Mercedes C Class electric

Mercedes C-Klasse Electric 2026: 850 km Reichweite, 800V, Herbst-Start – der erste elektrische Mercedes für die Mitte

Die C-Klasse ist das meistverkaufte Mercedes-Modell weltweit – und wird im Herbst 2026 erstmals vollelektrisch. Mit bis zu 850 km WLTP-Reichweite auf der MB.EA-Plattform, 800-Volt-Technik und dem MBUX Hyperscreen soll die elektrische C-Klasse den BMW i3 Neue Klasse (900 km) direkt angreifen. Mercedes hat damit einen klaren Plan: Erst CLA EQ (ab 2025), dann GLC EQ (Mai 2026), und jetzt die C-Klasse als Herzstück der Elektro-Offensive.

Hier sind alle bisher bestätigten Details – und eine ehrliche Einschätzung, ob die C-Klasse Electric den BMW i3 schlagen kann.

Mercedes C Class electric

Warum die C-Klasse Electric alles verändert

Die C-Klasse ist nicht irgendein Mercedes – sie ist das Rückgrat der Marke. Seit Jahrzehnten verkauft Mercedes weltweit mehr C-Klassen als jedes andere Modell. In Deutschland allein waren es in den letzten Jahren konstant über 50.000 Einheiten pro Jahr. Die Elektrifizierung dieses Modells ist deshalb der wichtigste strategische Schritt, den Mercedes 2026 unternimmt.

Bisher hatte Mercedes im Elektro-Segment vor allem den CLA EQ (Kompaktklasse) und den GLC EQ (SUV) auf der neuen Plattform. Die C-Klasse Electric ergänzt die Limousine – also genau das Segment, in dem Mercedes traditionell die meisten Kunden hat. Und im Gegensatz zum EQC (2019), der auf einer umgebauten Verbrenner-Plattform basierte und entsprechend schwach performte, wird die neue C-Klasse Electric von Grund auf als Elektroauto entwickelt.

Was bisher bestätigt ist

Mercedes hat die C-Klasse Electric noch nicht offiziell vorgestellt – die Premiere ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant, mit Marktstart im Herbst. Dennoch sind durch Mercedes-Pressemitteilungen und Fachberichte bereits viele Details bekannt.

Die C-Klasse Electric basiert auf der MB.EA-Plattform – der gleichen Architektur, die auch im GLC EQ zum Einsatz kommt. MB.EA steht für „Mercedes-Benz Electric Architecture“ und ist die große Schwester der MMA-Plattform (CLA, GLB). Der entscheidende Unterschied: MB.EA ist für größere Fahrzeuge ausgelegt und bietet deshalb mehr Batteriekapazität und höhere Ladeleistungen.

MerkmalPrognosewert (basierend auf MB.EA-Daten)
Reichweite WLTPBis zu 850 km
PlattformMB.EA (800V)
DC-Laden max.~330 kW (wie GLC EQ)
10–80 %~22 min (geschätzt)
AntriebHeck oder Allrad
Batterie~100–110 kWh (geschätzt)
MBUX HyperscreenJa (serienmäßig oder optional)
MarktstartHerbst 2026
Preis (geschätzt)Ab ~60.000–65.000 Euro

Die 850 km Reichweite sind dabei die offiziell von Mercedes angekündigte WLTP-Zahl – und damit 50 km weniger als der BMW i3 (900 km). Im Alltag dürfte der Unterschied allerdings marginal sein: Beide Fahrzeuge kommen bei Autobahnfahrt auf circa 550 bis 650 km reale Reichweite.

Analyse: MB.EA vs. BMW Neue Klasse

Der Kampf zwischen Mercedes C-Klasse Electric und BMW i3 Neue Klasse ist im Kern ein Plattformduell: MB.EA gegen Neue Klasse. Beide setzen auf 800 Volt und Rundzellen, unterscheiden sich aber in wichtigen Details.

BMW nutzt 4695-Rundzellen (46 mm Durchmesser, 95 mm Höhe) in Cell-to-Pack-Bauweise mit offener Bodenstruktur („Pack-to-open-Body“). Das bedeutet: Die Batterie schließt den Fahrzeugboden strukturell und erhöht damit die Torsionssteifigkeit. Mercedes verfolgt hingegen einen konventionelleren Ansatz mit einem geschlossenen Batteriegehäuse, das in den Unterboden integriert wird. Der BMW-Ansatz spart Gewicht, der Mercedes-Ansatz bietet potenziell besseren Schutz bei Unterbodenaufprall.

Bei der Ladeleistung dürfte der BMW i3 mit 400 kW die Nase vorn haben – der GLC EQ schafft 330 kW, und die C-Klasse Electric dürfte auf dem gleichen Niveau liegen. In der Praxis bedeutet das: BMW lädt in 10 Minuten Strom für 400 km nach, Mercedes in 10 Minuten Strom für circa 300 km. Ein spürbarer Unterschied auf Langstrecken.

Mercedes kontert allerdings mit dem Zweigang-Getriebe an der Hinterachse (wie beim GLC EQ): Die kurze Übersetzung (11:1) sorgt für starkes Anfahren, die lange Übersetzung (5:1) für effizientes Fahren bei hohen Geschwindigkeiten. BMW setzt hingegen auf ein Eingang-Getriebe. Das Zweigang-System von Mercedes ist technisch aufwändiger, bietet aber bei hohen Autobahngeschwindigkeiten (160+ km/h) einen Effizienzvorsprung – relevant für deutsche Autofahrer, die regelmäßig schnell unterwegs sind.

Design: Eigenständig statt umgebauter Verbrenner

Anders als der EQC, der optisch kaum vom Verbrenner-GLC zu unterscheiden war, wird die C-Klasse Electric eine eigenständige Designsprache erhalten. Mercedes hat angekündigt, dass die Elektro-C-Klasse Designelemente des CLA EQ und GLC EQ aufgreifen wird: eine flachere Front ohne klassischen Kühlergrill, fließende Linien und den MBUX Hyperscreen als durchgehende Glasfläche über die gesamte Armaturenbrettbreite.

Gleichzeitig bleibt die C-Klasse als Limousine erkennbar – kurze Überhänge, langer Radstand und die typische Mercedes-Proportion. Der Radstand dürfte bei circa 2,90 bis 2,95 Metern liegen – deutlich mehr als beim Verbrenner-C-Klasse (2,87 m) und damit auf dem Niveau des BMW i3 (2,90 m).

Schwächen: Was man jetzt schon absehen kann

Erstens: Der Preis. Mit geschätzten 60.000 bis 65.000 Euro wird die C-Klasse Electric deutlich teurer sein als der CLA EQ (ab circa 48.000 Euro) und auf dem Niveau des BMW i3 (geschätzte 66.500 Euro) liegen. Für Privatkäufer mit kleinem Budget ist das zu viel – die E-Auto-Förderung greift bei diesen Preisen nur eingeschränkt.

Zweitens: Die Ladeleistung von circa 330 kW ist gut, aber nicht auf dem Niveau des BMW i3 (400 kW) oder des Zeekr 7GT (480 kW). Auf Langstrecken hat Mercedes damit einen messbaren Nachteil gegenüber BMW.

Drittens: Die C-Klasse Electric kommt erst im Herbst 2026 – also mehrere Monate nach dem BMW i3 (Herbst 2026 ebenfalls, aber BMW startet die Produktion bereits im August). Wer sich zwischen beiden entscheiden muss, wird den BMW voraussichtlich früher Probe fahren und bestellen können.

Viertens: Mercedes hat in den letzten Jahren mit Software-Problemen zu kämpfen gehabt (MBUX-Abstürze, langsame Updates). Ob das MB.OS-Betriebssystem in der C-Klasse Electric reibungslos funktioniert, bleibt abzuwarten.

Vergleich: C-Klasse Electric vs. Premium-Mittelklasse

MerkmalMercedes C-Klasse ElectricBMW i3 50 xDriveAudi A4 e-tron (2027)
Reichweite WLTP~850 km900 km~700 km (geschätzt)
DC-Laden max.~330 kW400 kW~270 kW (geschätzt)
Leistung~350–490 PS (geschätzt)469 PS~340 PS (geschätzt)
PlattformMB.EA (800V)Neue Klasse (800V)PPE (800V)
Preis (geschätzt)~60.000–65.000 Euro~66.500 Euro~55.000 Euro (geschätzt)
MarktstartHerbst 2026Herbst 20262027

BMW führt bei Reichweite und Ladeleistung, Mercedes bietet das Zweigang-Getriebe und den MBUX Hyperscreen, Audi kommt erst 2027 und dürfte preislich die günstigste Option sein. Für Käufer, die 2026 eine elektrische Mittelklasse-Limousine wollen, kommt es auf die Prioritäten an: BMW für maximale Technik, Mercedes für Komfort und Markenimage.

Firmenwagen: Das wichtigste Segment

Die C-Klasse war schon immer ein Firmenwagen-Champion – und das wird sich elektrisch nicht ändern. Mit der 0,25-Prozent-Versteuerung (sofern der Preis unter 70.000 Euro bleibt) ergibt sich ein geldwerter Vorteil von circa 150 bis 163 Euro monatlich. Zum Vergleich: Ein Verbrenner-C-Klasse mit ähnlicher Ausstattung erzeugt circa 500 bis 600 Euro geldwerten Vorteil – die Ersparnis für den Mitarbeiter beträgt also 350 bis 450 Euro pro Monat. Für Firmenwagenkäufer ist die elektrische C-Klasse damit ein No-Brainer – sofern der Arbeitgeber eine Lademöglichkeit anbietet.

FAQ: Die wichtigsten Fragen

Wann kommt die Mercedes C-Klasse Electric? Der Marktstart ist für Herbst 2026 angekündigt. Eine offizielle Premiere ohne Tarnung wird im Laufe des Sommers erwartet.

Wie viel kostet die C-Klasse Electric? Offizielle Preise liegen noch nicht vor. Basierend auf der Positionierung zwischen CLA EQ (~48.000 Euro) und GLC EQ (~67.700 Euro) schätzen wir einen Einstieg bei circa 60.000 bis 65.000 Euro.

Schlägt die C-Klasse Electric den BMW i3? Bei Reichweite (850 vs. 900 km) und Ladeleistung (330 vs. 400 kW) hat BMW die Nase vorn. Mercedes kontert mit dem MBUX Hyperscreen, dem Zweigang-Getriebe und dem traditionell höheren Komfortniveau. Es wird ein enges Rennen – und die finale Entscheidung fällt beim Preis und beim persönlichen Geschmack.

Technik

Hat die C-Klasse Electric bidirektionales Laden? Sehr wahrscheinlich ja – der GLC EQ bietet V2H bereits, und die C-Klasse Electric nutzt die gleiche MB.EA-Plattform. Eine offizielle Bestätigung steht allerdings noch aus.

Wird es die C-Klasse auch als Kombi (T-Modell) geben? Mercedes hat sich dazu noch nicht offiziell geäußert. Angesichts der Bedeutung des Kombi-Segments in Deutschland ist ein elektrisches C-Klasse T-Modell allerdings sehr wahrscheinlich – vermutlich mit Marktstart 2027.


Weiterlesen auf AutoColumn:


Letzte Aktualisierung: 4. April 2026 · Datenquellen: Mercedes-Benz, ADAC, Auto Motor und Sport, Autozeitung, InsideEVs

More From Author

VW ID. Cross 2026: Das bezahlbare Elektro-SUV, das VW retten soll – ab 28.000 Euro, 450 km Reichweite, erste Testfahrt

Kia EV5 2026: Koreas Antwort auf den VW ID.4 kommt nach Europa – ab ~45.000 Euro, 500+ km Reichweite