VW ID. Cross 2026: Das bezahlbare Elektro-SUV, das VW retten soll – ab 28.000 Euro, 450 km Reichweite, erste Testfahrt

VW braucht dringend einen Erfolg im Einstiegssegment. Der ID. Cross soll ihn liefern: ein kompaktes Elektro-SUV auf MEB+-Basis, ab circa 28.000 Euro, mit bis zu 450 km Reichweite und echten Tasten im Cockpit. Die erste Testfahrt im Prototyp bestätigt, was VW verspricht: Das Fahrwerk ist komfortabel, die Lenkung präzise, und die Bedienung endlich wieder intuitiv. Marktstart: Herbst 2026.

In dieser Kaufberatung analysiere ich die drei Antriebsvarianten, vergleiche den ID. Cross mit Skoda Epiq, Kia EV3 und Peugeot E-2008 – und erkläre, warum der 37-kWh-LFP-Akku für Stadtfahrer die klügere Wahl ist.


Was den ID. Cross vom ID. Polo unterscheidet

Der VW ID. Cross und der VW ID. Polo teilen sich die MEB+-Plattform, den gleichen Radstand (2.601 mm) und werden im gleichen Werk Martorell in Spanien gebaut. Trotzdem sind es grundlegend unterschiedliche Autos. Der ID. Polo ist ein klassisches Schrägheck (4,05 m lang), der ID. Cross ein erhöhtes City-SUV (4,15 m lang, 1,58 m hoch). Der ID. Cross bietet 475 Liter Kofferraum gegenüber geschätzten 385 Litern beim ID. Polo, dazu eine erhöhte Sitzposition, ausgeprägtere Radläufe und eine optionale Dachreling mit 75 kg Traglast – genug für ein Dachzelt.

Preislich trennen beide Modelle nur rund 3.000 Euro: Der ID. Polo startet bei circa 25.000 Euro, der ID. Cross bei circa 28.000 Euro. Für Käufer, die etwas mehr Platz und Übersicht im Stadtverkehr wünschen, ist der Aufpreis zum ID. Cross deshalb gut investiert.

Drei Antriebe: Von 116 bis 211 PS

Alle Varianten nutzen den neuen APP290-Frontmotor – eine achsparallel angeordnete E-Maschine mit bis zu 290 Nm Drehmoment. Drei Leistungsstufen stehen zur Wahl.

VarianteLeistungBatterieReichweite WLTPDC-Laden max.Preis (geschätzt)
ID. Cross Basis85 kW (116 PS)37 kWh LFP~300 km90 kW~28.000 €
ID. Cross Mid99 kW (135 PS)37 kWh LFP~310 km90 kW~30.000 €
ID. Cross Top155 kW (211 PS)52 kWh NMC~450 km130 kW~33.000 €

Die Basisversionen mit LFP-Akku sind ideal für Stadtfahrer und Pendler mit unter 250 km täglicher Reichweiteanforderung. LFP-Zellen vertragen tägliches Laden auf 100 Prozent ohne nennenswerte Degradation – ein praktischer Vorteil gegenüber NMC. Die Top-Variante mit 52-kWh-NMC-Akku richtet sich hingegen an Fahrer, die auch regelmäßig Langstrecke fahren und 450 km Reichweite benötigen.

Analyse: MEB+ Frontantrieb – warum VW umdenkt

Der ID. Cross markiert eine technische Kehrtwende im VW-Konzern. Alle bisherigen MEB-Modelle (ID.3, ID.4, ID.5, ID.7, ID. Buzz) setzen auf Heck- oder Allradantrieb. Der MEB+ führt erstmals Frontantrieb ein – und das aus guten Gründen.

Erstens spart Frontantrieb Kosten, weil kein separater Hinterachsantrieb benötigt wird. Zweitens verbessert Frontantrieb die Traktion bei niedrigen Geschwindigkeiten und auf nassem Untergrund – relevant für ein City-SUV, das primär in der Stadt gefahren wird. Drittens ermöglicht der wegfallende Heckmotor mehr Kofferraumvolumen. VW nutzt diesen Vorteil, um dem ID. Cross 475 Liter statt der üblichen 350 bis 400 Liter in dieser Klasse zu geben.

Der Nachteil: Frontantrieb kann bei sportlicher Fahrweise zu Torque Steer führen – also Lenkeinflüssen durch die Antriebskraft. Allerdings berichten Tester übereinstimmend, dass der ID. Cross sich neutral und gutmütig fährt, ohne spürbares Zerren in der Lenkung. VW hat die Aufhängungsgeometrie der Vorderachse offenbar gezielt darauf abgestimmt.

Erste Testfahrt: Endlich wieder echte VW-Qualität

Die Prototypen-Fahrberichte vom ADAC, Autozeitung und InsideEVs zeichnen ein durchweg positives Bild. Drei Punkte heben alle Tester besonders hervor.

Erstens kehren physische Tasten zurück: Separate Fensterheber, klassische Klimatasten und ein klar strukturiertes Lenkrad ersetzen die berüchtigten Touch-Slider der ersten ID-Generation. Für alle, die an den ID.3 oder ID.4 wegen der Bedienung gezweifelt haben, ist das keine Kleinigkeit – es ist die eigentliche Nachricht.

Zweitens beeindruckt das Fahrwerk. Neue, größer dimensionierte Dämpfer an der Vorderachse und überarbeitete Gummilager an der Verbundlenker-Hinterachse sorgen für einen Komfort, der über dem Klassenstandard liegt. Querfugen sind spürbar, stören aber nicht. Für ein Fahrzeug mit kurzem Radstand ist das beachtlich.

Drittens stimmt der Verbrauch: Erste Testfahrten deuten auf 15 bis 18 kWh pro 100 km hin – ein effizienter Wert, der reale Reichweiten von 300 bis 380 km (LFP) beziehungsweise 350 bis 420 km (NMC) ermöglicht.

Ausstattung und Konnektivität

Das Infotainmentsystem besteht aus einem 11-Zoll-Fahrerdisplay und einem 13-Zoll-Touchscreen, die auf einer gemeinsamen Sichtachse angeordnet sind. VW führt im ID. Cross erstmals den „Connected Travel Assist“ ein – ein Fahrassistenzsystem, das Schwarmdaten nutzt und erstmals auf Ampelsignale reagieren kann. Erkennt das System eine rote Ampel, bremst das Fahrzeug im Rahmen der Funktionsgrenzen selbstständig bis zum Stillstand.

One-Pedal-Driving ist serienmäßig verfügbar – ein Feature, das bei früheren ID-Modellen schmerzlich fehlte. Vehicle-to-Load (V2L) ermöglicht das Laden externer Geräte mit bis zu 3,6 kW. Optional gibt es ein Panoramadach (740 x 905 mm), elektrisch verstellbare Vordersitze mit Massagefunktion und eine Anhängerkupplung für bis zu 1.200 kg.

Schwächen: Was man ehrlich sagen muss

Erstens: Die DC-Ladeleistung von maximal 130 kW (NMC) beziehungsweise 90 kW (LFP) ist für 2026 unterdurchschnittlich. Zum Vergleich: Der Kia EV3 lädt mit bis zu 128 kW, der Leapmotor B10 mit 150 kW. Auf Langstrecken bedeutet das 25 bis 30 Minuten Ladezeit von 10 auf 80 Prozent – kein Dealbreaker, aber auch kein Pluspunkt.

Zweitens fehlt eine Allradoption. Für Käufer in Bergregionen oder mit Winterreifen-Anspruch ist das ein Nachteil gegenüber dem Suzuki e-Vitara (Allrad ab 39.490 Euro).

Drittens sind die Preise noch nicht final bestätigt. Die genannten 28.000 Euro Einstiegspreis basieren auf VW-Aussagen, könnten sich bis zum Marktstart aber noch ändern. Und viertens: Die Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h ist für deutsche Autobahnen am unteren Limit.

Vergleich: ID. Cross vs. Kompakt-SUV-Konkurrenz

MerkmalVW ID. Cross TopSkoda EpiqKia EV3 LRPeugeot E-2008
Leistung155 kW (211 PS)~155 kW (211 PS)150 kW (204 PS)115 kW (156 PS)
Reichweite WLTP~450 km~430 km600 km406 km
DC-Laden max.130 kW~130 kW128 kW100 kW
Kofferraum475 L + 22 L Frunk~370 L460 L434 L
Preis (geschätzt)~33.000 €~25.000 €35.990 €~37.000 €
PlattformMEB+ (400V)MEB+ (400V)E-GMP (400V)eCMP (400V)

Der ID. Cross bietet mehr Kofferraum als der Skoda Epiq und den Peugeot E-2008, liegt preislich aber zwischen Epiq und Kia EV3. Wer maximale Reichweite sucht, kommt am Kia EV3 mit 600 km nicht vorbei – allerdings kostet der auch 3.000 Euro mehr. Der Skoda Epiq ist die günstigste Option, aber kleiner und mit weniger Stauraum.

Firmenwagen und Förderung

Mit einem geschätzten Listenpreis von 28.000 bis 33.000 Euro liegt der ID. Cross deutlich unter der 70.000-Euro-Schwelle für die günstigste Firmenwagenversteuerung. Der geldwerte Vorteil beträgt damit nur 70 bis 83 Euro monatlich – ein Bruchteil dessen, was ein Verbrenner-T-Cross kostet. Dazu kommt die E-Auto-Förderung 2026 von bis zu 6.000 Euro für Privatkunden. Im besten Fall sinkt der Effektivpreis der Basisversion auf unter 22.000 Euro – das wäre das günstigste VW-Neufahrzeug seit dem Up!.

Unsere Empfehlung: Für wen ist der ID. Cross?

Der VW ID. Cross ist das Auto für alle, die ein kompaktes, alltagstaugliches Elektro-SUV wollen, ohne mehr als 30.000 Euro auszugeben. Die LFP-Basisversion für circa 28.000 Euro ist die beste Wahl für Stadtfahrer und kurze Pendlerstrecken. Die 52-kWh-NMC-Version (circa 33.000 Euro) empfehlen wir für Fahrer, die regelmäßig Langstrecke fahren oder keine Wallbox haben – denn 450 km Reichweite reduzieren die Abhängigkeit von öffentlichen Ladesäulen erheblich.

Wer noch weniger ausgeben will, sollte auf den Skoda Epiq warten (ab circa 25.000 Euro). Wer hingegen maximale Reichweite priorisiert, greift besser zum Kia EV3 (600 km WLTP, ab 35.990 Euro).

FAQ: Die wichtigsten Fragen zum VW ID. Cross

Was kostet der VW ID. Cross? Der Einstiegspreis liegt laut VW bei circa 28.000 Euro. Besser ausgestattete Varianten mit 52-kWh-Akku und 211 PS dürften bei rund 33.000 Euro liegen. Finale Preise werden bei der offiziellen Enthüllung im Sommer 2026 bestätigt.

Wann kommt der VW ID. Cross zum Händler? Die offizielle Weltpremiere ist für Sommer 2026 geplant, der Marktstart und erste Auslieferungen für Herbst 2026. Der Konfigurator dürfte im Sommer freigeschaltet werden.

Gibt es den ID. Cross mit Allrad? Nein. Der ID. Cross ist ausschließlich als Fronttriebler erhältlich. Wer Allrad braucht, muss zum Suzuki e-Vitara (ab 39.490 Euro) oder zum VW ID.4 (ab circa 42.000 Euro) greifen.

Technik und Alltag

Wie groß ist der Kofferraum? 475 Liter hinter der Rücksitzbank plus 22 Liter im Frunk. Damit übertrifft der ID. Cross den Verbrenner-T-Cross (455 Liter) und den Skoda Epiq (circa 370 Liter). Die Anhängelast beträgt bis zu 1.200 kg (gebremst, 8 Prozent Steigung) mit dem großen Akku.

Hat der ID. Cross echte Tasten? Ja – endlich. VW kehrt zu separaten Fensterheberknöpfen, klassischen Klimatasten und einem intuitiv bedienbaren Lenkrad zurück. Die unpraktischen Touch-Slider der ersten ID-Generation sind Geschichte.


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Letzte Aktualisierung: 4. April 2026 · Datenquellen: Volkswagen, ADAC, Autozeitung, InsideEVs, Auto Bild, Carwow

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