Audi hat am 29. Juli 2026 den Q9 enthüllt: 5,31 Meter lang, bis zu sieben Sitze, ab 108.400 Euro – der größte Audi, der je gebaut wurde. Das Datum im Kalender ist November 2026, dann steht das neue Flaggschiff bei deutschen Händlern, bestellbar ist es bereits. Und der Preis ist kein Zufall: Der BMW X7 xDrive40d kostet laut aktueller Preisliste 108.500 Euro. Audi hat sein neues Topmodell also exakt 100 Euro darunter platziert. Deutlicher kann man nicht sagen, gegen wen dieses Auto antritt.
Ich habe mir die Daten, die Preise und vor allem die deutsche Motorenpalette genau angesehen – und die ist die eigentliche Nachricht. Denn während die USA einen Benziner und den 591 PS starken SQ9 mit V8 bekommen, startet Deutschland mit genau einem Motor: einem V6-Diesel. Kein SQ9, kein Plug-in-Hybrid, keine Alternative. Was der Q9 kann, was er kostet und für wen er sich trotzdem lohnt, ordne ich hier ein.

Warum Audi jetzt ein XXL-SUV baut
Audi hatte jahrelang eine Lücke, die BMW und Mercedes teuer gefüllt haben. Der X7 läuft seit 2019, der GLS noch länger, beide verkaufen sich vor allem in den USA und China prächtig. Audi hatte in diesem Segment: nichts. Der Q7 ist mit 5,05 Metern eine halbe Klasse kleiner und gegen X7 und GLS nie als vollwertiger Gegner angetreten.
Dazu kommt das Ende des A8. Die klassische Oberklasse-Limousine ist ausgelaufen, ein direkter Nachfolger fehlt. Vertriebsvorstand Marco Schubert hat den Kurs offen benannt: Die Nachfrage in diesem Segment liegt bei SUVs, und der Q9 ist die Antwort darauf. Das neue Flaggschiff der Marke ist damit kein Kombi, keine Limousine, sondern ein 2,4-Tonnen-SUV.
Ehrlich eingeordnet: Der Q9 ist primär ein Auto für die USA. Audi sagt das selbst, und die Motorenpalette bestätigt es. Gebaut wird er trotzdem in Europa, im slowakischen Bratislava, wo auch Q7 und Touareg vom Band laufen. Zwei Drittel der Produktion dürften außerhalb Europas verkauft werden. Deutschland bekommt den Q9 mit – aber eben nicht in voller Breite.

Die Maße: größer als X7 und GLS
Die Zahlen sind eine Ansage. 5,31 Meter Länge, 2,21 Meter Breite inklusive Außenspiegel, 1,81 Meter Höhe, 3,14 Meter Radstand. Damit ist der Q9 der größte Audi aller Zeiten und überragt die direkte Konkurrenz: Der BMW X7 misst 5,18 Meter, der Mercedes GLS rund 5,21 Meter.
| Modell | Länge | Radstand | Sitze |
|---|---|---|---|
| Audi Q9 | 5,31 m | 3,14 m | 6 oder 7 |
| BMW X7 | 5,18 m | 3,10 m | 6 oder 7 |
| Mercedes GLS | ca. 5,21 m | 3,14 m | 6 oder 7 |
Innen übersetzt sich das in drei vollwertige Sitzreihen. Serienmäßig ist der Q9 Siebensitzer, optional gibt es sechs Sitze mit zwei Einzelsesseln in Reihe zwei, beheizt und belüftet. Wer regelmäßig zu sechst reist, sollte genau diese Konfiguration nehmen: Die Einzelsitze sind das Herzstück des Innenraums.
Das Leergewicht liegt nach US-Angabe bei rund 2,4 Tonnen, der SQ9 bringt sogar rund 2,5 Tonnen auf die Waage. Für Anhänger nennt Audi in den USA eine Zuglast von umgerechnet rund 3,5 Tonnen. Die deutschen Homologationswerte stehen noch aus, dürften aber in derselben Größenordnung landen.
Antrieb in Deutschland: ein V6-Diesel, sonst nichts
Zum deutschen Marktstart gibt es genau eine Motorisierung: den 3,0-Liter-V6-TDI mit 220 kW (299 PS) und 630 Nm Drehmoment. Serienmäßig sind quattro-Allradantrieb und Achtstufen-Automatik. In ausgewählten europäischen Märkten folgt eine 180-kW-Variante mit 500 Nm, für Deutschland ist sie bisher nicht vorgesehen.
Technisch ist der Diesel auf aktuellem Stand. Ein elektrisch angetriebener Verdichter eliminiert das Turboloch, dazu kommt das MHEV-plus-System mit Triebstranggenerator, Riemenstartergenerator und einer Lithium-Eisenphosphat-Batterie. Der Normverbrauch liegt bei 7,4 bis 8,0 Litern auf 100 Kilometer, die CO2-Emissionen bei 194 bis 209 g/km – CO2-Klasse G.
Was fehlt, ist auffälliger als das, was da ist. Kein Plug-in-Hybrid, obwohl die PPC-Plattform ihn technisch tragen könnte und der kommende neue Q7 genau damit antritt. Kein Benziner für Europa, der bleibt den USA vorbehalten. Audi hat für den deutschen Q9 aktuell keine erkennbaren Elektrifizierungspläne über den Mild-Hybrid hinaus. Wer auf die 0,5-Prozent-Regelung für Dienstwagen spekuliert hat, kann hier aufhören zu lesen und sollte auf den neuen Q7 warten.

Audi SQ9: Das Topmodell bleibt in Amerika
Parallel zum Q9 hat Audi den ersten SQ9 der Firmengeschichte gezeigt – und direkt klargestellt, dass er vorerst nicht nach Europa kommt. Verkauft wird er in ausgewählten Märkten, darunter die USA und Kanada.
Die Daten machen den Verzicht schmerzhaft. Unter der Haube arbeitet der überarbeitete 4,0-Liter-V8-Biturbo aus dem RS6 vor der Modellpflege: 591 hp (rund 441 kW) und 590 lb-ft Drehmoment, umgerechnet etwa 800 Nm. Von 0 auf 100 km/h geht es in rund 4,0 Sekunden, die Spitze liegt bei 250 km/h. Dazu kommen ein heckbetonter quattro-Antrieb mit geregelter Hinterachs-Differenzialsperre, Mischbereifung auf 23-Zoll-Rädern und adaptive S-Luftfederung. In den USA werden je nach Ausstattung rund 119.000 Dollar aufgerufen.
Damit ist der SQ9 laut Audi das am schnellsten beschleunigende dreireihige SUV seiner Klasse auf 60 mph. Für deutsche Käufer bleibt das Theorie. Wer hierzulande ein Full-Size-SUV mit V8 will, landet weiter beim BMW X7 M60i ab 138.000 Euro oder beim Mercedes-AMG GLS. Das ist die klarste Aussage des ganzen Q9-Programms: Performance war für die europäische Version schlicht kein Entwicklungsziel.

Innenraum: Business-Class mit elektrischen Türen
Beim Komfort trägt der Q9 dagegen dick auf, auch in der deutschen Version. Die Türen öffnen und schließen elektrisch und lassen sich per App bedienen. Das Panorama-Glasdach ist das größte, das Audi je verbaut hat, und kann elektronisch abdunkeln – die schaltbare Transparenz ist zum Vorverkaufsstart allerdings noch nicht bestellbar. Die Sitze der zweiten Reihe verstellen sich elektrisch.

Das Cockpit übernimmt die aktuelle Audi-Architektur: 12,3-Zoll-Digitalcockpit und 14,5-Zoll-MMI-Touchdisplay im gebogenen OLED-Panoramadisplay, dazu serienmäßig ein 12,3-Zoll-Beifahrerdisplay mit Privacy Mode. Anders als frühe Modelle der neuen Generation hat der Q9 von Beginn an Drehregler im Lenkrad.
Bei der Lichttechnik setzt Audi zwei Ausrufezeichen. Vorn leuchten digitale Matrix-LED-Scheinwerfer, die einzelne Fahrbahnbereiche gezielt ausleuchten, ohne zu blenden. Hinten feiern gebogene digitale OLED-Heckleuchten Weltpremiere, mit individuell ansteuerbaren Segmenten und wählbaren Lichtsignaturen. Ein Blinksymbol wird bei Bedarf auf den Asphalt projiziert, damit Radfahrer und Fußgänger Richtungswechsel im Dunkeln früher erkennen. Assistenz gibt es üppig: Notbremsassistent, Totwinkelwarner, Querverkehrsassistent, 360-Grad-Kamera und teilautomatisiertes Fahren auf geeigneten Autobahnabschnitten gehören zum Umfang.

Ausstattungslinien und Bestellung: advanced oder S line
Zwei Linien stehen zur Wahl, und sie unterscheiden sich deutlicher als sonst bei Audi. Die Serienausstattung advanced setzt auf vertikale Lamellen im beleuchteten Singleframe-Grill, die dem Q9 einen fast repräsentativen Auftritt geben. Die optionale S line verzichtet auf die senkrechten Lichtbänder zugunsten eines offeneren Grills mit beleuchteten Taschen und rückt die Sportlichkeit in den Fokus, dazu kommen eigene Stoßfänger und größere Räder.
Mein Rat für die Konfiguration: Wer den Q9 wegen seines Formats kauft, fährt mit advanced ehrlicher. Die S line inszeniert eine Dynamik, die das 2,4-Tonnen-Auto mit 299 PS gar nicht einlösen will, und kostet dafür Aufpreis. Das Geld ist in der Sechssitzer-Konfiguration oder in der adaptiven Luftfederung besser angelegt.
Bestellbar ist der Q9 seit Ende Juli 2026 beim deutschen Händler. Die Auslieferung beginnt im vierten Quartal 2026, die breite Markteinführung ist für November geplant. Wer jetzt bestellt, hat realistische Chancen auf ein Fahrzeug noch in diesem Jahr. Ein Detail für Frühbesteller: Das schaltbare Panorama-Glasdach ist zum Vorverkaufsstart noch nicht konfigurierbar. Wer genau dieses Ausstattungsmerkmal will, sollte den Bestellzeitpunkt mit dem Händler abstimmen, statt es später zu vermissen.

Preis und Konkurrenz: die 100-Euro-Botschaft
Der Q9 TDI startet in Deutschland bei 108.400 Euro (Stand 29.07.2026). Zur Einordnung die aktuelle Konkurrenz:
| Modell | Antrieb | Leistung | Grundpreis |
|---|---|---|---|
| Audi Q9 TDI | V6-Diesel, MHEV plus | 299 PS | 108.400 € |
| BMW X7 xDrive40d | R6-Diesel, Mildhybrid | 352 PS | 108.500 € |
| BMW X7 xDrive40i | R6-Benziner | 381 PS | 106.500 € |
| BMW X7 M60i | V8-Benziner | 530 PS | 138.000 € |
Die BMW-Preise stammen aus der Preisliste mit Stand 26. Juli 2026. Der Mercedes GLS hat im März 2026 seine zweite Modellpflege erhalten; belastbare deutsche Listenpreise für das überarbeitete Modell lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor, das Niveau dürfte spürbar über dem Q9-Einstieg liegen. Auch der Range Rover spielt preislich eine Liga höher.
Auffällig ist die Leistungslücke zum X7-Diesel: 299 PS gegen 352 PS bei fast identischem Preis. Audi verkauft den Q9 nicht über Motorleistung, sondern über Format, Platz und Technikausstattung. In den USA startet der Q9 übrigens knapp unter 90.000 Dollar – umgerechnet deutlich günstiger als hierzulande, was die Zielrichtung des Autos noch einmal unterstreicht.

Firmenwagen und Unterhalt: die ehrliche Rechnung
Als Dienstwagen ist der Q9 steuerlich ein Brocken. Ohne Plug-in-Hybrid greift die 1-Prozent-Regelung: Bei 108.400 Euro Bruttolistenpreis sind das 1.084 Euro geldwerter Vorteil pro Monat, dazu 0,03 Prozent je Entfernungskilometer für den Arbeitsweg. Ein vergleichbar teures Elektro-SUV käme mit der 0,25-Prozent-Regelung auf rund 271 Euro. Der Unterschied summiert sich über eine Haltedauer schnell auf einen fünfstelligen Betrag an zusätzlich versteuertem Einkommen.
Dazu kommt die CO2-Klasse G mit entsprechend hoher Kfz-Steuer, ein realistischer Verbrauch, der bei 2,4 Tonnen und dieser Stirnfläche eher über als unter der Norm liegen wird, und das Wertverlust-Risiko der Oberklasse. Sechsstellige Luxus-SUVs verlieren in den ersten drei Jahren traditionell brutal an Wert, und ein reines Verbrenner-Flaggschiff kurz vor der nächsten Verschärfung der Flottengrenzwerte ist dafür kein schlechter Kandidat, sondern ein sehr guter.
Das ist keine Abrechnung mit dem Auto, sondern eine Einordnung: Der Q9 ist als Privatkauf für Menschen konzipiert, denen diese Posten schlicht egal sein können. Für alle anderen gibt es rationalere Wege zu viel Platz.

Für wen sich der Q9 wirklich lohnt
Meine Einschätzung nach Datenlage: Der Q9 lohnt sich für eine klar umrissene Gruppe. Wer sechs oder sieben Personen regelmäßig komfortabel bewegt, Wert auf maximales Format legt, lange Strecken fährt und einen Diesel ausdrücklich will, bekommt hier den größten und technisch frischesten Audi, den es je gab – zum Preis eines X7, aber moderner beim Licht, bei den Displays und beim Innenraumkonzept.
Für die meisten deutschen Interessenten ist der Q9 dagegen die falsche Antwort auf die richtige Frage. Wer das Format nicht zwingend braucht, wartet besser auf den neuen Q7: gleiche Plattform, handlichere Maße, und vor allem mit angekündigtem Plug-in-Hybrid samt Dienstwagen-Vorteil. Wer Performance sucht, wird beim Q9 in Deutschland gar nicht bedient, weil der SQ9 nicht kommt. Und wer elektrisch fahren will, findet bei Audi mit Q6 e-tron und A6 e-tron längst die moderneren Flaggschiffe.
Kurz: Der Q9 ist ein beeindruckendes Auto, das Audi für Amerika gebaut hat und das Deutschland mitkaufen darf. Genau so sollte man ihn auch bewerten.

Weiterlesen auf AutoColumn
- Neuer Audi Q7 2026: Generation 3, Plug-in-Hybrid, Preis
- Audi A8 eingestellt: Warum Audis Flaggschiff leise stirbt und was kommt
- Audi A2 e-tron 2026: Preis, Reichweite, Daten und Vergleich
- Audi A6 e-tron: Reichweite, Preis und alle Daten
- Wertverlust bei Premium-Autos: Diese Modelle verlieren am meisten
- Firmenwagen mit 0,25-Prozent-Regelung: So rechnet sich das E-Auto
- Diesel oder E-Auto: Was lohnt sich 2026 wirklich?
- BMW iX3 vs. Mercedes GLC EQ: Der Vergleich der Elektro-SUV
- Firmenwagen-Steuer 2026: So sparst du legal Tausende Euro
- Mercedes EQS: Preis, Reichweite und Ausstattung im Überblick
Über den Autor: Amit Ahirrao ist professioneller Präzisionsfahrer und Gründer von AutoColumn. Er bewertet Fahrzeuge anhand realer Daten, gefahrener Strecken und nachvollziehbarer Einordnungen.
Letzte Aktualisierung: 30. Juli 2026 · Datenquellen: Audi, Auto Bild, Motor1 Deutschland, MeinAuto.de, Carwow, Consumer Reports. BMW-Preise: Auto Bild, Stand 26.07.2026.
Der Audi Q9 startet in Deutschland bei 108.400 Euro für den Q9 TDI mit 299 PS (Stand 29.07.2026). Damit liegt er exakt 100 Euro unter dem BMW X7 xDrive40d. Bestellungen sind seit Juli 2026 möglich.
Die Weltpremiere war am 29. Juli 2026. Die Markteinführung in Deutschland und Europa ist für November 2026 geplant, die ersten Fahrzeuge werden ab dem vierten Quartal 2026 ausgeliefert. Bestellbar ist der Q9 bereits.
Nein, vorerst nicht. Der SQ9 mit 591 PS starkem V8-Biturbo wird nur in ausgewählten Märkten wie den USA und Kanada angeboten. In Deutschland startet der Q9 ausschließlich mit dem V6-Diesel. Eine Europa-Version des SQ9 hat Audi bisher nicht angekündigt.
In Deutschland gibt es zum Start nur den 3,0-Liter-V6-TDI mit 220 kW (299 PS), 630 Nm, Mild-Hybrid-System und quattro-Allradantrieb. Die USA bekommen zusätzlich einen V6-Benziner und den SQ9 mit 4,0-Liter-V8. Ein Plug-in-Hybrid ist bisher nicht angekündigt.
Der Q9 ist 5,31 Meter lang, 2,21 Meter breit inklusive Außenspiegel und 1,81 Meter hoch, bei 3,14 Metern Radstand. Damit ist er der größte Audi aller Zeiten und länger als BMW X7 und Mercedes GLS. Es gibt ihn mit sechs oder sieben Sitzen.
Steuerlich kaum. Ohne Plug-in-Hybrid gilt die 1-Prozent-Regelung, also 1.084 Euro geldwerter Vorteil pro Monat beim Einstiegspreis. Ein Elektro-SUV mit 0,25-Prozent-Regelung käme auf rund 271 Euro. Wer den Dienstwagen-Vorteil will, wartet besser auf den neuen Audi Q7 Plug-in-Hybrid.
