Die Spritpreise 2026 fahren Achterbahn: Im April kostete Diesel mit 2,446 Euro je Liter so viel wie nie zuvor, seit Mitte Juni sinken die Preise dann zehn Tage am Stück. Am 18. Juni lag Diesel im Bundesschnitt bei 1,761 Euro, Super E10 bei 1,832 Euro. Der Grund für die Entspannung ist die Einigung im Iran-Konflikt und der seit Mai geltende Tankrabatt. Die gute Nachricht hat aber ein Verfallsdatum. Der Rabatt läuft am 30. Juni aus, und der eigentliche Kostentreiber kommt erst noch.
Ich trenne in diesem Artikel die kurzfristige Schwankung von der langfristigen Linie, weil beide oft verwechselt werden. Kurzfristig entscheiden Ölpreis und Krisen, langfristig die Politik über CO2-Abgabe und das neue Handelssystem ETS II ab 2028. Wer 2026 ein Auto kauft, sollte nicht auf den heutigen Tagespreis schauen, sondern auf die Richtung der nächsten Jahre. Genau die ordne ich hier ein, mit echten Zahlen und einer klaren Empfehlung, für wen sich der Umstieg dadurch lohnt.

Warum die Preise gerade Achterbahn fahren
Das erste Halbjahr 2026 war ein Ausnahmezustand. Ende Februar trieb der Iran-Konflikt die Notierungen auf Rekordniveau. Der April wurde laut ADAC zum teuersten Tankmonat aller Zeiten, Diesel erreichte am 7. April mit 2,446 Euro ein Allzeithoch.
Verschärft wurde das durch das sogenannte Österreich-Modell. Seit dem 1. April dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um zwölf Uhr anheben, senken jederzeit. Der ADAC bewertet die Regel bislang als kontraproduktiv, weil das Preisniveau danach spürbar stieg.
Erst die Entspannung im Nahen Osten und der zum 1. Mai eingeführte Tankrabatt drehten den Trend. Seitdem fallen die Preise wieder. Diese Mischung aus Krieg, neuer Preisregel und Steuersenkung erklärt, warum 2026 so unruhig verlief.
Wo die Preise heute stehen
Hier die aktuellen Werte zur Einordnung, alle aus dem Juni 2026. Sie zeigen, wie weit sich der Markt vom April-Rekord entfernt hat.
| Zeitpunkt | Super E10 | Diesel |
|---|---|---|
| Allzeithoch April 2026 | 2,192 € (6.4.) | 2,446 € (7.4.) |
| Monatsschnitt Mai 2026 | 1,983 € | 1,991 € |
| 18. Juni 2026 | 1,832 € | 1,761 € |
| Jahresschnitt 2025 (Vergleich) | 1,688 € | rund 1,66 € |
Daten: ADAC, Statistisches Bundesamt, Stand 18. Juni 2026. Auffällig ist, dass Diesel seit Mitte Mai wieder günstiger ist als Benzin, was an der gesunkenen Nachfrage und dem Ölpreis liegt. Am 18. Juni sank Diesel bereits den zehnten Tag in Folge, der Ölpreis war zuletzt unter 100 US-Dollar gefallen.
Woraus sich der Spritpreis zusammensetzt
Viele unterschätzen, wie wenig der Rohstoff am Ende ausmacht. Den größten Anteil am Literpreis nehmen Steuern und Abgaben ein. Anfang April lag der Steuer- und Abgabenanteil bei rund 54 Prozent bei E10 und rund 43 Prozent bei Diesel.
Drei Posten dominieren. Die Energiesteuer beträgt regulär 65,45 Cent je Liter Benzin und 47,04 Cent je Liter Diesel. Dazu kommt die seit 2021 steigende CO2-Abgabe und obendrauf die Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf den gesamten Preis. Der reine Rohstoffanteil macht nur etwa 30 bis 40 Prozent aus.
Das hat eine wichtige Folge für deine Erwartung. Fällt der Ölpreis um 20 Prozent, sinkt dein Zapfpreis nur um einen Bruchteil davon. Weil der Staat fix mitverdient, federn die Abgaben jeden Rückgang ab. Diese Konstruktion ist der Schlüssel zur langfristigen Prognose.
Der Tankrabatt läuft aus
Die aktuelle Entlastung ist befristet. Wegen der explodierenden Kosten infolge des Iran-Kriegs senkte die Bundesregierung vom 1. Mai bis 30. Juni 2026 die Energiesteuer um 14,04 Cent je Liter. Mit Mehrwertsteuer ergibt das eine Entlastung von rund 17 Cent brutto.
Diese Maßnahme endet am 30. Juni. Nach aktuellem Stand wollen CDU, CSU und SPD den Rabatt nicht verlängern. Fällt er weg, steigt der Literpreis allein dadurch wieder um die genannten rund 17 Cent, unabhängig vom Ölpreis.
Ein Blick nach Österreich zeigt, wie schnell das geht. Dort fiel eine ähnliche Bremse Anfang Juni weitgehend weg, die Preise stiegen prompt um fünf Cent je Liter. Wer im Juli tankt, sollte sich also auf höhere Preise einstellen, selbst wenn der Ölpreis stabil bleibt.
Der eigentliche Treiber: CO2-Preis und ETS II ab 2028
Jetzt zur langfristigen Linie, die für eine Kaufentscheidung wichtiger ist als jeder Tagespreis. Die CO2-Abgabe steigt seit 2021 stufenweise. Sie begann bei 25 Euro je Tonne, liegt 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro und wird bis 2027 in diesem Rahmen bleiben.
Der große Sprung kommt 2028. Dann löst das europäische Emissionshandelssystem ETS II die nationale Abgabe ab. Der Preis bildet sich dann frei am Markt, ohne festen Deckel. Zunächst könnte das Niveau sogar unter dem heutigen deutschen liegen, doch mittel- bis langfristig sind deutliche Anstiege möglich, vor allem nach 2030.
Wie hoch es werden kann, zeigt eine Warnung des Branchenverbands ZDK. Ohne einen schnelleren Hochlauf der E-Mobilität drohe ein CO2-Preis von bis zu 300 Euro pro Tonne. Für den Tank bedeutete das einen Aufschlag von 70 bis 80 Cent je Liter. Ein Benzinpreis von weit über zwei, womöglich drei Euro wäre die Folge. Das ist kein fixes Szenario, aber die Richtung ist klar.
Was das für deine Kosten bedeutet
Mach die Rechnung konkret, dann wird die Tragweite sichtbar. Ein sparsamer Benziner mit sechs Litern Verbrauch kostet bei zwei Euro je Liter rund zwölf Euro pro 100 Kilometer. Steigt der Preis auf drei Euro, sind es 18 Euro.
Ein Elektroauto verbraucht rund 16 bis 18 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. An der heimischen Wallbox zu 32 Cent kostet das etwa sechs Euro, mit eigener Photovoltaik sogar nur rund 2,60 Euro. Selbst am teuren Schnelllader bleibt der Stromer meist günstiger als ein Benziner bei drei Euro je Liter.
Diese Schere geht mit jeder CO2-Stufe weiter auf. Wer heute viel fährt, zahlt beim Verbrenner über die nächsten Jahre absehbar mehr. Über eine Haltedauer von zehn Jahren und 15.000 Kilometern im Jahr summiert sich der Unterschied schnell auf einen fünfstelligen Betrag. Genau rechnen kannst du das in unserem Stromkosten-Rechner und im Diesel-gegen-E-Auto-Vergleich.

Warum der CO2-Preis Diesel stärker trifft
Ein Detail wird gern übersehen, ist aber für Diesel-Fahrer entscheidend. Diesel stößt pro Liter mehr CO2 aus als Benzin, etwa 2,65 gegenüber 2,37 Kilogramm. Deshalb schlägt jede Erhöhung der CO2-Abgabe beim Diesel stärker durch als beim Benziner.
Bisher glich das die niedrigere Energiesteuer auf Diesel aus, regulär 47 statt 65 Cent. Genau dieser historische Vorteil schmilzt mit jeder CO2-Stufe weiter ab. Seit Mitte Mai 2026 ist Diesel an vielen Tagen bereits teurer als Benzin, ein Bild, das vor wenigen Jahren noch die Ausnahme war.
Für die Kaufentscheidung heißt das: Der klassische Vielfahrer-Diesel verliert einen Teil seines Kostenvorteils. Wer heute mit einem sparsamen Diesel liebäugelt, sollte diese Entwicklung in seine Rechnung einbeziehen und nicht mit den Spritpreisen von gestern kalkulieren.
Spartipps: so zahlst du an der Zapfsäule weniger
Kurzfristig kannst du selbst einiges herausholen. Der wichtigste Hebel ist das Timing. Seit dem Österreich-Modell ist Tanken kurz vor zwölf Uhr am günstigsten, weil die Preise dann etwa drei bis vier Cent unter dem Tagesschnitt liegen. Ab zwölf Uhr springen sie deutlich nach oben.
Der zweite Hebel ist die Spritsorte. Super E10 kostet meist fünf bis sechs Cent weniger als E5 und vertragen laut ADAC praktisch alle Benziner ab Baujahr November 2010. Der minimal höhere Verbrauch von ein bis zwei Prozent wird durch den Preisvorteil mehr als ausgeglichen.
Der dritte Hebel ist die Tankstellenwahl, aber mit Maß. Ein Umweg kostet selbst rund 15 bis 20 Cent Sprit je Kilometer. Liegt die günstigere Tankstelle mehr als zwölf bis 15 Kilometer abseits, frisst der Umweg die Ersparnis auf. Eine Spritpreis-App zeigt dir die beste Wahl in der Nähe und oft auch eine kurzfristige Preisprognose für den Tag.
Tanken im Ausland: wo es günstiger ist
Wer im Urlaub mit dem Verbrenner fährt, kann jenseits der Grenze sparen. In fast allen Nachbarländern liegen die Spritpreise unter dem deutschen Niveau, vor allem wegen geringerer Steuern und Abgaben. Am 15. Juni 2026 war Diesel in Polen mit 1,47 Euro und Benzin mit 1,41 Euro je Liter am günstigsten.
Allerdings ist der Vorsprung nicht überall groß. In Italien lief Anfang Juni eine Steuersenkung aus, in Griechenland trieb der Iran-Konflikt die Preise nach oben. Plane einen Tankstopp also nicht blind, sondern prüfe die aktuellen Länderpreise vor der Reise.
Ein voller Tank vor der Heimfahrt im günstigen Land lohnt sich oft. Über die kompletten Reisekosten mit dem E-Auto, inklusive Ladekarten fürs Ausland, haben wir einen eigenen Urlaubs-Ratgeber zusammengestellt.
Mein Rat: Wann der Umstieg jetzt Sinn ergibt
Bleib beim Verbrenner, wenn du wenig fährst und kein neues Auto brauchst. Bei geringer Fahrleistung fällt selbst ein teurer Liter kaum ins Gewicht, ein überstürzter Kauf lohnt sich nicht. Nutze stattdessen die kurzfristigen Spartipps weiter unten.
Rechne ernsthaft mit dem Elektroauto, wenn du viel fährst und zu Hause laden kannst. Die strukturelle Linie zeigt klar nach oben, und genau hier entscheidet sich die Kostenfrage über die Haltedauer. Die Kfz-Steuerbefreiung bis 2035 und die aktuelle Förderung verstärken den Effekt zusätzlich.
Warte nicht auf den perfekten Tagespreis, wenn die Entscheidung ohnehin ansteht. Niemand kann den Ölpreis vorhersagen, aber die Steuerpolitik ist transparent und zeigt seit Jahren in eine Richtung. Kurzfristig hilft Tanken kurz vor zwölf Uhr, das ist laut ADAC seit dem Österreich-Modell der günstigste Zeitpunkt. Wer all das berücksichtigt, trifft die Entscheidung nüchtern und nicht aus der Angst vor der nächsten Schlagzeile heraus.
Pendlerpauschale 2026: ein kleiner Ausgleich
Einen Teil der höheren Kosten fängt der Staat über die Steuer wieder auf. Zum 1. Januar 2026 wurde die Pendlerpauschale angepasst und beträgt nun 38 Cent pro Entfernungskilometer, und zwar bereits ab dem ersten Kilometer. Zuvor galten bis zum 20. Kilometer nur 30 Cent.
Profitieren vor allem Berufspendler mit längerem Arbeitsweg und ohne echte Alternative zum Auto. Wer täglich 30 Kilometer einfach fährt, kann die Pauschale über die Einkommensteuererklärung geltend machen. Das ersetzt zwar keine günstigen Spritpreise, dämpft die Belastung aber spürbar.
Wichtig ist, dass die Pauschale unabhängig von der Antriebsart gilt. Auch E-Auto-Fahrer setzen sie an. Wer ohnehin pendelt, sollte diesen Posten in der Steuererklärung nicht vergessen, weil er sich über das Jahr deutlich summiert. Bei 30 Kilometern und 220 Arbeitstagen kommen so über 2.500 Euro an absetzbaren Werbungskosten zusammen.

Spritpreis-Bausteine 2026 auf einen Blick
| Baustein | Wert / Status |
|---|---|
| Energiesteuer Benzin (regulär) | 65,45 Cent je Liter |
| Energiesteuer Diesel (regulär) | 47,04 Cent je Liter |
| Tankrabatt (Energiesteuersenkung) | rund 17 Cent brutto, endet 30. Juni 2026 |
| CO2-Preis 2026 | Korridor 55 bis 65 Euro je Tonne |
| ETS II (freie Marktbildung) | ab 2028, Deckel entfällt |
| ZDK-Warnung Höchstszenario | bis 300 Euro je Tonne, plus 70 bis 80 Cent je Liter |
| Steueranteil am Literpreis (April 2026) | E10 rund 54 Prozent, Diesel rund 43 Prozent |
Daten: ADAC, Statistisches Bundesamt, ZDK, Stand Juni 2026.
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Nach dem Allzeithoch im April 2026 (Diesel 2,446 Euro) sind die Preise wieder gesunken. Am 18. Juni 2026 kostete Diesel im Bundesschnitt 1,761 Euro und Super E10 1,832 Euro je Liter. Grund sind die Entspannung im Iran-Konflikt und der Tankrabatt seit Mai.
Kurzfristig hängt der Preis am Ölmarkt und schwankt. Langfristig zeigt die Linie nach oben, weil die CO2-Abgabe steigt und ab 2028 das Handelssystem ETS II ohne festen Deckel greift. Schon zum 1. Juli 2026 verteuert das Auslaufen des Tankrabatts den Liter um rund 17 Cent.
Der Tankrabatt senkt die Energiesteuer befristet um 14,04 Cent, mit Mehrwertsteuer rund 17 Cent je Liter. Er endet am 30. Juni 2026, und CDU, CSU und SPD wollen ihn nicht verlängern. Danach steigt der Literpreis allein dadurch wieder um etwa 17 Cent.
ETS II ist das europäische Emissionshandelssystem für Verkehr und Gebäude, das ab 2028 die nationale CO2-Abgabe ablöst. Der Preis bildet sich dann frei am Markt. Der Verband ZDK warnt vor bis zu 300 Euro je Tonne, was rund 70 bis 80 Cent mehr pro Liter bedeuten würde.
Seit dem Österreich-Modell vom April 2026 dürfen Tankstellen die Preise nur noch einmal täglich um zwölf Uhr anheben. Kurz vor zwölf Uhr ist Tanken laut ADAC am günstigsten, die Preise liegen dann etwa drei bis vier Cent unter dem Tagesschnitt.
Für Vielfahrer mit Lademöglichkeit zu Hause zunehmend ja. Strom kostet an der Wallbox rund sechs Euro pro 100 Kilometer, ein Benziner bei zwei Euro je Liter etwa zwölf Euro. Mit jeder CO2-Stufe wächst dieser Vorteil. Bei geringer Fahrleistung lohnt ein überstürzter Wechsel dagegen nicht.
Letzte Aktualisierung: 18. Juni 2026 · Datenquellen: ADAC Kraftstoffpreise, Statistisches Bundesamt, Europäische Kommission, ZDK, auto motor und sport, Stand Juni 2026.
