
Heute, am 17. Februar 2026, hat Maruti Suzuki den e-Vitara offiziell in Indien gelauncht – zum Kampfpreis von 10,99 Lakh Rupien. Umgerechnet sind das rund 12.000 Euro. In Deutschland steht exakt das gleiche Auto, aus exakt der gleichen Fabrik in Gujarat, ab 29.990 Euro beim Händler. Wie kann ein und dasselbe Elektro-SUV in zwei Märkten so unterschiedlich bepreist sein? Und was bedeutet der Indien-Launch für deutsche Käufer?
Der Suzuki e-Vitara ist das erste vollelektrische Fahrzeug der japanischen Marke – und gleichzeitig eines der spannendsten Elektroautos des Jahres. In Indien ist er ab sofort bestellbar. In Deutschland steht er seit Januar 2026 bei rund 350 Suzuki-Händlern. Beide Versionen rollen im selben Werk in Hansalpur, Gujarat, vom Band. Die Technik ist identisch. Und trotzdem klafft ein Preisunterschied von fast 18.000 Euro.
Doch der Indien-Preis hat einen Haken, den die Schlagzeilen gerne verschweigen.
Der 10,99-Lakh-Trick: Was hinter dem Indien-Preis steckt
Die Zahl „10,99 Lakh“ (umgerechnet ca. 12.000 €) klingt sensationell günstig. Aber: In diesem Preis ist die Batterie nicht enthalten.
Maruti Suzuki verkauft den e-Vitara in Indien über ein sogenanntes Battery-as-a-Service (BaaS) Modell. Der Kunde kauft das Auto ohne Batterie und zahlt stattdessen 3,99 Rupien pro gefahrenen Kilometer (ca. 0,044 € / km) als Batteriemiete. Die Batterie bleibt Eigentum von Maruti Suzuki.
Was bedeutet das in der Praxis? Bei einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung von 15.000 km kostet die Batteriemiete rund 60.000 Rupien pro Jahr – das sind etwa 660 Euro jährlich. Über eine typische Haltedauer von fünf Jahren summiert sich das auf ca. 3.300 Euro Batteriemiete zusätzlich zum Kaufpreis.
Der reale Gesamtpreis des e-Vitara in Indien liegt damit bei ungefähr 15.300 € (Fahrzeug + 5 Jahre Batteriemiete). Das ist immer noch weit entfernt von den deutschen 29.990 Euro – aber eben nicht die 12.000 Euro, die die Schlagzeilen suggerieren.
Maruti Suzuki hat die Varianten-Preise inklusive Batterie bislang nicht veröffentlicht. Branchenexperten rechnen mit Preisen zwischen 14,99 und 18,79 Lakh (ca. 16.500 – 20.700 €) inklusive Batterie, sobald die vollständige Preisliste erscheint.
Suzuki e-Vitara Preis: Indien vs. Deutschland im Detail

| Eigenschaft | 🇮🇳 Indien | 🇩🇪 Deutschland |
|---|---|---|
| Markenname | Maruti Suzuki e-Vitara | Suzuki e-Vitara |
| Einstiegspreis (UVP) | 10,99 Lakh / ~12.000 € (ohne Batterie, BaaS) | 29.990 € (mit Batterie) |
| Geschätzter Preis inkl. Batterie | ~14,99-18,79 Lakh / ~16.500–20.700 € | 29.990 – 42.990 € |
| Preis nach max. Förderung | je nach Bundesstaat variabel | ab ~23.990 € (mit 6.000 € Staatsprämie) |
| Batterie klein | 49 kWh (LFP, BYD-Zellen) | 49 kWh (LFP, BYD-Zellen) |
| Batterie groß | 61 kWh (LFP, BYD-Zellen) | 61 kWh (LFP, BYD-Zellen) |
| Leistung (49 kWh) | 144 PS (106 kW) | 144 PS (106 kW) |
| Leistung (61 kWh) | 174 PS (128 kW) | 174 PS (128 kW) |
| Leistung AWD | nicht verfügbar in Indien | 183 PS (135 kW) |
| Drehmoment | 189 Nm (FWD) | 189 Nm (FWD) / 300 Nm (AWD) |
| Reichweite (49 kWh) | 440 km (ARAI) | 346 km (WLTP) |
| Reichweite (61 kWh) | 543 km (ARAI) | 428 km (WLTP) |
| DC-Schnellladen | bis 70 kW | bis 150 kW |
| AC-Laden | 7,4 kW | 11 kW |
| 0-100 km/h | 8,7 Sek. (61 kWh) | 7,4 Sek. (AWD) |
| Sicherheit | 5 Sterne (Bharat NCAP) | 4 Sterne (Euro NCAP) |
| Varianten | Delta, Zeta, Alpha | Club, Comfort, Comfort+ |
| Allrad | ❌ Nicht verfügbar | ✅ ALLGRIP-e AWD ab 39.490 € |
| Produktion | Gujarat, Indien | Gujarat, Indien |
| Leasing | BaaS-Modell | ab 279 €/Monat |
| Garantie (Batterie) | 8 Jahre / 160.000 km | 8 Jahre / 160.000 km |
Warum kostet das gleiche Auto in Deutschland fast das Doppelte?
Die Preisdifferenz von knapp 14.000 Euro (Vergleich: Indien-Preis mit Batterie vs. deutscher Einstiegspreis) hat mehrere Gründe:
1. Steuern und Zölle: Die EU erhebt 10 % Importzoll auf Elektroautos aus Nicht-EU-Ländern. Dazu kommen 19 % deutsche Mehrwertsteuer. In Indien entfällt auf E-Autos nur 5 % GST (Goods and Services Tax). Allein die Steuer- und Zolldifferenz macht bereits 8.000–10.000 Euro aus.
2. Homologation für Europa: Die europäische Zulassung erfordert teurere Komponenten. Der deutsche e-Vitara hat 11 kW AC-Laden (statt 7,4 kW) und unterstützt DC-Schnellladen mit bis zu 150 kW (statt nur 70 kW in Indien). Das erfordert einen leistungsfähigeren Onboard-Charger und andere Hardware.
3. Allradoption: Der deutsche Markt bekommt die ALLGRIP-e AWD-Version mit 183 PS und 300 Nm Drehmoment – eine Variante, die in Indien gar nicht angeboten wird. Die Entwicklung und Zertifizierung dieser Version verursacht zusätzliche Kosten.
4. Ausstattungsunterschiede: Bereits die deutsche Basisversion „Club“ kommt mit 18-Zoll-Alufelgen, abgedunkelten Scheiben, Rückfahrkamera mit Parksensoren vorn/hinten und kabellosem Apple CarPlay/Android Auto. In Indien sind einige dieser Features erst in höheren Varianten verfügbar.
5. Marktpositionierung: In Indien konkurriert der e-Vitara mit dem Hyundai Creta Electric, Tata Curvv EV und MG ZS EV im Preissegment 15–20 Lakh. In Deutschland tritt er gegen den Kia EV3, Skoda Elroq und Smart #1 an – allesamt Autos, die bei ca. 30.000 € starten.
Die Specs, die für Deutschland wirklich zählen

Die indischen Reichweitenangaben (440–543 km nach ARAI-Standard) sind nicht direkt mit deutschen WLTP-Werten vergleichbar. Der ARAI-Zyklus ist deutlich weniger anspruchsvoll als WLTP, ähnlich wie der alte NEFZ. In der Realität dürften indische und deutsche e-Vitara-Besitzer bei vergleichbarem Fahrprofil sehr ähnliche reale Reichweiten erzielen.
Die echten Stärken des e-Vitara für den deutschen Markt:
LFP-Batterie von BYD: Der e-Vitara nutzt Lithium-Eisenphosphat-Zellen (sogenannte Blade-Zellen von BYD). Diese Batteriechemie gilt als besonders langlebig, sicher und temperaturstabil. Kein Kobalt, kein Nickel. Das ist die gleiche Technologie, die BYD in seinen eigenen Fahrzeugen einsetzt. 8 Jahre / 160.000 km Batteriegarantie unterstreichen das.
Echter Allradantrieb: Der e-Vitara mit ALLGRIP-e ist das günstigste Elektro-SUV mit Allradantrieb in Deutschland – ab 39.490 Euro, beziehungsweise ab ca. 33.490 Euro mit maximaler Förderung. Der ADAC nennt das ein starkes Kaufargument. Für Käufer in Bergregionen oder mit regelmäßigen Winterfahrten ist das ein echtes Alleinstellungsmerkmal in dieser Preisklasse.
Verschiebbare Rückbank: Die im Verhältnis 40:20:40 teilbare Rückbank lässt sich um 16 cm in der Länge verschieben. Damit kann man wahlweise mehr Kofferraum (306–562 Liter) oder mehr Beinfreiheit priorisieren. Clever gelöst.
Suzuki-Händlernetz: Mit rund 350 Händlern in Deutschland hat Suzuki ein deutlich dichteres Servicenetz als etwa BYD, Leapmotor oder andere chinesische Hersteller. Wer Werkstattnähe schätzt, hat hier einen Vorteil.
Die Schwächen: Was den e-Vitara ausbremst
Ladeleistung: Das ist die größte Schwachstelle. Mit maximal 70 kW (Indien) bzw. 55–150 kW (Deutschland, je nach Variante) lädt der e-Vitara deutlich langsamer als die Konkurrenz. Der ADAC kritisiert die langen DC-Ladezeiten als zentrale Schwäche. Eine Ladung von 10 auf 80 % dauert rund 45 Minuten – das ist 2026-Standard von 2020.
Kofferraum: Nur 306 Liter in der Standardkonfiguration. Das ist weniger als bei einem VW ID.3 (385 l) oder Kia EV3 (460 l). Wer regelmäßig sperrige Dinge transportiert, wird das spüren.
Kopffreiheit im Fond: Mehrere Tests berichten, dass Personen über 1,85 m hinten an die Decke stoßen. Suzuki hat eine Mulde ins Dach eingelassen, aber die sitzt einen Tick zu weit hinten.
Euro NCAP nur 4 Sterne: Während der indische e-Vitara im Bharat-NCAP-Test volle 5 Sterne erreicht, kommt die Europa-Version im strengeren Euro-NCAP-Test nur auf 4 Sterne. Es fehlen unter anderem eine Kinderpräsenzerkennung und ein Türöffnungswarner für Radfahrer. Das ist für 2025/2026 unterdurchschnittlich – viele Wettbewerber schaffen 5 Sterne.
Suzuki e-Vitara: Für wen lohnt sich das Auto in Deutschland?
Ja, wenn du: Das günstigste Elektro-SUV mit echtem Allradantrieb suchst. Mit der neuen E-Auto Förderung 2026 sinkt der Einstiegspreis auf rund 23.990 € (49 kWh, FWD) bzw. 33.490 € (AWD). In ländlichen Gebieten oder Bergregionen ist der ALLGRIP-e ein echtes Argument. Wer nie DC-Schnellladen braucht und zu Hause an der Wallbox lädt, wird die Ladeschwäche nie bemerken.
Nein, wenn du: Langstrecken fährst und auf schnelles DC-Laden angewiesen bist. Die 45 Minuten von 10 auf 80 % sind im Vergleich zu Kia EV3 (31 Min.) oder BYD Dolphin Surf deutlich langsamer. Auch bei Kofferraum und Kopffreiheit hinten gibt es bessere Alternativen.
Fazit: Made in India – und das ist keine Schwäche

Der heutige Indien-Launch des Suzuki e-Vitara zum Schlagzeilenpreis von 10,99 Lakh zeigt, wie aggressiv der indische EV-Markt inzwischen ist. Mit dem BaaS-Modell versucht Maruti Suzuki, die größte Einstiegshürde für Elektroautos – den hohen Kaufpreis der Batterie – zu eliminieren. Dieses Modell gibt es in Deutschland nicht.
Was es in Deutschland gibt: ein solides Elektro-SUV ab 29.990 Euro mit BYD-Batterietechnologie, optionalem Allradantrieb und dem Komfort eines etablierten Händlernetzes. Nach Abzug der maximalen staatlichen Förderung wird der Suzuki e-Vitara zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten im Segment unter 25.000 Euro.
Der größte Nachteil bleibt die DC-Ladeleistung. Wer damit leben kann – und das können alle, die primär zu Hause oder am Arbeitsplatz laden – bekommt ein überraschend erwachsenes erstes Elektroauto von Suzuki.
Dass dieses Auto komplett in Indien gebaut wird, ist übrigens kein Manko. Es ist ein Zeichen dafür, wohin sich die globale Automobilindustrie bewegt. Die gleiche Fabrik, die den e-Vitara für Mumbai baut, liefert ihn nach München. Der einzige Unterschied: In München kostet er mehr. Deutlich mehr.
Der Suzuki e-Vitara startet in Deutschland bei 29.990 Euro (UVP) für die Basisversion „Club“ mit 49-kWh-Batterie und Frontantrieb. Die Version mit 61-kWh-Batterie kostet ab 36.490 Euro, die Allrad-Version ALLGRIP-e ab 39.490 Euro. Mit der maximalen staatlichen E-Auto-Förderung 2026 von 6.000 Euro sinkt der Einstiegspreis auf ca. 23.990 Euro.
Der beworbene Indien-Preis von 10,99 Lakh (ca. 12.000 €) enthält keine Batterie. Die Batterie wird über ein BaaS-Mietmodell zu 3,99 Rupien pro Kilometer berechnet. Zusätzlich sind in Indien die Steuern niedriger (5 % vs. 19 % MwSt + 10 % EU-Zoll), und die indische Version hat weniger Ladeleistung und keinen Allradantrieb.
Beide Versionen werden im selben Werk von Suzuki Motor Gujarat in Hansalpur, Indien, produziert. Rund 50 % der Produktion sind für den Export nach Europa und Japan bestimmt.
In Deutschland lädt der e-Vitara mit bis zu 150 kW (DC) bzw. 11 kW (AC). Von 10 auf 80 % dauert es an einer DC-Schnellladesäule rund 45 Minuten. Die indische Version lädt langsamer: maximal 70 kW DC und 7,4 kW AC.
Der e-Vitara nutzt LFP-Batteriezellen (Lithium-Eisenphosphat) von BYD – die gleiche Blade-Cell-Technologie, die BYD in seinen eigenen Fahrzeugen verwendet. LFP gilt als besonders sicher, langlebig und temperaturtolerant. Suzuki gibt 8 Jahre / 160.000 km Garantie auf die Batterie.
Ja. Der Toyota Urban Cruiser ist technisch weitgehend baugleich mit dem Suzuki e-Vitara. Nur die Front unterscheidet sich optisch. Der Toyota ist in Deutschland ab 31.990 Euro erhältlich – also rund 2.000 Euro teurer als der Suzuki. Beide werden im selben Werk in Gujarat produziert.
