Marderschaden E-Auto: Das klingt nach einem kleinen Ärgernis. Doch ein Hochvoltkabel darf niemand flicken, es kommt komplett neu. Laut Allianz Zentrum für Technik kostet das bis zu 7.000 Euro. Im Schnitt zahlen die Versicherer pro Marderbiss dagegen rund 620 Euro.
Ich habe die neuen Zahlen von GDV und ADAC gesammelt und mit Preisen aus Werkstatt und Handel verglichen. Dazu kommt ein Interview, das Auto Bild heute mit einer Marderexpertin veröffentlicht hat. Du erfährst, was ein Biss am E-Auto kostet und welche Versicherung zahlt. Außerdem zeige ich dir, welcher Marderschutz etwas taugt und welcher nur Geld kostet.

Marderschaden E-Auto: Warum das Thema gerade jetzt hochkocht
Am 27.10.2026 hat Auto Bild ein Gespräch mit Nicole Schuster veröffentlicht. Sie führt die Firma K&K, die Marderabwehr herstellt. Ihre Aussage zum E-Auto ist klar: „Attraktiver für Marder sind E-Autos aber nicht.“ Die Folgen eines Bisses seien aber härter.
„Eine beschädigte Hochvoltleitung darf man aus Sicherheitsgründen nicht flicken“, sagt Schuster. „Und dann sind Sie schnell im vierstelligen Bereich für eine Reparatur.“ Klar, sie verkauft Marderabwehr. Trotzdem decken sich ihre Kernaussagen mit dem, was der ADAC schreibt.
Der ADAC hat das Thema im Herbst gleich zweimal aufgegriffen. Auch in den Texten vom 30.09. und 13.10.2026 steht: Ein Hochvoltkabel darf man nicht reparieren, der ganze Strang muss raus. Der Zeitpunkt passt. Laut ADAC sind Marder zwar das ganze Jahr unterwegs, im Frühjahr und im Herbst aber besonders aktiv. Im Herbst suchen sie Plätze zum Schlafen und Ruhen.
252.000 Bisse im Jahr: Die Zahlen hinter dem Ärger
Die neuesten Zahlen des Verbands GDV stammen aus dem Jahr 2024. Damals meldeten die Kfz-Versicherer rund 252.000 Marderschäden an Autos mit Kasko. Der Aufwand lag bei rund 157 Millionen Euro. Pro Fall zahlten die Versicherer also im Schnitt etwa 620 Euro. Auf 1.000 Autos mit Kasko kamen 6,1 Schäden. Eine eigene Zahl für den Marderschaden E-Auto weist der GDV laut EnBW nicht aus.
Ein Jahr zuvor sah das noch anders aus. 2023 waren es laut GDV rund 235.000 Fälle und 128 Millionen Euro, im Schnitt knapp 550 Euro. Die Zahl der Bisse stieg damit um gut 7 Prozent. Der Aufwand wuchs dagegen um rund 22 Prozent. Genau diese Schere meint auch Schuster: Die Reparaturen ziehen stärker an als die Zahl der Fälle.
Dabei zeigt die Statistik nur einen Teil. Sie zählt nur Schäden, die über die Kasko laufen. Wer nur Haftpflicht hat, zahlt selbst und taucht nirgends auf. Zudem rückt der ADAC laut eigener Angabe jedes Jahr zu rund 10.000 Pannen durch Marder aus.
Wann Marder am häufigsten zubeißen
Die meisten Schäden fallen ins Frühjahr. Der GDV nennt April bis Juni als Hochsaison, der ADAC spricht von April bis Juli. Im Mai liegen die Schäden laut Auto Bild 64 Prozent über dem Schnitt. Der Grund ist Revierverhalten: Riecht ein Marder die Duftmarke eines Rivalen, beißt er zu.
Beim Warum gehen die Meinungen auseinander. Der ADAC nennt die Paarungszeit im Frühjahr. Schuster widerspricht, denn Steinmarder paaren sich im Sommer. Für sie zählt eher, dass Weibchen bei der Aufzucht ihr Revier hart verteidigen. Für dich ist das egal, weil beide zum selben Schluss kommen. Schuster sagt es so: „Schutz ist eine Jahresmaßnahme, keine Saisonsache.“
Wer oft woanders parkt, trägt übrigens fremde Duftmarken mit sich herum. Laut Schuster verteilen gerade Urlaubsfahrten die Duftmarken von Revier zu Revier.
Marderschaden E-Auto: Warum der Biss so teuer wird
Das orange Kabel darf niemand flicken
Hochvoltleitungen erkennst du an der orangen Farbe. Je nach Modell liegen dort 400 oder 800 Volt an. Durchdringt ein Zahn die Hülle, meldet die Isolationsüberwachung einen Fehler. Dann gilt laut ADAC: „Dann muss der betroffene Kabelstrang komplett ausgetauscht werden.“
Das ist keine Geldmacherei der Werkstatt. Eine Hochvoltleitung muss sicher isoliert sein, ein Flicken wäre ein Risiko. Ein Kfz-Meister beschrieb Auto Bild schon 2023, was dann fällig wird: der komplette Strang zwischen Ladedose, E-Maschine, Gleichrichter und Batterie. Dazu kommen Diagnose und Prüfschritte.
Die Arbeitszeit treibt die Rechnung zusätzlich. Laut Schuster müssen Werkstätten bei modernen Autos oft erst Sensoren ausbauen, bevor sie an die Leitung kommen. Dann kostet nicht das Teil am meisten, sondern der Weg dorthin.
Immerhin gibt es eine gute Nachricht. Laut ADAC sind die meisten E-Autos unten fast vollständig verkleidet. Die Hochvoltkabel stecken in Schutzrohren und haben eine dicke Isolierung. Deshalb sind Bisse am E-Auto selten. Schuster warnt trotzdem: Über die Radkästen kommt der Marder hinein, und auch am Heck gibt es Angriffspunkte.
Auch das E-Auto hat Schläuche und dünne Kabel
Zündkabel gibt es im E-Auto nicht. Trotzdem bleibt genug Beute. Ein E-Auto hat ein normales 12-Volt-Bordnetz mit vielen dünnen Leitungen. Dazu kommen Kühlschläuche, Dämmmatten und Gummimanschetten an Achse und Lenkung. Genau diese Teile nennt der ADAC als typische Ziele.
Eine gebissene Manschette fällt erst spät auf. Dringen Schmutz und Wasser ein, leidet das Gelenk. Ein undichter Kühlschlauch ist noch tückischer, weil er langsam Flüssigkeit verliert. Im E-Auto kühlt so ein Kreislauf je nach Modell auch Akku und Elektronik.
Tabelle: Was ein Marderbiss am Verbrenner und am E-Auto kostet
Die Spanne ist riesig. Das liegt am Modell, an der Lage des Kabels und am Stundensatz der Werkstatt. Die Tabelle zeigt belegte Werte, jeweils mit Quelle und Jahr.
| Schadenfall | Typische Kosten | Quelle |
|---|---|---|
| Schnitt aller Marderschäden 2024, alle Antriebe | rund 620 Euro | GDV (2026) |
| Verbrenner: Zündkabel, Schläuche, Dämmmatten | im Schnitt rund 450 Euro | ADAC (2026) |
| Verbrenner: neues Zündkabel | 150 bis 300 Euro | Allianz via Correctiv (2022) |
| Verbrenner: Motorschaden als Folge | mehrere Tausend Euro | Allianz, ADAC |
| E-Auto: Hochvoltstrang, Beispiel einer Werkstatt | rund 2.500 Euro Teil plus rund 1.000 Euro Arbeit | Auto Bild (2023) |
| E-Auto: Material für den Hochvoltstrang | 2.500 bis 7.000 Euro plus rund 1.000 Euro Einbau | EnBW (2024) |
| E-Auto: Tausch des Hochvolt-Kabelsatzes | bis zu 7.000 Euro | Allianz Zentrum für Technik (2021) |
| E-Auto: gleicher Biss bei dicker Schutzhülle | rund 200 Euro | Allianz Zentrum für Technik (2021) |
Im schlimmsten Fall kostet ein Biss am E-Auto laut Auto Bild etwa das Zehnfache wie beim Verbrenner. Bei alten oder sehr günstigen E-Autos lohnt die Reparatur laut ADAC manchmal gar nicht mehr. Das Allianz Zentrum für Technik spricht dann von einem wirtschaftlichen Totalschaden. Technisch ist das Auto also nicht hin, aber der Restwert reicht nicht für die Rechnung.
Marderschaden E-Auto: Wie gefährlich ist ein gebissenes Kabel?
Der ADAC gibt Entwarnung. Im Stand ist das Hochvoltsystem abgeschaltet. Einen Stromschlag durch den Biss selbst schließt der ADAC daher aus. Fällt der Fehler auf, zeigt dir das Auto eine Warnung im Display.
Trotzdem gilt für mich eine klare Regel: Finger weg von jeder orangen Leitung, die angefressen aussieht. Sobald das Auto fahrbereit ist, steht das System unter Spannung. Ob ein Modell mit dem Fehler noch fährt, hängt vom Hersteller und vom Fehlerbild ab. An das Hochvoltsystem dürfen nur geschulte Fachleute.
Fahr mit einer Hochvolt-Warnung also nicht einfach weiter. Ruf die Pannenhilfe oder deine Werkstatt. Wie oft E-Autos insgesamt liegen bleiben, zeigt die ADAC-Pannenstatistik 2026 im Vergleich zum Verbrenner.
Versicherung beim Marderschaden E-Auto: Wer zahlt?
Kurz gesagt: die Kasko, nicht die Haftpflicht. Die Kfz-Haftpflicht zahlt nur Schäden, die du anderen zufügst. Laut GDV musst du einen Marderbiss am eigenen Auto dann selbst tragen. Die Teilkasko zahlt dagegen die direkten Schäden, also die gebissenen Teile.
Ein Teilkasko-Schaden kostet dich keinen Rabatt. Die Teilkasko kennt keine Schadenfreiheitsklassen, so erklärt es Verivox. Du zahlst nur deine Selbstbeteiligung, oft 150 Euro. Melde den Schaden aber zügig, denn die Frist liegt laut Verivox meist bei sieben Tagen.
Ein Rechenbeispiel mit den Zahlen aus Auto Bild: Der neue Strang kostet rund 3.500 Euro. Mit Teilkasko und 150 Euro Selbstbeteiligung zahlst du 150 Euro. Ohne Kasko zahlst du alles. Wer ein älteres E-Auto nur mit Haftpflicht fährt, sollte also genau rechnen. Was Kasko für dein Modell kostet, steht in meinem Ratgeber zur E-Auto Versicherung 2026 mit Typklassen und Spartipps.
Tabelle: Was welche Versicherung beim Marderbiss zahlt
| Versicherung | Gebissene Teile | Folgeschäden | Darauf musst du achten |
|---|---|---|---|
| Nur Haftpflicht | nein | nein | Du zahlst alles selbst, beim E-Auto schnell vierstellig |
| Teilkasko, Basistarif | ja, minus Selbstbeteiligung (oft 150 Euro) | oft nicht versichert | Kein Verlust beim Schadenfreiheitsrabatt |
| Teilkasko mit Tierbiss inklusive Folgeschäden | ja | ja, oft bis 3.000 oder 5.000 Euro | Laut Finanztest Grenzen von 3.000 bis 20.000 Euro, teils ohne Limit |
| Vollkasko | ja, über den Teilkasko-Teil | so wie im Teilkasko-Teil geregelt | Die Grenze für Folgeschäden steht in den Bedingungen |
Folgeschäden: Hier trennt sich der gute Tarif vom billigen
Ein Folgeschaden ist alles, was nach dem Biss kaputtgeht. Beim Verbrenner ist das typische Beispiel der gebissene Kühlschlauch, danach überhitzt der Motor. Beim E-Auto nennt EnBW defekte Steuergeräte oder Elektronik als mögliche Folgen. In Basistarifen fehlen solche Schäden laut Verivox häufig. Gute Tarife zahlen sie bis 3.000 oder 5.000 Euro.
Finanztest fand in einem Vergleich Grenzen von 3.000 bis 20.000 Euro. Manche Versicherer haften sogar ohne festes Limit. Laut Check24 kostete der erweiterte Marderschutz 2023 im Schnitt rund 3 Prozent mehr Beitrag. Die HUK-Coburg wirbt im E-Auto-Tarif zum Beispiel mit Tierbiss inklusive Folgeschäden in der Teilkasko.
Nach meinem Verständnis ist der Hochvoltstrang selbst das gebissene Teil. Er zählt damit in der Regel als direkter Schaden. Die Grenze für Folgeschäden greift erst, wenn danach weitere Teile ausfallen. Verlass dich darauf aber nicht blind, sondern lies die Bedingungen.
Checkliste für deinen E-Auto-Tarif
- Tierbiss statt Marderbiss: Stiftung Warentest rät zu dieser Formulierung, weil auch Katzen oder Ratten beißen.
- Folgeschäden mit Summe: Mein Mindestwert fürs E-Auto sind 5.000 Euro, besser ohne Limit.
- Hochvolt ausdrücklich genannt: Das empfiehlt Kfz-Auskunft, damit es später keinen Streit gibt.
- Akku auch einzeln versichert: Laut Finanztest zahlen manche den Neupreis nur, wenn das ganze Auto beschädigt ist.
- Selbstbeteiligung prüfen: Bei 150 Euro lohnt die Meldung fast immer.
Marderschutz fürs E-Auto im Vergleich
Die Preise stammen aus den genannten Quellen und gelten ohne Einbau, sofern nicht anders vermerkt. Ich habe die Optionen nach Wirkung sortiert, gemessen an den Aussagen von ADAC, K&K und Verivox.
| Maßnahme | Preis laut Quelle | Wirkung | Haken |
|---|---|---|---|
| Hochspannung mit Kontaktplatten, oft plus Ultraschall | rund 150 Euro (Verivox), 194 bis 206 Euro bei Hyundai, Kombisysteme um 400 Euro (EnBW), plus Einbau | laut ADAC und K&K am zuverlässigsten | Einbau in der Fachwerkstatt, laut K&K rund 90 Minuten |
| Duftmarken entfernen | Motorwäsche 50 bis 100 Euro (Verivox), Entferner 10 bis 20 Euro (EnBW) | Pflicht nach jedem Marderbesuch | Allein kein Schutz, nur Vorbereitung |
| Garage | keine Zusatzkosten, wenn vorhanden | laut Verivox eine der wirksamsten Maßnahmen | Nicht jeder hat eine |
| Ultraschall | 20 bis 200 Euro (Verivox), meist unter 100 Euro (EnBW) | mittel, Gewöhnung über Monate möglich | Hunde und manche Menschen hören den Ton |
| Draht oder Gitter unterm Auto | in den Quellen ohne Preis | umstritten | Im Video von K&K läuft ein Marder einfach drüber |
| Duftspray | rund 10 bis 20 Euro (EnBW) | wirkt laut EnBW nur kurz | Muss ständig erneuert werden |
| Hundehaare, WC-Steine, Mottenkugeln | kaum Kosten | Wirkung nicht bewiesen | Kostet Zeit, schützt nicht |
Platz 1: Hochspannung, aber nur aus der Fachwerkstatt
Das Prinzip kennst du vom Weidezaun. Kleine Platten geben dem Marder einen kurzen, harmlosen Schlag. Der ADAC schreibt dazu knapp: „Bewährt haben sich Elektroschockgeräte.“ Schuster nennt diese Form im Interview die zuverlässigste. Das gilt vor allem gegen ein Tier, das sein Revier verteidigt.
Am E-Auto würde ich hier nichts selbst schrauben. Die Platten sitzen nah an Leitungen, und eine Werkstatt weiß, wo die orangen Kabel laufen. Schuster rät zu einer Werkstatt mit Hebebühne, denn tief montierte Platten wirken besser. Sie gehören an die Wege, die der Marder nimmt, etwa in die Radkästen.
Frag vorher nach einer Freigabe des Herstellers. K&K nennt Freigaben unter anderem von Citroën, Ford, Kia, VW, Peugeot, Skoda und Seat. Hyundai verkauft eigene Sets über die Händler und empfiehlt dort auch den Einbau. Laut K&K eignen sich Geräte mit eigener Batterie gut für E-Autos, weil sie nicht am Bordnetz hängen.
Platz 2 und 3: Duftmarken entfernen, Auto abschirmen
Duftmarken weg, bevor der Schutz kommt
Ohne diesen Schritt bringt der beste Marderschutz wenig. Die Duftmarke des alten Marders lockt den nächsten an und macht ihn wütend. Der ADAC empfiehlt deshalb nach jedem Befall eine Motorwäsche vom Profi.
Schuster sieht das bei modernen Autos anders. Dort rät man oft von einer Motorwäsche ab. Sie empfiehlt spezielle Entferner, die den Geruch neutralisieren. Beim E-Auto fragst du besser die Werkstatt. Mit dem Hochdruckreiniger hat im Vorderwagen niemand etwas verloren. Hyundai legt seinen Sets übrigens einen solchen Entferner bei.
Garage und Abdeckungen
Die Garage ist laut Verivox eine der wirksamsten Maßnahmen. Sie hält den Marder nicht immer fern, aber sie senkt das Risiko deutlich. Für viele Modelle gibt es laut ADAC zudem Wannen oder Abdeckungen zum Nachrüsten.
Dicke Schutzhüllen machen den größten Unterschied bei den Kosten. Laut Allianz Zentrum für Technik sinkt ein Kabelschaden damit von bis zu 7.000 auf rund 200 Euro. Schläuche aus hartem Kunststoff gibt es laut Verivox oft schon unter 20 Euro. Am E-Auto gilt aber: Nur die 12-Volt-Kabel selbst ummanteln, an Hochvolt kommt nur die Werkstatt.
Ultraschall und Hausmittel: Was wenig bringt
Ultraschall: bequem, aber mit Haken
Ein Ultraschall-Gerät ist schnell montiert, oft ohne Kabel zum Bordnetz. Es sendet hohe Töne in wechselnden Frequenzen. Laut Auto Zeitung können sich Marder über Monate trotzdem daran gewöhnen. Zudem hören Hunde den Ton, und laut ADAC empfinden ihn auch manche Menschen als störend. Als alleiniger Schutz reicht mir das nicht, als Teil eines Kombigeräts ist es in Ordnung.
Was du dir sparen kannst
Hundehaare, WC-Steine und Mottenkugeln sind beliebt. Ihre Wirkung ist laut t-online und Auto Zeitung aber nicht bewiesen. Duftsprays halten laut EnBW nur kurz und müssen ständig neu aufgetragen werden. Laut Stiftung Warentest hält der ADAC sie sogar für wirkungslos.
Auch der Hasendraht unterm Auto ist ein Mythos. Schuster zeigt im Interview ein Nachtsichtvideo. Darin läuft ein Marder ruhig über den Draht und klettert danach in den Motorraum.
Marder im Motorraum entdeckt: Was jetzt?
Du hast morgens Nistmaterial unter der Haube gefunden oder eine Warnung im Display? Dann arbeite diese Liste ab, und zwar in dieser Reihenfolge.
- Spuren sichern: Achte auf Nistmaterial, Pfotenabdrücke, angefressene Kabel oder Gummireste. Auch Kühlmittel unter dem Auto ist ein Hinweis.
- Warnung ernst nehmen: Zeigt das Auto einen Fehler am Hochvoltsystem, fährst du nicht los. Ruf die Pannenhilfe.
- Nichts anfassen: Orange Leitungen fasst du nicht an, auch wenn sie nur leicht angeknabbert aussehen.
- Fotos machen: Halte Schäden und Spuren mit dem Handy fest, am besten mit Datum.
- Versicherung melden: Die Frist liegt laut Verivox meist bei sieben Tagen. Frag nach, ob dein Tarif eine Werkstattbindung hat.
- Richtige Werkstatt wählen: Nur ein Betrieb mit Personal für Hochvolt darf an die orangen Leitungen.
- Duftmarken entfernen lassen: Erst danach lohnt ein neuer Marderschutz.
- Schutz einbauen: Sonst kommt der nächste Marder, denn das Revier bleibt dasselbe.
Mein Tipp für Laternenparker: Schau im Frühjahr ab und zu unter die Haube, gerade nach einem Urlaub. Fürs Draußenparken im Winter lohnt zudem ein Blick auf Winterreifen fürs E-Auto.
Mein Rat zum Thema Marderschaden E-Auto
Wenn dein E-Auto draußen steht, kauf dir ein Hochspannungsgerät und lass es in der Fachwerkstatt einbauen. Rund 150 bis 400 Euro plus Einbau sind viel Geld für ein paar Bleche. Doch ein einziger Biss in den Hochvoltstrang kostet ein Vielfaches davon.
Wenn du eine Garage hast, nutz sie, auch wenn das Rangieren nervt. Prüf außerdem deinen Tarif: Steht dort kein Tierbiss mit Folgeschäden, wechselst du zum nächsten Termin. Bei den meisten Verträgen ist das der Jahreswechsel. Die Kündigung muss dann meist bis zum 30. November beim Versicherer sein. Die rund 3 Prozent Aufpreis laut Check24 sind beim E-Auto gut angelegt.
Finger weg von Hausmitteln und Hasendraht, wenn du Ruhe willst. Sie kosten wenig, schützen aber nicht. Fährst du ein älteres E-Auto nur mit Haftpflicht, rechne einmal nach: Schon ein Strang für 3.500 Euro kann den Restwert übersteigen. Dann ist eine Teilkasko mit hoher Selbstbeteiligung oft günstiger als das Risiko.
Unterm Strich gilt beim Marderschaden E-Auto: selten, aber teuer. Gegen das „selten“ kannst du wenig tun. Gegen das „teuer“ schon, und zwar mit dem richtigen Tarif und einem Gerät, das wirklich wirkt.
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Über den Autor: Amit Ahirrao ist professioneller Präzisionsfahrer und Gründer von AutoColumn. Er schreibt über Elektroautos, Versicherung und die Kosten, die im Alltag mit dem Auto wirklich anfallen.
Letzte Aktualisierung: 27.10.2026 · Datenquellen: Auto Bild: Interview mit Marder-Expertin Nicole Schuster (27.10.2026), ADAC: Marderschaden am E-Auto (30.09.2026), ADAC: Vorsicht, Marderbiss (13.10.2026), Autohaus: GDV-Zahlen 2024 (16.03.2026), Cash-Online: GDV-Zahlen 2024, Autohaus: GDV-Zahlen 2023, Auto Bild: Marderbisse am E-Auto (2023), Autohaus: Allianz Zentrum für Technik (2021), Correctiv: Faktencheck Marderbiss und Totalschaden, EnBW: Marder und E-Auto, ecomento: Marderschäden an Elektroautos, Kfz-Auskunft: Marderschäden bei Elektroautos, Verivox: Marderschaden und Versicherung, Stiftung Warentest: Marderschäden, t3n/Finanztest: Kasko fürs E-Auto, Check24: Marderschaden (2023), HUK-Coburg: Versicherung für Elektroautos, Hyundai: Zubehör zur Marderabwehr, Autoservicepraxis: K&K Marderabwehr, Auto Zeitung: Ultraschall oder Hochspannung, t-online: Marderschutz am Auto, carwow: Marder im Auto
Ein gebissenes Hochvoltkabel darf nicht repariert werden, der ganze Kabelstrang kommt neu. Auto Bild nennt ein Werkstattbeispiel mit rund 3.500 Euro inklusive Arbeit. Das Allianz Zentrum für Technik spricht von bis zu 7.000 Euro. Zum Vergleich: Im Schnitt kostete ein Marderschaden 2024 laut GDV rund 620 Euro.
Ja, die Teilkasko zahlt die direkt gebissenen Teile, abzüglich Selbstbeteiligung, oft 150 Euro. Folgeschäden sind nur in manchen Tarifen versichert, häufig bis 3.000 oder 5.000 Euro. Die Kfz-Haftpflicht zahlt beim Marderbiss am eigenen Auto nichts. Ein Teilkasko-Schaden kostet keinen Schadenfreiheitsrabatt.
Laut ADAC ist das Hochvoltsystem im Stand abgeschaltet, ein Stromschlag durch den Biss ist daher nicht zu erwarten. Die Isolationsüberwachung meldet den Fehler im Display. Orange Leitungen solltest du trotzdem nie anfassen. Bei einer Hochvolt-Warnung nicht weiterfahren, sondern Pannenhilfe oder Werkstatt rufen.
ADAC und Hersteller K&K halten Hochspannungsgeräte mit Kontaktplatten für am zuverlässigsten. Sie kosten laut Verivox und EnBW rund 150 bis 400 Euro plus Einbau. Beim E-Auto gehört der Einbau in eine Fachwerkstatt. Vorher müssen die Duftmarken des alten Marders weg.
Laut GDV beißen Marder von April bis Juni am häufigsten zu, der ADAC nennt April bis Juli. Aktiv sind die Tiere aber das ganze Jahr, besonders im Frühjahr und im Herbst. Schutz lohnt sich deshalb ganzjährig und nicht nur in der Hochsaison.




