
BMW erweitert seine legendäre GS-Familie um ein komplett neues Mittelklasse-Modell: die BMW F 450 GS. Mit 48 PS, nur 178 Kilogramm Gewicht und einem Einstiegspreis ab 7.220 Euro richtet sich die kleine Enduro gezielt an Fahranfänger mit A2-Führerschein, Wiedereinsteiger und alle, die eine leichte, vielseitige Reiseenduro suchen. Ab April 2026 steht sie bei den BMW-Händlern in Deutschland.
Damit schließt BMW eine Lücke, die seit dem Auslaufen der G 310 GS Ende 2025 offenstand. Allerdings ist die F 450 GS kein einfaches Facelift, sondern eine komplett neue Plattform — mit neuem Motor, neuem Rahmen und einer ganzen Reihe technischer Innovationen, die man in dieser Preisklasse bisher nicht kannte.
In diesem Artikel analysieren wir alle Fakten zur BMW F 450 GS: technische Daten, Ausstattungsvarianten, Preise, Stärken, Schwächen und wie sie sich gegen die direkte Konkurrenz von Kawasaki, CFMoto und Aprilia schlägt.
Das Wichtigste in Kürze
Für alle, die es eilig haben, hier die Kerndaten der BMW F 450 GS auf einen Blick:
- Motor: Neuer Reihenzweizylinder, 420 cm³, wassergekühlte, 135° Hubzapfenversatz
- Leistung: 48 PS (35 kW) bei 8.750 U/min — A2-konform
- Drehmoment: 43 Nm bei 6.750 U/min
- Gewicht: 178 kg fahrfertig (vollgetankt)
- Höchstgeschwindigkeit: 165 km/h
- Verbrauch: 3,8 l/100 km (WMTC)
- Tank: 14 Liter → ca. 350 km Reichweite
- Preis: ab 7.220 € (Basis) bis 7.990 € (Trophy)
- Marktstart Deutschland: April 2026
- Besonderheit: Optionale Easy Ride Clutch (automatische Fliehkraftkupplung)
Der Motor: Komplett neu entwickelt

Das Herzstück der F 450 GS ist ein völlig neuer wassergekühlter Reihenzweizylinder. Trotz der Modellbezeichnung „450″ hat der Motor genau genommen nur 420 cm³ Hubraum — mit 72 mm Bohrung und 51,6 mm Hub. BMW nutzt DOHC-Ventilsteuerung mit vier Ventilen pro Zylinder, Benzineinspritzung und einen elektronischen Gasgriff. Die Abgasnorm Euro 5+ wird serienmäßig erfüllt.
Was diesen Motor von der Konkurrenz abhebt, ist der Hubzapfenversatz von 135 Grad. Das ist bisher einzigartig bei einem Reihenzweizylinder für Motorräder. Dadurch entstehen ungleichmäßige Zündabstände von abwechselnd 225 und 495 Grad. Das Ergebnis ist ein eigenwilliger, kerniger Klang und ein Drehmoment-Charakter, der sich deutlich von den üblichen 270-Grad- oder 180-Grad-Kurbelwellen unterscheidet. BMW verspricht damit einen besonders lebendigen Motorcharakter.
Die Leistungsdaten sind klar auf die A2-Klasse zugeschnitten: volle 48 PS bei 8.750 U/min, das Maximum dessen, was der A2-Führerschein erlaubt. Das Drehmoment von 43 Nm liegt bereits bei 6.750 U/min an. In Kombination mit dem niedrigen Gewicht ergibt sich ein Leistungsgewicht von 3,7 kg/PS — das ist im A2-Segment ein starker Wert.
Bemerkenswert ist der niedrige Verbrauch: BMW gibt 3,8 Liter pro 100 km nach WMTC-Norm an. Mit dem 14-Liter-Tank errechnet sich eine theoretische Reichweite von über 350 Kilometern. Für eine Reiseenduro in dieser Klasse ist das ein hervorragender Wert, der auch längere Tagestouren ohne Tankstopp-Stress ermöglicht.
Geschaltet wird über ein klassisches 6-Gang-Getriebe. Optional bietet BMW den Schaltassistenten Pro (Quickshifter) an, der kupplungsfreies Hoch- und Herunterschalten ermöglicht. Ein echtes Premium-Feature, das in dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich ist.
Easy Ride Clutch: BMWs heimliche Revolution
Die optionale Easy Ride Clutch (ERC) ist möglicherweise die spannendste Innovation der F 450 GS. Dabei handelt es sich um eine weiterentwickelte Fliehkraftkupplung vom japanischen Zulieferer F.C.C. Sie funktioniert drehzahlabhängig: Beim Anfahren kuppelt sie automatisch ein, bei Leerlaufdrehzahl kuppelt sie wieder aus.
In der Praxis bedeutet das: Der Kupplungshebel ist zwar noch vorhanden, wird aber nur noch selten gebraucht. Anfahren, Ampelstopps und langsames Rangieren im Stop-and-Go funktionieren nahezu automatisch. In Kombination mit dem Quickshifter wird der Griff zum Kupplungshebel im Alltag fast überflüssig.
Das ist vor allem für Fahranfänger ein enormer Vorteil. Die Vorgängerin G 310 GS war dafür berüchtigt, beim Anfahren leicht abzuwürgen. Erfahrene Geländefahrer sollten allerdings bedenken, dass die Fliehkraftkupplung im anspruchsvollen Offroad-Einsatz die feinfühlige Dosierung über den Kupplungshebel teilweise einschränkt. Für den Alltagsgebrauch und leichtes Gelände ist die ERC jedoch ein cleveres System.
Fahrwerk und Chassis
Die F 450 GS steht auf einem komplett neu konstruierten Gitterrohr-Stahlrahmen, der den Motor als mittragendes Element integriert. Das Chassis ist auf Wendigkeit ausgelegt: 1.465 mm Radstand, 28,1 Grad Lenkkopfwinkel und 115 mm Nachlauf sprechen eine klare Sprache. Zusammen mit den 178 kg Fahrgewicht entsteht ein Motorrad, das sich leichtfüßig und agil anfühlen soll — sowohl auf Asphalt als auch auf Schotterpisten.
Das Fahrwerk stammt vom japanischen Hersteller KYB. Vorne arbeitet eine Upside-Down-Gabel mit 43 mm Standrohrdurchmesser und 180 mm Federweg. Hinten kommt eine Aluminium-Hohlguss-Zweiarmschwinge mit KYB-Zentralfederbein zum Einsatz. BMW hat hier ein aus dem Geländesport stammendes System namens WAD (wegabhängige Dämpfung) integriert. Die Federvorspannung und Zugstufendämpfung sind einstellbar.
In den höheren Ausstattungsvarianten Sport und GS Trophy gibt es ein Sportfahrwerk mit zusätzlich verstellbarer Druckstufe serienmäßig — ein klares Plus für ambitionierte Fahrer.
Bei den Bremsen setzt BMW auf bewährte Brembo-Technik: vorne eine Vierkolben-Festsattelanlage mit 310-mm-Scheibe, hinten eine 240-mm-Scheibe mit Einkolben-Zange. Das ist für die A2-Klasse eine beeindruckende Bestückung, die man sonst eher bei deutlich teureren Maschinen findet.
Elektronik: Premium-Paket für die A2-Klasse
Die Elektronikausstattung der F 450 GS ist für ihre Preisklasse außergewöhnlich umfangreich. Serienmäßig an Bord sind:
- ABS Pro (schräglagenabhängig)
- Dynamic Brake Control (DBC) — verhindert unbeabsichtigtes Gasgeben bei voller Bremsung
- Dynamic Traction Control (DTC) — Traktionskontrolle
- Motorschleppmomentregelung (MSR) — verhindert Hinterrad-Stempeln beim Herunterschalten
- Dynamisches Bremslicht
- Drei Fahrmodi: Rain, Road, Enduro
- TFT-Display mit Smartphone-Konnektivität
Ab der Variante Exclusive kommt der Fahrmodus Enduro Pro hinzu. Dieser ist speziell für grobstollige Reifen konzipiert und erlaubt das Deaktivieren des ABS am Hinterrad. Für den Geländeeinsatz ist das fast unverzichtbar.
Schräglagenabhängiges ABS ist ein Feature, das selbst manche Motorräder der Oberklasse nicht bieten. Dass BMW es in einem Motorrad ab 7.220 Euro serienmäßig verbaut, setzt einen neuen Maßstab im A2-Segment.
Vier Varianten: Von Basis bis Trophy
BMW bietet die F 450 GS in vier Ausstattungsvarianten an:
| Variante | Preis (DE) | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Basis | 7.220 € | Vollausstattung mit ABS Pro, DTC, 3 Fahrmodi, TFT, LED |
| Exclusive | ca. 7.500 € | + Enduro Pro Modus, erweiterte Elektronik |
| Sport | ca. 7.700 € | + Sportfahrwerk (Druck-/Zugstufe einstellbar), sportliche Optik |
| Trophy | 7.990 € | + Weiß-blau-rote Lackierung im R 1300 GS Stil, Sportfahrwerk |
Optionale Extras (Aufpreis):
- Easy Ride Clutch (ERC): Preis noch nicht bestätigt
- Schaltassistent Pro (Quickshifter): Preis noch nicht bestätigt
- Kreuzspeichenräder: ca. 1.000 € Aufpreis (für Offroad-Bereifung)
- Akrapovič-Endschalldämpfer: als Original-Zubehör erhältlich
Wichtig für Offroad-Fans: Die Basisversion kommt mit Aluminium-Gussrädern (100/90-19 vorne, 130/80-17 hinten) und Schlauchlosreifen. Wer grobstollige Offroad-Reifen aufziehen will, braucht die optionalen Kreuzspeichenräder. Mit dem Aufpreis von rund 1.000 Euro landet man dann aber bereits bei über 8.200 Euro für eine vollwertig geländetaugliche Konfiguration.
Hergestellt in Indien — ein Problem?

BMW lässt die F 450 GS vom Partner TVS Motor Company im indischen Hosur fertigen. Das ist keine Neuheit: Von 2015 bis 2025 liefen dort bereits die G 310-Modelle vom Band. Die Zusammenarbeit ist also erprobt.
Für BMW ist die Produktion in Indien der Schlüssel zu dem aggressiven Einstiegspreis von 7.220 Euro. Bei einer Fertigung in Deutschland oder Europa wäre dieser Preis nicht realisierbar. TVS ist kein kleiner Zulieferer, sondern der drittgrößte Motorradhersteller Indiens mit über 60 Jahren Erfahrung.
Trotzdem schwingt bei manchen Käufern eine gewisse Skepsis mit. Die G 310 GS hatte in den ersten Produktionsjahren durchaus Qualitätsprobleme — von Vibrationen über elektronische Fehler bis zu dem berüchtigten Abwürge-Problem beim Anfahren. BMW hat betont, dass die Qualitätskontrolle für die F 450 GS verschärft wurde und der neue Motor von Grund auf robuster konstruiert ist. Wie sich das in der Praxis zeigt, werden erst die ersten unabhängigen Langzeittests ab Sommer 2026 zeigen.
Stärken und Schwächen im Überblick
Was die BMW F 450 GS gut macht:
Die Liste der Stärken ist lang. Der neue Zweizylinder mit seinem ungewöhnlichen 135-Grad-Hubzapfenversatz verspricht einen einzigartigen Charakter, den kein Konkurrent bieten kann. Das Elektronikpaket mit schräglagenabhängigem ABS, Traktionskontrolle und Motorschleppmomentregelung setzt in der A2-Klasse neue Maßstäbe. Die Easy Ride Clutch ist eine echte Innovation für Einsteiger. Das niedrige Gewicht von 178 kg macht die GS agil und handlich. Und die Reichweite von über 350 km ist für Tourenfahrer ein gewichtiges Argument.
Hinzu kommt der Markenwert: Wer eine BMW GS fährt, gehört zu einer riesigen Community. Das Zubehörangebot — sowohl von BMW selbst als auch von Drittanbietern wie Touratech, Wunderlich oder SW-Motech — wird bei der F 450 GS erfahrungsgemäß sehr schnell sehr umfangreich ausfallen. Ersatzteilversorgung und Händlernetz sind bei BMW in Deutschland exzellent.
Wo die BMW F 450 GS Schwächen hat:
Der Hubraum von nur 420 cm³ bei einer Maschine, die „450″ heißt, ist zunächst Marketingsprache. In der Praxis sind die 48 PS für die Autobahn grenzwertig — 165 km/h Höchstgeschwindigkeit lassen keine Reserven für Überholmanöver bei Gegenwind. Wer regelmäßig Autobahn-Etappen einplant, sollte das bedenken.
Die Basisversion mit Gussrädern schränkt die Geländetauglichkeit ein. Für echtes Offroad braucht man Speichenräder — und die kosten 1.000 Euro extra. In Kombination mit Quickshifter und Easy Ride Clutch kann die wunschkonfigurierte F 450 GS schnell in Richtung 9.000 Euro klettern.
Zudem bleibt abzuwarten, wie sich die „Made in India“-Qualität langfristig schlägt. Die G 310 GS hatte hier einen schwierigen Start, und BMW muss erst beweisen, dass die Kinderkrankheiten bei der neuen Plattform ausbleiben. Die Wartungsintervalle liegen bei 10.000 km, was im Segment Standard ist.
Konkurrenz-Vergleich: F 450 GS gegen den Wettbewerb
Die BMW F 450 GS tritt in ein hart umkämpftes Segment ein. Wir vergleichen sie mit den drei wichtigsten Konkurrenten:
| Merkmal | BMW F 450 GS | Kawasaki KLE 500 | CFMoto 450 MT | Aprilia Tuareg 457 |
|---|---|---|---|---|
| Motor | 2-Zyl. Reihe, 420 cm³ | 2-Zyl. Reihe, 451 cm³ | 1-Zyl., 449 cm³ | 2-Zyl. Reihe, 457 cm³ |
| Leistung | 48 PS (35 kW) | 45 PS (33 kW) | 48 PS (35 kW) | 48 PS (35 kW) |
| Drehmoment | 43 Nm | ca. 42 Nm | 40 Nm | 43,5 Nm |
| Gewicht | 178 kg | ca. 185 kg | 178 kg | 195 kg |
| Tank | 14 l | 16 l | 15 l | 18 l |
| Radgröße | 19/17 Zoll | 21/17 Zoll | 19/17 Zoll | 21/18 Zoll |
| ABS Pro | Ja (Serie) | Nein | Nein | Ja (Serie) |
| Quickshifter | Optional | Nein | Nein | Nein |
| Easy Ride Clutch | Optional | Nein | Nein | Nein |
| Preis (DE) | ab 7.220 € | ab 6.895 € | ab 5.990 € | ab 8.199 € |
| Marktstart | April 2026 | März 2026 | Bereits erhältlich | Bereits erhältlich |
BMW F 450 GS vs. Kawasaki KLE 500
Die wiederauferstandene KLE 500 ist der direkteste Konkurrent. Sie bietet einen größeren Tank (16 l vs. 14 l), größere Räder (21/17 Zoll vs. 19/17 Zoll) und einen günstigeren Preis ab 6.895 Euro. Die größere Vorderradgröße gibt der KLE 500 im Gelände einen natürlichen Vorteil, und mit der SE-Variante ab 7.700 Euro bekommt man ein TFT-Display und erweiterte Ausstattung. Was der KLE 500 fehlt, ist das umfangreiche Elektronikpaket der BMW: Kein ABS Pro, keine Traktionskontrolle auf Schräglage, kein Quickshifter. Wer Technik-Vollausstattung will, greift zur BMW. Wer klassische Enduro-Tugenden mit großem Vorderrad und mehr Tank bevorzugt, greift zur Kawasaki.
BMW F 450 GS vs. CFMoto 450 MT
Die CFMoto 450 MT ist der Preis-Champion: ab 5.990 Euro bietet sie 48 PS aus einem Einzylinder und ebenfalls 178 kg Gewicht. Das ist über 1.200 Euro günstiger als die BMW. Allerdings fehlen der CFMoto wesentliche Premium-Features: kein schräglagenabhängiges ABS, kein Quickshifter, keine Fliehkraftkupplung. Der Einzylinder vibriert zudem stärker als der BMW-Twin. Dafür hat die CFMoto einen größeren Tank (15 l) und bereits Kreuzspeichenräder serienmäßig in der Touring-Version. Für preisbewusste Käufer ist die CFMoto 450 MT eine ernstzunehmende Alternative — besonders wenn das gesparte Budget in Ausrüstung und Zubehör fließt.
BMW F 450 GS vs. Aprilia Tuareg 457
Die Tuareg 457 ist die geländeorientierteste Maschine in diesem Vergleich. Mit 21/18-Zoll-Rädern, 18 Liter Tank und serienmäßigen Kreuzspeichenrädern ist sie ab Werk auf Offroad ausgelegt. Dafür ist sie mit 195 kg deutlich schwerer und mit 8.199 Euro auch teurer als die BMW. Beide bieten schräglagenabhängiges ABS serienmäßig. Wer hauptsächlich im Gelände unterwegs sein will, findet in der Tuareg 457 das konsequentere Paket. Wer einen vielseitigen Allrounder für Straße und leichtes Gelände sucht, ist mit der leichteren und günstigeren BMW besser bedient.
Für wen ist die BMW F 450 GS gemacht?
Die BMW F 450 GS richtet sich an drei Zielgruppen:
Erstens: A2-Fahranfänger, die von Anfang an ein hochwertiges Motorrad mit erstklassiger Sicherheitsausstattung wollen. Das schräglagenabhängige ABS, die Traktionskontrolle und die optionale Easy Ride Clutch machen die F 450 GS zum sichersten Einsteiger-Motorrad auf dem Markt. Wer seinen A2-Führerschein gerade gemacht hat und etwas mehr Budget als für eine 125er mitbringt, findet hier die perfekte erste „echte“ Maschine.
Zweitens: Wiedereinsteiger, die nach einer Motorrad-Pause ein handliches, leichtes Bike suchen. Die 178 kg und die niedrige Sitzhöhe (von BMW noch nicht exakt kommuniziert, aber im typischen GS-Bereich) machen die F 450 GS zugänglich. Die Technik fängt Fahrfehler ab, ohne den Fahrspaß zu rauben.
Drittens: Tourenfahrer, die eine leichte Zweitmaschine für Wochenendtouren suchen. Die Reichweite von 350 km, die GS-typische aufrechte Sitzposition und die Möglichkeit, mit Gepäcksystem zu reisen, machen die F 450 GS auch als Tourenmaschine interessant — wenn man mit der begrenzten Autobahnleistung leben kann.
Weniger geeignet ist die F 450 GS für Vielfahrer, die regelmäßig Autobahn-Etappen absolvieren, für ambitionierte Offroad-Piloten (die besser zur Aprilia Tuareg 457 oder einer dedizierten Enduro greifen) und für alle, die mehr als 48 PS wollen.
Preis-Leistung: Lohnt sich die BMW F 450 GS?

Die Kernfrage ist: Bekommt man für 7.220 Euro genug Motorrad? Die Antwort lautet: ja — unter Vorbehalt. Die Serienausstattung der Basisversion übertrifft das, was die Konkurrenz zum gleichen Preis bietet. ABS Pro, Traktionskontrolle, Motorschleppmomentregelung, TFT-Display und ein komplett neuer Zweizylinder-Motor mit einzigartigem Charakter sind ein starkes Paket.
Allerdings wird die F 450 GS in der Wunschkonfiguration deutlich teurer. Wer Quickshifter, Easy Ride Clutch und Speichenräder dazubestellt, landet schnell bei 8.500 bis 9.000 Euro. In diesem Bereich konkurriert die BMW dann bereits mit der Triumph Trident 660 oder der Suzuki SV-7GX, die zwar keine Enduros sind, aber deutlich mehr Leistung bieten.
Der faire Vergleich ist deshalb: Die BMW F 450 GS in der Basisversion ab 7.220 Euro bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im A2-Enduro-Segment. Wer sie mit allen Optionen aufrüstet, zahlt einen BMW-typischen Premium-Aufpreis.
Technische Daten im Detail
| Technische Daten | BMW F 450 GS (2026) |
|---|---|
| Motortyp | Wassergekühlter Reihen-Zweizylinder |
| Hubraum | 420 cm³ |
| Bohrung × Hub | 72 × 51,6 mm |
| Verdichtung | 13,0:1 |
| Hubzapfenversatz | 135° (einzigartig) |
| Max. Leistung | 48 PS (35 kW) bei 8.750 U/min |
| Max. Drehmoment | 43 Nm bei 6.750 U/min |
| Ventilsteuerung | DOHC, 4 Ventile/Zylinder |
| Getriebe | 6-Gang |
| Endantrieb | Kette |
| Abgasnorm | Euro 5+ |
| Rahmen | Stahl-Gitterrohr, Motor mittragend |
| Gabel | KYB USD, 43 mm, 180 mm Federweg |
| Federbein | KYB Zentral, WAD-Technologie |
| Bremse vorne | Brembo 4-Kolben, 310 mm Scheibe |
| Bremse hinten | 1-Kolben, 240 mm Scheibe |
| Räder (Serie) | Alu-Guss, 19/17 Zoll |
| Reifen vorne | 100/90-19 |
| Reifen hinten | 130/80-17 |
| Sitzhöhe | ca. 840 mm (geschätzt) |
| Radstand | 1.465 mm |
| Lenkkopfwinkel | 28,1° |
| Nachlauf | 115 mm |
| Tankinhalt | 14 Liter |
| Gewicht (fahrfertig) | 178 kg |
| Höchstgeschwindigkeit | 165 km/h |
| Verbrauch (WMTC) | 3,8 l/100 km |
| Reichweite (rechnerisch) | ca. 368 km |
| Wartungsintervall | 10.000 km |
| Preis (DE) | ab 7.220 € |
| Marktstart (DE) | April 2026 |
| Fertigung | TVS Motor Company, Hosur (Indien) |
Fazit: Kompakt, clever und mit Charakter
Die BMW F 450 GS ist das vielleicht durchdachteste A2-Motorrad, das je auf den Markt kam. BMW hat offensichtlich aus den Fehlern der G 310 GS gelernt und liefert ein Gesamtpaket, das in der Klasse neue Standards setzt — vor allem bei Elektronik und Sicherheit.
Der neue Zweizylinder mit dem ungewöhnlichen 135-Grad-Hubzapfenversatz verspricht einen einzigartigen Charakter. Die Easy Ride Clutch ist eine echte Innovation für Einsteiger. Das Gewicht von nur 178 kg macht die GS zur leichtesten A2-Enduro mit Zweizylinder auf dem Markt. Und der Preis von 7.220 Euro für die Basisversion ist — gemessen an dem, was man bekommt — fair.
Gleichzeitig muss sich die F 450 GS erst beweisen. Die Langzeitqualität der indischen Fertigung, die reale Praxistauglichkeit der Easy Ride Clutch im Gelände und die tatsächlichen Fahrleistungen auf der Straße werden sich erst nach den ersten unabhängigen Tests im Frühjahr 2026 zeigen. Wir werden diesen Artikel nach den ersten Fahrberichten aktualisieren.
Eines steht jedoch fest: Die BMW F 450 GS wird das A2-Segment 2026 aufmischen. Kawasaki, CFMoto und Aprilia haben jetzt einen ernstzunehmenden Gegner.
