kleinwagen | Sport-Kleinwagen | City-SUV-Crossover |
| Länge | 4,05 m | 4,05 m | 4,17 m |
| Höhe | 1,53 m | 1,52 m (tiefergelegt) | 1,62 m |
| Kofferraum | ~400 l | ~380 l | 475 l |
| Plattform | MEB+ (Frontantrieb) | MEB+ (Frontantrieb) | MEB+ (Frontantrieb) |
| Leistungsstufen | 85 / 99 / 155 / 166 kW (GTI) | 155 / 166 kW (VZ) | 85 / 99 / 155 kW |
| Kleine Batterie | 37 kWh LFP / ~300 km | noch nicht bestätigt | 38,5 kWh LFP / 315 km |
| Große Batterie | 52 kWh NMC / ~450 km | ~53 kWh NMC / ~450 km | 55 kWh NMC / 430 km |
| Max. Ladeleistung DC | 90 kW (LFP) / 130 kW (NMC) | noch nicht bestätigt | 50–133 kW (je nach Variante) |
| Laden 10–80 % | 27 min (LFP) / 23 min (NMC) | noch nicht bestätigt | 28 min (LFP 90 kW) / ähnlich (NMC) |
| Leergewicht | ~1.500 kg | ~1.500 kg (VZ etwas mehr) | ~1.544 kg |
| Bestellstart | April 2026 | März 2026 | Mai 2026 |
| Auslieferung | Sommer 2026 | Mitte 2026 | H2 2026 |
| Einstiegspreis | ab 24.999 € (LFP-Version erst später) | ab 25.950 € | ab ~26.000 € |
| Produktion | Martorell (Spanien) | Martorell (Spanien) | Pamplona (Spanien) |
| Besonderheit | Retro-Cockpit, Volkswagen-Ergonomie | Sportfahrwerk, DCC, Sperrdifferenzial | Größter Kofferraum, SUV-Sitzposition |
Gleiche Plattform, unterschiedliche Philosophie
Auf dem Papier wirken die drei Autos fast identisch. Dieselben Motoren, dieselben Batterien, derselbe Radstand. Trotzdem verfolgen sie drei grundverschiedene Strategien.
Der VW ID. Polo 2026 setzt auf klassische Volkswagen-Tugenden. Ein aufgeräumtes Cockpit, intuitive Bedienung mit physischen Tasten und Scrollrädern, ein wertiger Innenraum und eine betont unaufgeregte Optik. VW hat beim ID. Polo offenbar die Kritik an den bisherigen ID-Modellen ernst genommen. Das neue Cockpit-Design „Pure Positive“ mit optionaler Retro-Anzeige im Stil des ersten Golf wirkt durchdacht und eigenständig. Zudem bietet der ID. Polo als einziger alle vier Leistungsstufen an, einschließlich des günstigen Einstiegs mit 85 kW.
Der Cupra Raval setzt dagegen auf Emotion und Fahrdynamik. Wer die VZ-Version fährt, bekommt ein Auto, das laut Testberichten von ADAC und AUTO BILD „wie ein Giftzwerg“ am Fahrpedal hängt und „messerscharf durch Kurven schneidet“. Dafür fehlt bisher eine günstige Basisvariante mit kleinem Akku. Der Raval ist das Auto für Fahrer, denen ein Elektroauto bisher zu langweilig war.
Der Škoda Epiq verfolgt den pragmatischsten Ansatz. Mehr Kofferraum als ein VW ID.3, höhere Sitzposition als die Konkurrenz, ein nüchternes aber funktionales Cockpit und der Anspruch, so viel zu kosten wie ein vergleichbarer Verbrenner. Škoda verzichtet bewusst auf das große 11-Zoll-Display der Schwestermodelle und setzt stattdessen auf ein kleineres 5,3-Zoll-Instrumentendisplay. Ob das ein kluger Sparansatz oder ein Fehler ist, werden die Kunden entscheiden.
Was bedeutet die neue Förderung für diese Autos?
Die E-Auto-Förderung 2026 macht alle drei Modelle noch attraktiver. Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann bis zu 6.000 Euro Zuschuss erhalten. Der effektive Einstiegspreis für einen VW ID. Polo 2026 würde damit unter 19.000 Euro sinken – das wäre historisch.
Besonders interessant: Die Förderung gilt rückwirkend für alle Neuzulassungen ab dem 1. Januar 2026. Das Antragsportal wird voraussichtlich im Mai freigeschaltet. Wer also im Sommer einen ID. Polo, Raval oder Epiq bestellt, kann die Prämie nachträglich beantragen. Die genauen Förderbedingungen hängen vom Einkommen und der Familiensituation ab. Details zu den Fördervoraussetzungen und welche weiteren Modelle darunter fallen, haben wir in unserem Artikel über die günstigsten Elektroautos mit Förderung 2026 zusammengefasst.
Und die Konkurrenz? Renault 5, BYD Dolphin Surf und Co.

Die VW-Konzern-Familie tritt nicht in einem leeren Markt an. Der Wettbewerb im elektrischen Kleinwagen-Segment ist so hart wie nie.
Der Renault 5 E-Tech ist seit 2025 auf dem Markt und hat sich mit seinem Retro-Design eine treue Fangemeinde aufgebaut. Die Basisversion mit 40-kWh-Batterie startet bei rund 28.000 Euro. Damit ist der Renault teurer als der ID. Polo in der Basisversion, bietet aber etwas mehr Batteriekapazität. Die stärkere Comfort-Range-Version mit über 400 Kilometern Reichweite kostet bereits über 30.000 Euro.
Der BYD Dolphin Surf unterbietet alle europäischen Konkurrenten beim Preis. Ab 18.990 Euro ist der chinesische Kleinwagen zu haben – das sind 6.000 Euro weniger als der günstigste ID. Polo. Dafür sind Reichweite und Ladeleistung des Basismodells deutlich geringer. Wer allerdings die Förderung einrechnet, kommt beim Dolphin Surf auf einen Effektivpreis von unter 13.000 Euro. Das ist schwer zu schlagen.
Der Citroën ë-C3 positioniert sich mit einem 44-kWh-Akku ab 23.300 Euro als solide Mittelklasse-Option. Fiat bietet den Grande Panda als Elektro-Crossover mit 320 Kilometern Reichweite ab rund 24.000 Euro an. Und aus Korea kommen der Hyundai Inster und der Kia EV2, beide ebenfalls unter 30.000 Euro.
Der Vorteil der VW-Konzern-Modelle liegt in der Kombination aus Reichweite, Ladeleistung und Markenvertrauen. Der VW ID. Polo 2026 bietet mit 450 Kilometern WLTP die höchste Reichweite aller Elektro-Kleinwagen unter 30.000 Euro. Kein anderer Wettbewerber kommt mit dem großen Akku an diesen Wert heran.
Für wen lohnt sich welches Modell?
Die Entscheidung zwischen den drei VW-Konzern-Geschwistern hängt letztlich davon ab, was einem beim Autofahren am wichtigsten ist.
Der VW ID. Polo passt zu dir, wenn du ein vernünftiges, gut verarbeitetes Elektroauto zum günstigsten Einstiegspreis suchst. Die Basisversion mit 85 kW und LFP-Akku für unter 25.000 Euro ist das beste Angebot für preisbewusste Käufer, Pendler und alle, die zum ersten Mal ein E-Auto kaufen. VW bietet die breiteste Modellpalette mit vier Leistungsstufen und das vertrauteste Bedienerlebnis.
Der Cupra Raval passt zu dir, wenn dir Fahrspaß wichtiger ist als der niedrigste Preis. Das Sportfahrwerk, die tiefere Sitzposition und das emotionale Design machen den Raval zum attraktivsten Fahrerauto in diesem Segment. Bedenke jedoch, dass es zum Marktstart nur die stärkeren und teureren Varianten gibt. Dafür ist der Raval als Erster bestellbar – ab März 2026.
Der Škoda Epiq passt zu dir, wenn du maximalen Platz auf minimaler Grundfläche brauchst. Familien mit Kindern, Hundebesitzer und alle, die regelmäßig sperrige Dinge transportieren, bekommen im Epiq den mit Abstand größten Kofferraum. Die höhere Sitzposition erleichtert den Ein- und Ausstieg, und Škoda ist traditionell großzügig bei der Serienausstattung.
VW ID. Polo 2026: Das Fazit
Der VW ID. Polo 2026 und seine Konzerngeschwister markieren einen Wendepunkt für die Elektromobilität in Deutschland. Zum ersten Mal gibt es alltagstaugliche Elektro-Kleinwagen aus europäischer Produktion für unter 25.000 Euro. Mit der neuen Förderung sogar für unter 19.000 Euro.
Wer sich zwischen den drei Modellen entscheiden muss, sollte in erster Linie Probe fahren. Die technische Basis ist nahezu identisch. Die Unterschiede liegen im Charakter, im Design und in den Details. Der VW ID. Polo 2026 ist die vernünftige Wahl. Der Cupra Raval ist die emotionale Wahl. Der Škoda Epiq ist die praktische Wahl.
Falsch machen kann man mit keinem der drei etwas. Und genau das ist vielleicht die beste Nachricht für alle, die 2026 ein Elektroauto kaufen wollen.
