Ein Elektroauto, das beim Goldenen Lenkrad 2024 als „Bestes Auto unter 40.000 €“ gewonnen hat. Das im ADAC-Test die Note 1,8 erreicht — besser als der VW ID.3. Das 605 km Reichweite bietet und trotzdem nur 35.990 € kostet. Und das obendrein 7 Jahre Herstellergarantie mitbringt. Das ist der Kia EV3 — und er ist seit Ende 2024 bei den Händlern. Dennoch kennen ihn überraschend wenige deutsche Autokäufer. Das ändern wir jetzt: Hier ist die vollständige Kaufberatung mit allen Varianten, dem ehrlichen Kostenvergleich und der Frage, ob der EV3 wirklich besser ist als Škoda Elroq, VW ID.3 und Cupra Born.

Was macht den Kia EV3 besonders?
Zunächst die Einordnung: Der Kia EV3 ist ein kompaktes Elektro-SUV mit 4,30 m Länge — er ersetzt den Kia Niro EV und positioniert sich zwischen dem kleineren Hyundai Inster und dem größeren Kia EV6. Sein Alleinstellungsmerkmal ist die ungewöhnliche Kombination aus kompakten Außenmaßen, großem Innenraum, überdurchschnittlicher Reichweite und einer 7-Jahres-Garantie, die kein europäischer Hersteller bietet.
Darüber hinaus teilt sich der EV3 sein Infotainmentsystem mit dem fast doppelt so teuren Kia EV9 — zwei hochauflösende 12,3-Zoll-Monitore, die sonst erst in der Oberklasse Standard sind. Außerdem bietet er bidirektionales Laden (V2L): Du kannst mit dem EV3 dein E-Bike laden, einen Campingkocher betreiben oder im Notfall sogar Strom ins Hausnetz einspeisen. Deshalb ist der EV3 mehr als nur ein günstiges E-Auto — er ist ein durchdachtes Gesamtpaket.
Technische Daten: Kia EV3 auf einen Blick
| Spezifikation | Kia EV3 Standard | Kia EV3 Long Range |
|---|---|---|
| Motor | 150 kW (204 PS) | 150 kW (204 PS) |
| Drehmoment | 283 Nm | 283 Nm |
| Batterie | 58,3 kWh | 81,4 kWh |
| Reichweite (WLTP) | 414–436 km | 563–605 km |
| Reichweite (Stadt) | bis 584 km | bis 773 km |
| Verbrauch (WLTP) | 14,9–16,2 kWh/100 km | 14,9–16,2 kWh/100 km |
| Verbrauch (ADAC Ecotest) | 17,1 kWh/100 km | — |
| DC-Laden max. | 101 kW | 128 kW |
| 10–80 % DC | ~31 min | ~29 min |
| AC-Laden | 11 kW | 11 kW |
| 0–100 km/h | 7,5 s | 7,7 s |
| Vmax | 170 km/h | 170 km/h |
| Antrieb | Frontantrieb | Frontantrieb |
| Kofferraum | 460–1.251 l | 460–1.251 l |
| Frunk | 25 l | 25 l |
| Zuladung | 470 kg | 470 kg |
| Anhängelast | bis 1.000 kg | bis 1.000 kg |
| Bidirektionales Laden | Ja (V2L) | Ja (V2L) |
| Architektur | 400 V | 400 V |
| Garantie | 7 Jahre / 150.000 km | 7 Jahre / 150.000 km |
| Preis ab | 35.990 € | 41.390 € |
Drei Ausstattungslinien: Air, Earth, GT-line

Air (ab 35.990 €)
Die Einstiegsversion bietet bereits serienmäßig: 12,3-Zoll-Doppelmonitor, kabelloses Apple CarPlay und Android Auto, Rückfahrkamera, Spurhalteassistent, Frontkollisionswarner und Klimaautomatik. Allerdings fehlen in der Air-Version Wärmepumpe, Matrix-LED und der erweiterte Fahrassistenzpaket — deshalb empfehlen wir die Earth-Version.
Earth (ab 38.890 €)
Die mittlere Ausstattung ergänzt: Wärmepumpe (wichtig für Winterreichweite!), Navigation mit Ladeplanung, kabelloses Smartphone-Laden, Sitzheizung vorne und hinten, beheiztes Lenkrad, Einparkassistent und Lichtsensor. Folglich ist Earth der beste Kompromiss aus Preis und Ausstattung — der ADAC empfiehlt diese Version ausdrücklich.
GT-line (ab 43.890 € / nur mit 81,4-kWh-Batterie)
Die Topversion bringt: 19-Zoll-Felgen, Matrix-LED-Scheinwerfer, elektrisch verstellbaren Fahrersitz mit Lordosenstütze, Head-up-Display, Sportsitze in Wildlederoptik und den KI-Sprachassistenten. Außerdem gibt es exklusive GT-line-Designelemente in Hochglanzschwarz. Dennoch ist der Aufpreis von 5.000 € gegenüber Earth eher für Ausstattungs-Enthusiasten gerechtfertigt.
Kia EV3 GT (ab ~48.000 €, NEU!)
Seit kurzem gibt es den EV3 GT mit 225 PS, 0–100 in 5,7 Sekunden und sportlicherem Fahrwerk. Er kommt ausschließlich mit der großen 81,4-kWh-Batterie. Damit ist er die sportlichste Variante — aber auch die teuerste.
Der große Vergleich: Kia EV3 vs Škoda Elroq vs VW ID.3
| Eigenschaft | Kia EV3 Earth (58 kWh) | Škoda Elroq 60 | VW ID.3 Pro S |
|---|---|---|---|
| Preis | 38.890 € | 38.290 € | 39.995 € |
| Leistung | 204 PS | 204 PS | 209 PS |
| Batterie | 58,3 kWh | 59 kWh | 77 kWh |
| Reichweite (WLTP) | 436 km | 376 km | 551 km |
| Verbrauch (ADAC) | 17,1 kWh/100 km | 18,0 kWh/100 km | 17,5 kWh/100 km |
| DC-Laden max. | 101 kW | 145 kW | 170 kW |
| Kofferraum | 460 l | 470 l | 385 l |
| Anhängelast | 1.000 kg | 1.200 kg | keine |
| Garantie | 7 J. / 150.000 km | 2 J. (erweiterbar) | 2 J. (erweiterbar) |
| ADAC Note | 1,8 | 2,0 | 2,1 |
| V2L | Ja | Nein | Nein |
| Architektur | 400 V | 400 V | 400 V |
Wo der EV3 gewinnt
Der Kia EV3 schlägt seine Konkurrenten bei drei entscheidenden Punkten: Erstens die 7-Jahres-Garantie, die dreimal so lang ist wie bei Škoda und VW. Zweitens der niedrigste Verbrauch im ADAC Ecotest (17,1 kWh/100 km). Drittens das bidirektionale Laden, das weder Elroq noch ID.3 bieten. Außerdem hat der EV3 bei gleichem Preis (Earth vs Elroq 60) rund 60 km mehr Reichweite.
Wo der Elroq gewinnt
Der Škoda Elroq lädt mit 145 kW deutlich schneller als der EV3 (101 kW), zieht schwerere Anhänger (1.200 vs 1.000 kg) und bietet adaptive Dämpfer als Option — ein Feature, das dem EV3 fehlt. Infolgedessen ist der Elroq auf Langstrecken mit häufigen Ladestopps im Vorteil.
Wo der ID.3 gewinnt
Der VW ID.3 Pro S hat die größte Batterie (77 kWh) und die höchste Ladeleistung (170 kW) im Vergleich. Dementsprechend ist er für Autobahnpendler und Langstreckenfahrer die beste Wahl. Allerdings bietet er keinen Kofferraum auf SUV-Niveau und keine Anhängelast — zwei klare Nachteile gegenüber dem EV3.
Was der ADAC sagt: Note 1,8 — warum?

Der ADAC hat den Kia EV3 Earth (58,3 kWh) umfassend getestet und vergibt die Gesamtnote 1,8 — das ist eines der besten Ergebnisse in der Kompaktklasse. Die wichtigsten Bewertungen im Detail:
Verbrauch und Reichweite: 17,1 kWh/100 km im Ecotest, 384 km reale Reichweite mit dem kleinen Akku. Damit liegt der EV3 effizienter als die meisten Konkurrenten. Darüber hinaus erhält er 5 Sterne im Ecotest — die beste Umweltwertung.
Fahrkomfort: „Klassischer Kompromiss aus Komfort und Dynamik“ — trotz fehlender Adaptivdämpfer rollt der EV3 geschmeidig über Unebenheiten. Die MacPherson-Vorderachse und die Mehrlenker-Hinterachse sorgen für ein ausgewogenes Fahrverhalten.
Platz und Variabilität: 460 Liter Kofferraum sind für 4,30 m Länge überdurchschnittlich. Die Rückbank bietet auch für Erwachsene ausreichend Bein- und Kopffreiheit. Einziger Kritikpunkt: Die Fondsitze sind etwas tief montiert, wodurch die Knie bei großen Passagieren hoch aufragen.
Laden: 29 Minuten von 10 auf 80 % an DC — akzeptabel, aber nicht spitze. Die 400-Volt-Architektur begrenzt die Ladeleistung auf 128 kW (Long Range). Zum Vergleich: Der Škoda Elroq lädt mit 145 kW, der VW ID.3 mit bis zu 170 kW. Für den Alltag mit Wallbox zu Hause ist das kein Problem — auf der Langstrecke mit mehreren Ladestopps hingegen merkt man den Unterschied.
Kosten: Was kostet der Kia EV3 wirklich?
Privatpreis mit Förderung
| Version | Listenpreis | Förderung (max. 6.000 €) | Effektivpreis |
|---|---|---|---|
| EV3 Air (58 kWh) | 35.990 € | 6.000 € | 29.990 € |
| EV3 Earth (58 kWh) | 38.890 € | 6.000 € | 32.890 € |
| EV3 Earth (81 kWh) | 43.890 € | 6.000 € | 37.890 € |
| EV3 GT-line (81 kWh) | 48.690 € | 3.000 € | 45.690 € |
Wichtig: Die GT-line-Version liegt über 45.000 € Listenpreis, weshalb die maximale Förderung auf 3.000 € begrenzt ist (statt 6.000 €). Deshalb empfehlen wir die Earth-Version als bestes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Firmenwagen (0,25 %)
Bei einem Listenpreis von 38.890 € (Earth) beträgt der geldwerte Vorteil nur 97 €/Monat. Bei 42 % Steuersatz ergibt sich eine monatliche Belastung von gerade einmal 41 €. Gleichzeitig kostet ein vergleichbarer Kia Sportage (Verbrenner, 1,0 %-Regel) bei ähnlichem Listenpreis rund 163 €/Monat an Steuern. Somit spart der EV3 als Firmenwagen 1.464 € Steuern pro Jahr.
Leasing
Kia bietet den EV3 Air ab 289 €/Monat im Privatleasing an (48 Monate, 20.000 km/Jahr, ohne Sonderzahlung). Das ist ein faires Angebot — vergleichbare ID.3-Leasingraten liegen bei ähnlichen Konditionen etwas niedriger, allerdings ohne 7-Jahres-Garantie.
400 Volt statt 800 Volt: Ein Problem?
Der größte technische Kritikpunkt am EV3 ist die 400-Volt-Architektur. Während Kias größere Modelle (EV6, EV9) auf 800 Volt setzen und mit bis zu 240 kW laden, bleibt der EV3 bei 400 Volt und maximal 128 kW. Für den Alltag mit Wallbox ist das völlig egal. Allerdings macht es auf langen Autobahnfahrten einen spürbaren Unterschied: Während ein Škoda Elroq in 25 Minuten von 10 auf 80 % lädt, braucht der EV3 knapp 29 Minuten. Über eine Urlaubsfahrt mit drei Ladestopps summiert sich das auf 12 Minuten Unterschied — ärgerlich, aber nicht dramatisch. Wer vorwiegend in der Stadt und auf Kurzstrecken fährt, wird den Unterschied nie bemerken.

Fazit: Der EV3 ist die klügste Wahl in der Kompaktklasse
Der Kia EV3 gewinnt nicht durch Superlative bei einzelnen Specs, sondern durch das Gesamtpaket. Er hat nicht die höchste Ladeleistung (das ist der VW ID.3), nicht den größten Kofferraum (das ist der Škoda Elroq) und nicht die sportlichste Abstimmung (das ist der Cupra Born). Stattdessen bietet er in jeder Disziplin ein starkes Ergebnis — und obendrein die 7-Jahres-Garantie, die allen Konkurrenten fehlt.
Für Familien, Pendler und alle, die ein kompaktes E-Auto suchen, das einfach funktioniert, ist der EV3 Earth mit 58-kWh-Batterie die optimale Wahl: 436 km Reichweite, 17,1 kWh Verbrauch, Wärmepumpe, bidirektionales Laden und 7 Jahre Garantie — für 32.890 € nach Förderung. Der Kia EV3 macht Elektromobilität nicht aufregend, sondern vernünftig. Und genau das ist sein größtes Kompliment.
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Ab 35.990 € (Air, 58 kWh). Die empfohlene Earth-Version startet bei 38.890 €. Die Long-Range-Versionen mit 81,4-kWh-Batterie beginnen bei 43.890 €. Mit der E-Auto-Förderung 2026 sinkt der Effektivpreis auf 29.990 € (Air) bzw. 32.890 € (Earth).
Jahre / 150.000 km Fahrzeuggarantie. Die Batterie erhält 8 Jahre / 160.000 km Garantie mit einer Mindestkapazität von 70 %. Kein anderer Hersteller in Deutschland bietet eine längere Fahrzeuggarantie.
Earth mit 58,3-kWh-Batterie für die meisten Käufer. Die Wärmepumpe ist für die Winterreichweite entscheidend, und die Earth-Ausstattung bietet Navigation mit Ladeplanung. Nur wer regelmäßig über 400 km am Stück fährt, braucht die Long-Range-Batterie.
Ja, bis zu 1.000 kg gebremst. Das reicht für kleinere Wohnwagen und Fahrradträger, aber nicht für große Caravans.
Ja, allerdings nur 25 Liter. Das genügt für Ladekabel, ist aber deutlich kleiner als bei anderen E-SUVs.
Der ADAC misst 17,1 kWh/100 km im Ecotest — das ist einer der besten Werte aller Kompakt-E-Autos. Bei 0,30 €/kWh Wallbox-Strom kostet eine 100-km-Fahrt nur 5,13 €.
Derzeit nicht. Alle Versionen haben Frontantrieb. Eine AWD-Version mit Dual-Motor ist bisher nicht angekündigt.
Letzte Aktualisierung: 14. März 2026 · Datenquellen: Kia Deutschland,
