Mercedes GLC EQ 2026: 489 PS, 713 km Reichweite, ab 67.717 € — schlägt er den BMW iX3?

Der GLC ist das wichtigste Auto, das Mercedes baut. Kein anderes Modell verkauft sich besser — 2023 waren es weltweit über 360.000 Einheiten. Jetzt wird dieses Erfolgsmodell zum ersten Mal vollelektrisch. Der Mercedes GLC 400 4MATIC mit EQ Technologie startet im Frühjahr 2026 bei den Händlern: 489 PS, bis zu 713 km Reichweite, 800-Volt-Architektur mit 330 kW Ladeleistung und ein 94-kWh-Akku. Der Preis beginnt bei 67.717 € — und damit günstiger als der Verbrenner-GLC AMG mit vergleichbarer Leistung. Gleichzeitig steht mit dem BMW iX3 Neue Klasse der schärfste Rivale bereits beim Händler: 806 km Reichweite, 400 kW Laden, ab 68.900 €. Das Duell des Jahres hat begonnen. Hier sind alle Daten, die ehrliche Kostenrechnung und ein klarer Vergleich.


Technische Daten: Mercedes GLC 400 4MATIC EQ auf einen Blick

SpezifikationMercedes GLC 400 4MATIC EQ
PlattformMB.EA (neu, 800 V)
Länge × Breite × Höhe4.845 × 1.913 × 1.644 mm
Radstand2.970 mm
Motoren2× PSM (Front + Heck)
Systemleistung360 kW (489 PS)
Drehmoment808 Nm
0–100 km/h4,3 Sekunden
Vmax210 km/h (abgeregelt)
Batterie (nutzbar)94 kWh (SiOx-Anode, reduziert Kobalt)
Architektur800 V
Reichweite (WLTP)673–713 km
Reichweite (Stadt)bis 808 km
Verbrauch (WLTP)14,9–18,8 kWh/100 km
DC-Laden max.330 kW
10–80 % DC22 Minuten
300 km in10 Minuten
AC-Laden11 kW Serie / 22 kW optional
Kofferraum570–1.740 l + 128 l Frunk
Anhängelast (gebremst)2.400 kg
Leergewicht2.535 kg
Hinterachslenkung4,5° (optional)
Luftfederung AirmaticOptional
Preis ab67.717 € (Avantgarde)
Preis AMG Line71.281 €
Bestellbar seitOktober 2025
AuslieferungFrühjahr 2026

Warum der GLC EQ alles ändert — und warum der alte EQC scheiterte

Um zu verstehen, warum der GLC EQ so bedeutend ist, muss man auf den alten EQC zurückblicken. Der Mercedes EQC (2019–2024) war eine Katastrophe: schwer, ineffizient, nur 400 km Reichweite, lahmes 110-kW-Laden und ein Preis von über 70.000 €. Kaum ein Kunde griff zu — der EQC verkaufte sich so schlecht, dass Mercedes die Produktion vorzeitig einstellte.

Der GLC EQ ist das genaue Gegenteil. Anstatt ein bestehendes Verbrenner-Modell behelfsmäßig zu elektrifizieren, hat Mercedes eine komplett neue Plattform entwickelt: MB.EA. Dadurch sitzt die Batterie optimal im Unterboden, der Schwerpunkt ist niedrig, und die 800-Volt-Architektur ermöglicht ultraschnelles Laden. Darüber hinaus hat Mercedes eine mutige Design-Entscheidung getroffen: Der GLC EQ sieht aus wie ein GLC — kein futuristisches Raumschiff, keine geschlossene Front. Ein beleuchteter Chromgrill mit 942 Leuchtpunkten zitiert die Mercedes-Tradition, während versenkbare Türgriffe und die sternförmigen Heckleuchten die Moderne markieren. Folglich werden sich auch konservative Mercedes-Kunden sofort zu Hause fühlen.


Das Duell: Mercedes GLC EQ vs BMW iX3 Neue Klasse

Der BMW iX3 (NA5) ist seit Anfang 2026 auf dem Markt und hat bereits für volle Auftragsbücher gesorgt. Deshalb ist ein direkter Vergleich unvermeidlich:

EigenschaftMercedes GLC 400 4MATIC EQBMW iX3 50 xDrive
Preis67.717 €68.900 €
Leistung489 PS469 PS
Drehmoment808 Nm795 Nm
0–100 km/h4,3 s4,9 s
Reichweite (WLTP)673–713 kmbis 806 km
Batterie94 kWh~90 kWh
DC-Laden max.330 kW400 kW
10–80 %22 min~18 min
AC-Laden Serie11 kW11 kW
Verbrauch14,9–18,8 kWh14,9–17,6 kWh
Kofferraum570–1.740 l~525–1.600 l
Frunk128 lJa (Größe TBC)
Anhängelast2.400 kg2.000 kg
Hinterachslenkung4,5° (Option)Ja (Option)
LuftfederungJa (Option)Nein
Hyperscreen39,1″ (Option)Panoramic iDrive
PlattformMB.EA (800V)Neue Klasse (800V)
ProduktionBremen, DEDebrecen, HU

Wo der GLC gewinnt

Zunächst die Stärken: Der Mercedes GLC EQ ist schneller (4,3 s vs 4,9 s), hat mehr Kofferraum (570 vs ~525 l), zieht schwerere Anhänger (2.400 vs 2.000 kg) und bietet optional die Airmatic-Luftfederung aus der S-Klasse — ein Komfort-Feature, das BMW für den iX3 nicht anbietet. Außerdem ist der GLC EQ 1.183 € günstiger als der iX3. Darüber hinaus produziert Mercedes den GLC EQ im Werk Bremen — also in Deutschland, was für manche Käufer ein Argument ist.

Wo der iX3 gewinnt

Andererseits kontert der BMW iX3 mit mehr Reichweite (806 vs 713 km), schnellerem DC-Laden (400 vs 330 kW), niedrigerem Verbrauch und dem revolutionären „Heart of Joy“-Fahrdynamiksystem, das die Fahrstabilität zehnmal schneller regelt als bisherige Systeme. Ebenso hat der iX3 den Vorteil, bereits seit Anfang 2026 ausgeliefert zu werden — der GLC EQ startet erst im Frühjahr.

Das Urteil

Wer maximale Effizienz und Reichweite sucht, greift zum BMW iX3. Wer hingegen Komfort, Anhängelast und das Mercedes-Ambiente bevorzugt, ist beim GLC EQ besser aufgehoben. Beide sind hervorragende Autos — das Premiumsegment hatte noch nie so starke Elektro-SUVs.


Firmenwagen-Rechnung: GLC EQ vs GLC Verbrenner

Für Firmenwagen-Fahrer ist der GLC EQ besonders attraktiv. Denn die 0,25-%-Regelung halbiert den geldwerten Vorteil gegenüber einem Verbrenner mit 0,5 % (PHEV) oder 1,0 % (Verbrenner). Deshalb rechnen wir durch:

GLC 400 EQ (BEV)GLC 300 4MATIC (Verbrenner)
Listenpreis (brutto)71.281 €59.661 €
Versteuerung0,25 %1,0 %
Geldwerter Vorteil/Monat178 €597 €
Steuerlast/Monat (42 % Satz)75 €251 €
Ersparnis/Monat176 € Mehrkosten
Ersparnis/Jahr2.112 €

Obwohl der GLC EQ fast 12.000 € teurer ist als der Verbrenner-GLC, spart der Firmenwagen-Fahrer mit dem E-Modell 2.112 € Steuern pro Jahr. Über einen 4-Jahres-Leasingzeitraum ergibt sich somit eine Steuerersparnis von 8.448 €. Zudem kommen deutlich niedrigere Energiekosten hinzu: Bei 20.000 km/Jahr kostet der Strom für den GLC EQ rund 960 € (Wallbox, 0,30 €/kWh), während der Verbrenner-GLC rund 2.800 € an Spritkosten verursacht (8 l/100 km, 1,75 €/l Diesel). Infolgedessen ist der GLC EQ als Firmenwagen trotz des höheren Listenpreises über 4 Jahre rund 15.000 € günstiger.


Was kommt nach dem GLC 400? Die weiteren Varianten

Mercedes hat bestätigt, dass vier weitere Antriebsvarianten des GLC EQ folgen werden. Damit wird das Modell auch für Käufer mit kleinerem Budget interessant:

VarianteAntriebLeistungReichweite (geschätzt)Preis (geschätzt)Verfügbar
GLC 400 4MATIC EQAWD489 PS673–713 kmab 67.717 €Jetzt
GLC 300+ EQRWD374 PS~600 km~60.000 €Ende 2026
GLC 250 EQ (TBC)RWD~270 PS~550 km~55.000 €2027
AMG GLC 53 EQAWD~550+ PS~600 km~85.000 €2026/2027
AMG GLC 63 EQAWD~650+ PS~550 km~100.000+ €2027

Besonders interessant ist der GLC 300+ EQ mit Hinterradantrieb: 374 PS, geschätzte 600 km Reichweite und ein Einstiegspreis um 60.000 €. Denn damit wird der GLC EQ auch für Kunden zugänglich, die bisher wegen des hohen Einstiegspreises gezögert haben. Gleichzeitig dürfte der Hecktriebler effizienter sein als der Allradler, weil die Schleppverluste des Frontmotors entfallen.


Die MB.EA-Plattform: Was sie besser macht als den alten EQC

Die neue MB.EA-Plattform ist das technologische Fundament für alle zukünftigen Mercedes-Elektroautos der Mittel- und Oberklasse. Im Vergleich zum alten EQC hat Mercedes nahezu alles verbessert:

FeatureAlter EQC (2019)Neuer GLC EQ (2026)
PlattformGLC-Verbrenner (umgebaut)MB.EA (native E-Plattform)
Architektur400 V800 V
DC-Laden max.110 kW330 kW
10–80 %~40 min22 min
Reichweite~400 kmbis 713 km
Verbrauch~23 kWh/100 km~15,8 kWh/100 km
Getriebe hinten1-Gang2-Gang
Motor-TypASMPSM
FrunkNein128 l
Anhängelast1.800 kg2.400 kg

Der Sprung ist beeindruckend: 78 % mehr Reichweite, dreifache Ladeleistung und 30 % weniger Verbrauch. Insbesondere das Zweigang-Getriebe an der Hinterachse ist ein cleveres Detail: Die kurze Übersetzung (11:1) sorgt für maximale Beschleunigung beim Anfahren, die lange Übersetzung (5:1) hingegen für effizientes Cruisen auf der Autobahn. Mercedes ist damit neben Porsche (Taycan) und ZF einer der wenigen Hersteller, die Mehrganggetriebe in E-Autos einsetzen.


Laden, Reichweite, Alltag: Wie alltagstauglich ist der GLC EQ?

Reichweite in der Praxis

Die WLTP-Angabe von 673–713 km ist der Laborwert. In der Praxis rechnen Experten mit folgenden Werten:

SzenarioGeschätzte Reichweite
Stadt (Sommer, Eco)~700 km
Landstraße (Mix)~550 km
Autobahn (130 km/h, Sommer)~450 km
Autobahn (130 km/h, Winter)~350 km
Autobahn (160 km/h, Sommer)~320 km

Selbst im Winter bei Autobahntempo bleibt eine Reichweite von rund 350 km — das ist mehr als genug für den Alltag. Und dank 330 kW Ladeleistung lassen sich 300 km Reichweite in nur 10 Minuten nachladen. Damit ist der GLC EQ auch langstreckentauglich.

Kofferraum und Frunk

Ebenso beeindruckend ist das Raumangebot: Mit 570 Litern Grundvolumen bietet der GLC EQ einen der größten Kofferräume in diesem Segment. Bei umgeklappter Rücksitzbank wächst das Volumen auf 1.740 Liter. Dazu kommt ein 128-Liter-Frunk unter der vorderen Haube — perfekt für Ladekabel, Regenjacke oder Einkaufstasche. Dementsprechend ist der GLC EQ auch für Familien mit Kinderwagen, Hund und Urlaubsgepäck alltagstauglich.

Anhängelast: 2.400 kg

Die 2.400 kg gebremste Anhängelast sind ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Der BMW iX3 schafft nur 2.000 kg, der Audi Q6 e-tron ebenfalls 2.400 kg. Wer regelmäßig einen Wohnwagen oder Pferdeanhänger zieht, hat mit dem GLC EQ eine der besten Optionen im Premiumsegment. Allerdings sinkt die Reichweite mit Anhänger auf geschätzte 250–300 km — ein DC-Schnellladestopp auf der Strecke ist also eingeplant.


Fazit: Der Mercedes GLC wird endlich das E-Auto, das er immer hätte sein sollen

Der alte EQC war ein Experiment. Der neue GLC EQ ist eine Ansage. Mit 713 km Reichweite, 330 kW Laden, 489 PS und einem Preis ab 67.717 € liefert Mercedes genau das E-Auto, auf das die Kunden seit Jahren warten: ein vollelektrisches Premium-SUV, das keine Kompromisse eingeht.

Natürlich hat der BMW iX3 bei Reichweite und Ladegeschwindigkeit die Nase leicht vorn. Dennoch kontert der GLC EQ mit dem komfortabelsten Fahrwerk (Airmatic + Hinterachslenkung), dem größten Kofferraum und der höchsten Anhängelast in diesem Segment. Für Firmenwagen-Fahrer ist der GLC EQ dank der 0,25-%-Versteuerung zudem ein finanzieller No-Brainer.

Eines steht fest: Das Premiumsegment der Elektro-SUVs ist 2026 so stark besetzt wie nie zuvor. Mercedes GLC EQ, BMW iX3 Neue Klasse, Audi Q6 e-tron und bald auch der Porsche Cayenne Electric kämpfen um die anspruchsvollsten Kunden der Welt. Der Gewinner ist der Kunde — denn so viel Auswahl, so viel Technologie und so viel Wettbewerb gab es im E-Auto-Premiumsegment noch nie.


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Letzte Aktualisierung: 14. März 2026 · Datenquellen: Mercedes-Benz Deutschland, ADAC, Auto Bild, InsideEVs, JESMB, Motorsport-Total

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