Am 1. April 2026 hat Elon Musk auf seiner Plattform X persönlich bestätigt, was sich seit Monaten abzeichnete: Die Produktion von Tesla Model S und Tesla Model X ist offiziell beendet. Individuelle Bestellungen sind nicht mehr möglich. Weltweit stehen nach Recherchen von EV-CPO nur noch rund 296 neue Model S und 301 neue Model X als Lagerfahrzeuge zum Verkauf – und davon fast alle in den USA. Das deutsche Model S- und Model X-Kapitel ist damit endgültig abgeschlossen. Die freien Kapazitäten im Werk Fremont werden künftig nicht etwa für ein neues E-Auto genutzt, sondern für die Fertigung des humanoiden Roboters Optimus.
In dieser Analyse erkläre ich, warum Tesla diesen radikalen Schritt geht, was er für die weltweite Elektroauto-Strategie des Unternehmens bedeutet – und welche sieben Alternativen für deutsche Käufer jetzt sinnvoll sind, die bisher ein Model S oder Model X ins Auge gefasst haben.

Was Elon Musk wörtlich gesagt hat
Die offizielle Bestätigung kam am 1. April 2026 über einen Post auf X. Musk schrieb: „Custom orders of the Tesla Model S and X have come to an end. All that is left are some in inventory. We will have an official ceremony to mark the ending of an era. I love those cars.“ Dazu veröffentlichte er ein 14 Jahre altes Foto von sich beim Produktionsstart des ersten Model S im Jahr 2012. Bereits Ende Januar 2026 hatte Musk während der Quartalsberichtskonferenz für das vierte Quartal 2025 das Produktionsende für Mitte 2026 angekündigt und es eine „ehrenvolle Verabschiedung“ genannt.
Im Klartext bedeutet das: Bei Tesla Deutschland sind Model S und Model X seit Anfang April 2026 nicht mehr konfigurierbar. Der entsprechende Bereich auf der deutschen Tesla-Website wurde geleert. Laut dem spezialisierten Portal EV-CPO existieren weltweit noch etwa 600 neue Exemplare als Lagerfahrzeuge, fast alle in den USA. Wer in Deutschland also noch ein Model S oder Model X neu kaufen möchte, hat praktisch keine Chance mehr. Bereits im Sommer 2025 waren die beiden Modelle vorübergehend nicht in Europa bestellbar gewesen, kehrten im Herbst jedoch kurz zurück – bevor sie jetzt endgültig verschwunden sind.

Warum Tesla das Model S und Model X wirklich einstellt
Die offizielle Begründung von Tesla lautet, dass die Fremont-Fertigungslinien für den Roboter Optimus umgerüstet werden. Das ist technisch korrekt, erklärt aber nicht die eigentliche strategische Entscheidung. Dahinter stehen drei handfeste Gründe.
Erstens sanken die Verkaufszahlen des Model S und Model X in den letzten Jahren massiv. Auf ihrem Höhepunkt 2017 wurden weltweit 101.312 Einheiten beider Modelle verkauft. 2025 lag die Zahl laut Tesla-Konzernbericht kombiniert bei nur noch 50.850 Fahrzeugen – einschließlich Cybertruck. Bei gesamten Auslieferungen von 1,69 Millionen Tesla-Fahrzeugen im Jahr 2025 entfielen 97 Prozent auf Model 3 und Model Y. Das heißt: Model S, Model X und Cybertruck zusammen machten nur drei Prozent des Absatzes aus. Im ersten Quartal 2026 stieg der Anteil wegen des angekündigten Produktionsendes noch einmal leicht auf 4,7 Prozent an.
Zweitens ist die Technik der Fahrzeuge veraltet. Während neue Mitbewerber wie BMW iX3, Mercedes EQS, Porsche Taycan, Lucid Air, Hyundai Ioniq 6 und Xpeng P7+ alle auf 800-Volt-Architektur setzen, bleibt das Model S bei 400 Volt. Die maximale Ladeleistung liegt bei 250 kW – ein Wert, den selbst ein BMW iX3 mit 400 kW Ladeleistung mühelos überbietet. Auch die Innenraumverarbeitung, das Assistenzsystem und die Software konnten in den letzten Jahren nicht mehr mit den europäischen Premium-Herstellern mithalten.
Drittens hat Tesla strategisch eine Neuausrichtung vollzogen. Laut Vizepräsident Lars Moravy bewegt sich das Unternehmen „weg vom Fahrzeugverkauf hin zu Transportation-as-a-Service“. Statt neuer Elektroautos plant Tesla massiv in zwei Projekte zu investieren: den Cybercab (ein zweisitziges autonomes Robotaxi ohne Lenkrad und Pedale für rund 30.000 US-Dollar) und Optimus (einen humanoiden Roboter, von dem Tesla eine Million Einheiten pro Jahr in Fremont produzieren will). Ein Nachfolger für das Model S oder Model X ist nicht geplant. Auch das angekündigte 25.000-Dollar-Einstiegsmodell wurde verworfen.

Analyse: Das technologische Problem des Model S
Aus technischer Sicht ist die Entscheidung nachvollziehbar. Das Model S wurde 2012 eingeführt und basiert noch immer weitgehend auf der ursprünglichen Plattform. Zwar gab es 2021 ein umfangreiches Facelift (Plaid-Version) und weitere kleinere Updates, aber die Grundarchitektur blieb unverändert. Das bedeutet: Das Model S fährt nach wie vor mit 400-Volt-Technik, während die gesamte Konkurrenz in den letzten drei Jahren auf 800-Volt umgestellt hat.
Der Unterschied ist in der Praxis erheblich. Eine 800-Volt-Architektur halbiert bei gleicher Ladeleistung den Strom, was geringere Verluste, kleinere Kabel und schnelleres Laden ermöglicht. Während ein Model S Plaid an seinem besten Supercharger maximal 250 kW lädt (circa 27 Minuten für 10–80 Prozent), schafft ein Xpeng P7+ an einer 400-kW-Säule dieselbe Ladung in zwölf Minuten. Bei einer Langstreckenfahrt von München nach Hamburg bedeutet das: Der Model-S-Fahrer verbringt mit Ladestopps insgesamt etwa eine Stunde mehr auf der Autobahn als der P7+-Fahrer.
Auch beim Innenraum-Ansatz konnte Tesla in den letzten Jahren nicht mehr mithalten. Der reduzierte Minimal-Ansatz mit einem einzigen Touchscreen, Yoke-Lenkrad und fehlenden physischen Tasten wurde 2021 als revolutionär gefeiert, gilt aber inzwischen als unpraktisch. Mercedes mit dem MBUX Hyperscreen, BMW mit dem Panoramic iDrive und Porsche mit dem Taycan-Cockpit zeigen, dass Premium-Käufer Haptik, Qualität und physische Bedienelemente erwarten.

Der historische Kontext: Was Model S und Model X für die Elektromobilität bedeutet haben
Es lohnt sich, kurz innezuhalten und zu würdigen, was diese beiden Fahrzeuge für die gesamte Elektromobilität geleistet haben. Als das Model S im Juni 2012 auf den Markt kam, war die Idee eines Langstrecken-Elektroautos eine Randerscheinung. Der Nissan Leaf schaffte damals knapp 160 Kilometer Reichweite, der BMW i3 war noch nicht erhältlich, und VW verkaufte noch keine reinen Elektroautos. Das Model S änderte alles. Mit einer Reichweite von über 400 Kilometern, einer Beschleunigung von 5,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und einem minimalistischen, technisch überlegenen Innenraum bewies Tesla, dass Elektroautos nicht nur umweltfreundliche Kompromisse sein mussten.
Das Model X folgte 2015 mit seinen ikonischen Falcon-Wing-Türen und etablierte das elektrische Oberklasse-SUV als eigene Fahrzeugkategorie. Beide Modelle öffneten die Tür für die Elektrifizierung, die heute BMW mit der Neuen Klasse, Mercedes mit der EQ-Familie und Porsche mit dem Taycan vorantreiben. Ohne den Erfolg von Model S und Model X wäre die Elektromobilität vermutlich noch immer eine Nische für Öko-Enthusiasten.
Die Zahlen belegen diese Bedeutung. Über den gesamten Produktionszeitraum hinweg haben Model S und Model X zusammen mehr als 610.000 Fahrzeuge ausgeliefert. 2015 und 2016 war das Model S das weltweit meistverkaufte Elektroauto überhaupt. In Deutschland haben beide Modelle zwar nie zu den absoluten Bestsellern gehört, aber sie haben die Wahrnehmung der Elektromobilität als Premium-taugliche Technologie geprägt.

Die sieben besten Alternativen für deutsche Käufer
Wer bis vor Kurzem ein Model S oder Model X kaufen wollte, hat jetzt keine direkte Wahl mehr. Hier sind die sieben besten Alternativen im Segment, geordnet nach Preis und Positionierung.
| # | Modell | Reichweite | Ladeleistung | Leistung | Preis ab |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Xpeng P7+ Long Range | 530 km | 446 kW | 313 PS | 49.600 € |
| 2 | BMW i5 eDrive40 | 582 km | 205 kW | 340 PS | 70.200 € |
| 3 | Mercedes EQS 450+ | 785 km | 200 kW | 360 PS | 108.990 € |
| 4 | Porsche Taycan 4S | 503 km | 320 kW | 435 PS | 107.600 € |
| 5 | Audi e-tron GT | 509 km | 270 kW | 530 PS | 104.500 € |
| 6 | Lucid Air Pure | 677 km | 300 kW | 430 PS | 95.500 € |
| 7 | BMW i7 xDrive60 | 614 km | 195 kW | 544 PS | 136.300 € |
Für preisbewusste Käufer ist der Xpeng P7+ die klare Empfehlung. Er ist die einzige wirkliche Alternative unter 60.000 Euro, die sich an ehemalige Model S-Käufer richtet. Die 446 kW Ladeleistung und die Produktion bei Magna Steyr in Graz machen ihn zum Preis-Leistungs-Sieger des Segments.
Für Käufer, die deutsche Premium-Qualität bevorzugen, ist der BMW i5 die stärkste Wahl. Die Limousine bietet mit 582 km Reichweite, hervorragendem Fahrwerk und bewährter BMW-Verarbeitung ein solides Premium-Gesamtpaket. Allerdings ist die Ladeleistung mit 205 kW im Vergleich zum P7+ bescheiden.
Wer den Komfort und die Innenraumqualität des Model S vermisst, findet im Mercedes EQS den nächsten natürlichen Nachfolger. Mit 785 km WLTP-Reichweite ist der EQS die Reichweiten-Königin. Der Einstiegspreis von 108.990 Euro ist allerdings deutlich höher als der frühere Model S-Preis in Deutschland.
Für sportlich orientierte Käufer sind Porsche Taycan und Audi e-tron GT die Alternativen zum Model S Plaid. Beide Fahrzeuge bieten 800-Volt-Technik, schnelles Laden und Fahrleistungen auf höchstem Niveau. Der Taycan punktet beim Handling, der e-tron GT beim Gesamtpreis.
Der Lucid Air ist für US-Enthusiasten der direkte Model S-Nachfolger. Mit bis zu 677 km Reichweite und 300 kW Ladeleistung liegt der Lucid technisch auf Augenhöhe mit den deutschen Premium-Marken. Allerdings ist das Händlernetz in Deutschland noch sehr dünn, und Lucid importiert die Fahrzeuge derzeit direkt aus den USA.
Für das absolute Oberklasse-Segment bleibt der BMW i7 als Ersatz für Käufer, die bisher das Model S Plaid oder Model X mit höchster Ausstattung bestellten. Mit 544 PS, 614 km WLTP und Massagesitzen im Fond bedient der i7 jeden Komfortwunsch – zu einem Premium-Preis ab 136.300 Euro.

Was passiert mit bestehenden Model S- und Model X-Besitzern?
Tesla hat offiziell zugesagt, dass bestehende Model S- und Model X-Besitzer weiterhin vollen technischen Support erhalten werden. Das betrifft Software-Updates, Garantieleistungen, den Zugang zum Supercharger-Netzwerk und die Ersatzteilversorgung. In den USA hat Tesla entsprechende Zusagen bereits schriftlich an Kunden kommuniziert. Für deutsche Kunden gilt die Garantieverpflichtung nach EU-Recht ohnehin unabhängig von Produktionsentscheidungen des Herstellers.
Ein interessanter Nebeneffekt des Produktionsendes ist die Entwicklung der Gebrauchtwagenpreise. Marktbeobachter erwarten kurzfristig einen Preisrutsch, weil viele Model S- und Model X-Besitzer ihre Fahrzeuge jetzt verkaufen, um auf neuere 800-Volt-Modelle umzusteigen. Langfristig könnten besonders die Model S Plaid-Versionen allerdings zu begehrten Sammlerstücken werden. Diese Entwicklung ist vergleichbar mit dem früheren Honda NSX oder dem ersten BMW i3, die nach ihrem Produktionsende zunächst an Wert verloren und später als Klassiker wieder begehrt wurden.
Wer als Gebrauchtwagenkäufer jetzt ein Model S oder Model X ins Auge fasst, sollte auf drei Punkte besonders achten. Erstens den Zustand der Batterie (SOH): Die Batterie ist das teuerste Bauteil und sollte unabhängig geprüft werden. Zweitens die verbleibende Restgarantie auf die Batterie (acht Jahre ab Erstzulassung). Drittens die Verfügbarkeit von Ersatzteilen für spezifische Komponenten, die nur im Model S oder Model X verbaut wurden – etwa die Falcon Wing-Türen beim Model X.

Was das Produktionsende für Teslas Zukunft bedeutet
Aus strategischer Sicht ist die Entscheidung riskant. Tesla verzichtet bewusst auf ein Segment, das die Marke überhaupt erst groß gemacht hat. Das Model S war 2015 und 2016 das weltweit meistverkaufte Elektroauto, mit über 50.000 Einheiten allein im Jahr 2015. Zusammen haben Model S und Model X über 610.000 Auslieferungen erreicht und damit die gesamte Elektromobilität massentauglich gemacht.
Jetzt gibt Tesla dieses Segment auf, um sich voll auf Cybercab und Optimus zu konzentrieren. Das bedeutet: Tesla wird in den kommenden Jahren nur noch Model 3, Model Y und Cybertruck als klassische Autos anbieten. Der angekündigte, günstigere Model 2 oder Model Q wurde verworfen. Fachmedien wie Electrek und TechCrunch kritisieren diesen Schritt als „automobilen Selbstmord“, weil Tesla damit freiwillig Marktanteile an BMW, Mercedes, Porsche und aufstrebende chinesische Hersteller wie Xpeng, BYD und NIO abgibt.
Gleichzeitig verliert Tesla Marktführerschaft. Bereits 2025 hat BYD Tesla beim weltweiten Absatz reiner Elektroautos überholt. Die Chinesen lieferten 2,26 Millionen BEVs aus, Tesla nur 1,63 Millionen. Wenn Tesla nun auch noch auf Premium-Segmente verzichtet, wird der Abstand in den kommenden Jahren weiter wachsen.
Weiterlesen auf AutoColumn:
- Xpeng P7+ 2026: 12 Min Laden, ab 46.600 € – Kaufberatung
- Tesla Model Y 2026 Juniper: Ab 39.990 €, 600 km – Kaufberatung
- BMW iX3 Neue Klasse 2026: Alle Daten, Preise und Bewertung
- BMW i3 Neue Klasse 2026: 900 km Reichweite, Preis und Daten
- Mercedes GLC EQ 2026: 713 km, 330 kW, ab 67.717 € – Kaufberatung
- Porsche Cayenne Electric 2026: 1.156 PS, alle Daten
- Xiaomi YU7: Tesla-Killer aus China? Alle Daten
- Chinesische Elektroautos in Deutschland 2026: Übersicht
- BYD Sealion 7 2026 Test: Preis, Reichweite, Laden
- E-Auto Förderung 2026: Bis zu 6.000 € Prämie
Letzte Aktualisierung: 9. April 2026 · Datenquellen: Tesla, Electrek, InsideEVs, TechCrunch, EV-CPO, Auto-Motor-Sport
Nein. Individuelle Bestellungen sind seit Anfang April 2026 nicht mehr möglich. Die deutsche Tesla-Website zeigt keine Konfigurationsoption mehr für Model S oder Model X an. Weltweit stehen nach aktuellen Daten nur noch rund 600 Lagerfahrzeuge zur Verfügung, fast alle in den USA. Für deutsche Käufer ist der Neuwagenkauf praktisch ausgeschlossen.
Für preisbewusste Käufer ist der Xpeng P7+ ab 46.600 Euro die stärkste Alternative. Er bietet als einziges Fahrzeug unter 60.000 Euro 800-Volt-Technik und eine Ladeleistung von 446 kW. Wer deutsche Premium-Qualität bevorzugt, findet im BMW i5 oder Mercedes EQS die nächsten natürlichen Nachfolger – allerdings zu deutlich höheren Preisen.
Nein, ein direkter Nachfolger ist nicht geplant. Tesla konzentriert sich stattdessen auf den Cybercab (ein autonomes Robotaxi ohne Lenkrad und Pedale) und den humanoiden Roboter Optimus. Auch das früher angekündigte 25.000-Dollar-Einstiegsmodell wurde verworfen. Der geplante Tesla Roadster der zweiten Generation bleibt zwar in Entwicklung, ist aber kein Ersatz für Model S und Model X.
Der Hauptgrund ist strategisch: Tesla möchte die freien Kapazitäten im Werk Fremont für die Fertigung des humanoiden Roboters Optimus nutzen. Daneben sind die Verkaufszahlen von Model S und Model X in den letzten Jahren stark gesunken. Zusammen machten beide Modelle 2025 weniger als drei Prozent des Tesla-Absatzes aus. Außerdem ist die 400-Volt-Technik der Fahrzeuge gegenüber der 800-Volt-Konkurrenz von BMW, Mercedes und Porsche nicht mehr konkurrenzfähig.
