Porsche verkauft Rimac und seine Bugatti-Anteile komplett an ein US-Konsortium – und gibt damit eines der spannendsten Engagements der letzten zehn Jahre auf. Am 24. April 2026 hat Porsche-Chef Michael Leiters die Transaktion unterzeichnet: Die 45-Prozent-Beteiligung an Bugatti Rimac und die 20,6-Prozent-Beteiligung an der Rimac Group gehen an ein Konsortium unter Führung der New Yorker HOF Capital, mit BlueFive Capital aus Abu Dhabi als größtem Investor. Mate Rimac übernimmt die operative Kontrolle über Bugatti Rimac. Der Verkaufspreis wurde nicht offiziell bestätigt – Bloomberg berichtete vor einem Jahr von einer Bewertung über einer Milliarde Euro. Die Genehmigungen werden bis Ende 2026 erwartet.
Diese Analyse zeigt, warum Porsche seine wertvollste Innovations-Beteiligung abgibt, wer hinter HOF Capital und BlueFive Capital steckt, was der Deal für den BMW i7 mit Rimac-Akku bedeutet, ob Bugatti Tourbillon und Rimac Nevera weitergebaut werden, wie der drastische Porsche-Gewinneinbruch von 91 Prozent damit zusammenhängt und wie Mate Rimac das Hypercar-Imperium künftig steuern will. Alle Informationen stammen aus offiziellen Pressemitteilungen von Porsche, HOF Capital, electrive.net, Auto Motor und Sport, Carscoops und CNBC, Stand 27. April 2026.

Die Eckdaten des Deals auf einen Blick
Zunächst die wichtigsten Fakten der Transaktion. Diese Übersicht zeigt, was genau verkauft wird und wer welche Rolle übernimmt.
| Parameter | Detail |
|---|---|
| Verkaufstermin | 24. April 2026 (Vertragsunterzeichnung) |
| Abschluss | Voraussichtlich Q4 2026 (regulatorische Freigaben) |
| Verkaufte Beteiligungen | 45 % Bugatti Rimac + 20,6 % Rimac Group |
| Käufer-Konsortium | HOF Capital (Lead), BlueFive Capital (größter Investor) |
| Weitere Investoren | Institutionelle Investoren aus USA und EU |
| Neuer Bugatti-Rimac-Eigentümer | Rimac Group (100 % Kontrolle) |
| Größter Rimac-Group-Aktionär | HOF Capital (neben Mate Rimac) |
| Verkaufspreis | Vertraulich (Bloomberg-Schätzung 2024: über 1 Milliarde Euro) |
Daten: Porsche AG Newsroom, HOF Capital Pressemitteilung, electrive.net, Stand 27. April 2026.
Warum Porsche jetzt verkauft: Der dramatische Hintergrund
Der Verkauf kommt nicht aus dem Nichts. Sondern als direkte Folge eines der schlechtesten Geschäftsjahre, das Porsche je hatte. Folgende Zahlen erklären, warum der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen seine spannendste Innovation abgibt.
91 Prozent weniger Gewinn
Porsches Konzernüberschuss ist 2025 um 91,4 Prozent eingebrochen – von rund 3,6 Milliarden Euro auf nur noch 310 Millionen Euro. Der Umsatz sank um 9,7 Prozent auf 36,3 Milliarden Euro. Drei Hauptursachen sind dafür verantwortlich:
Erstens das schwache China-Geschäft: Der wichtigste Premium-Markt brach um 28 Prozent ein. Chinesische Käufer wechseln zunehmend zu lokalen Marken wie Nio, Xpeng und BYD. Zweitens die US-Zollpolitik: Trumps Importzölle haben Porsche allein 2025 rund 800 Millionen Euro gekostet. Drittens die Elektrostrategie: Der Macan Electric und der Taycan verkaufen sich deutlich schwächer als geplant. Folglich entwickelt Porsche aktuell wieder Verbrenner – allein dieser strategische Rückzieher schlägt mit 2,4 Milliarden Euro zu Buche.
Die Rimac-Anteile sind „Non-Core“
In dieser Lage gilt: Jede Beteiligung, die nicht direkt zum Porsche-Kerngeschäft gehört, steht zur Disposition. CEO Michael Leiters formuliert das im Pressestatement diplomatisch: „Mit dem Verkauf unserer Beteiligung konzentrieren wir uns nun bei Porsche wieder auf das Kerngeschäft.“ Übersetzt heißt das: Die 1 Milliarde Euro aus dem Verkauf wird für die eigene Modernisierung und für die Rückkehr zu Verbrennern gebraucht.
Zudem kommt der Druck vom Volkswagen-Konzern: Porsche ist eine VW-Tochter, und VW selbst kämpft mit Margendruck und Restrukturierungsbedarf. Die Aktie reagierte am Veröffentlichungstag mit einem Kursrückgang von 1,6 Prozent in Frankfurt – die Märkte sehen den Verkauf eher als Notlösung denn als strategischen Befreiungsschlag.

Wer ist HOF Capital? Der überraschende US-Käufer
Das Konsortium, das nun Porsches Rimac-Anteile übernimmt, hat zwei prominente Spieler.
HOF Capital aus New York
HOF Capital ist eine Risikokapitalgesellschaft mit Sitz in New York, die unter anderem von Onsi Sawiris Jr. mitgegründet wurde – einem Enkel des verstorbenen ägyptischen Bauunternehmers Onsi Sawiris. Die Sawiris-Familie ist eine der reichsten Unternehmerdynastien des Nahen Ostens. Zum Familien-Imperium gehören etwa eine sechsprozentige Beteiligung an Adidas und eine Miteigentümerschaft am englischen Premier-League-Klub Aston Villa.
Investiert wird primär in Technologie- und Innovationsunternehmen. Mit der Rimac-Übernahme wagt sich der Fonds erstmals tief in die Automobilindustrie. Onsi Sawiris Jr. ist Managing Partner und gilt als treibende Kraft der Transaktion. Insbesondere die Verbindung zwischen Tech-Investments und Hypercar-Innovation soll über die kommenden Jahre weiter ausgebaut werden. Damit positioniert sich HOF Capital strategisch zwischen klassischer Industrie und Mobility-Tech.
BlueFive Capital aus Abu Dhabi
BlueFive Capital ist eine Private-Equity-Gesellschaft aus Abu Dhabi, geführt von Hazem Ben-Gacem (vormals Investcorp). Im Konsortium ist BlueFive der größte einzelne Investor – konkrete Zahlen wurden allerdings nicht offiziell bestätigt. Im Pressestatement zeigt sich Ben-Gacem mit emotionalem Bezug zur Marke Bugatti: „BlueFive Capital betrachtet diese Gelegenheit als mehr als nur eine finanzielle Transaktion.“
Damit gewinnt Bugatti einen Investor mit langfristigem Horizont – ein wichtiges Signal an Sammler und Stammkunden, die für ihre Bugatti-Bestellungen häufig sechs- bis siebenstellige Anzahlungen leisten. Zudem will das Konsortium das Wachstum der Rimac Group aktiv unterstützen.
Was passiert mit Bugatti Tourbillon und Rimac Nevera?
Eine zentrale Frage für Sammler und Auto-Fans: Werden die laufenden Hypercar-Programme weitergebaut?
Bugatti Tourbillon: Produktion läuft weiter
Der 2024 vorgestellte Bugatti Tourbillon mit 1.800 PS Hybrid-Antrieb (V16-Saugmotor plus drei Elektromotoren) ist die Antwort auf den Chiron. Nur 250 Exemplare werden gebaut, der Preis liegt bei rund 3,8 Millionen Euro netto. Die ersten Auslieferungen sind für 2026 geplant.
Beide Parteien haben bestätigt, dass die Tourbillon-Produktion durch den Eigentümerwechsel nicht beeinflusst wird. Mate Rimac übernimmt nun die volle operative Verantwortung – also genau dort, wo er bisher schon CEO war. Folglich gibt es für Tourbillon-Käufer keine Unsicherheit. Im Gegenteil: Mit Mate Rimac an der Spitze und neuen Finanzinvestoren im Rücken könnte Bugatti künftig sogar schneller neue Modelle entwickeln als unter Porsche-Kontrolle.
Rimac Nevera: Bleibt das Aushängeschild
Der Rimac Nevera mit seinen 1.914 PS und 412 km/h Höchstgeschwindigkeit ist seit 2022 in Kleinserie verfügbar. Er bleibt das technologische Aushängeschild der Marke. Allerdings hat Rimac die Produktion bisher bewusst klein gehalten – der Fokus liegt zunehmend auf dem Tier-1-Zuliefergeschäft (Rimac Technology).
Die Folgen für den BMW i7 Facelift
Eine der wichtigsten Fragen, die der Deal aufwirft: Was passiert mit der BMW-Rimac-Partnerschaft beim neuen i7?
Die Rimac-Technology-Sparte
Rimac Technology ist die Tier-1-Zulieferer-Einheit der Rimac Group. Sie produziert seit Anfang 2026 die Hochvolt-Batterie für den BMW i7 Facelift. Auf einem 15.000 Quadratmeter großen Campus bei Zagreb werden die kombinierten Gen6-Zellen-mit-Gen5-Modul-Akkus gefertigt und montagefertig nach Dingolfing geliefert. Das Pack ermöglicht 728 km WLTP-Reichweite – ein Plus von 104 km gegenüber dem Vor-Facelift.
Durch den Eigentümerwechsel ändert sich an dieser Partnerschaft zunächst nichts. Rimac Technology bleibt vollständig in der Rimac Group – die Mate Rimac jetzt mit HOF Capital als Hauptaktionär führt. Im Gegenteil: Mit dem zusätzlichen Kapital aus dem Verkauf könnte Rimac Technology nun deutlich aggressiver expandieren und weitere OEM-Kunden gewinnen.
Hyundai bleibt Mit-Investor
Wichtig zu wissen: Porsche war nicht der einzige strategische Investor bei Rimac. Hyundai hält weiterhin eine kleinere Beteiligung an der Rimac Group. Damit bleibt Rimac auch nach dem Porsche-Ausstieg in einem Geflecht aus mehreren OEM-Partnerschaften. Folglich ist die Eigenständigkeit der Rimac Group langfristig gesichert.
Verne Robotaxi und Rimac Energy: Die anderen Töchter
Die Rimac Group ist heute deutlich breiter aufgestellt als noch vor fünf Jahren. Insgesamt vier Geschäftseinheiten gehören dazu:
| Einheit | Geschäft | Status |
|---|---|---|
| Bugatti Rimac | Hypercars (Bugatti, Rimac Nevera) | 100 % Rimac Group nach Deal |
| Rimac Technology | Tier-1-Zulieferer (Akkus, Antrieb) | Bestandteil Rimac Group |
| Verne | Robotaxi-Hardware und -Service | Bestandteil Rimac Group |
| Rimac Energy | Stationäre Batteriespeicher | Bestandteil Rimac Group |
Daten: electrive.net, Rimac Group Pressemitteilungen, Stand 27. April 2026.
Verne ist dabei besonders interessant. Die Sparte hat Anfang 2026 in Zagreb einen Robotaxi-Service gestartet, der voraussichtlich in weitere Städte in Europa und im Nahen Osten ausgerollt werden soll. Mit dem neuen Investor BlueFive aus Abu Dhabi öffnet sich eine offensichtliche Tür für die Expansion in den Golfregion-Markt.
Rimac Energy wiederum ist die jüngste Einheit. Sie baut ein Geschäft für stationäre Batteriespeicher auf – ein Markt, der durch den Ausbau erneuerbarer Energien stark wächst. Hier könnte HOF Capital als Tech-Investor besonders aktiv unterstützen.
Die strategische Einordnung: Was bedeutet der Deal langfristig?
Drei strategische Konsequenzen ergeben sich aus dem Deal.
1. Porsche fokussiert sich auf das Verbrenner-Comeback
Der Verkaufserlös aus den Rimac-Anteilen ergänzt die geplanten 2,4 Milliarden Euro für die Verbrenner-Rückkehr. Damit kann Porsche seine 911-, Cayenne- und Panamera-Modellreihen mit klassischen Verbrennungsmotoren weiterentwickeln. Gleichzeitig konzentriert sich die Elektro-Strategie auf wenige Schlüsselmodelle wie den Macan Electric und den kommenden Cayenne Electric.
2. Rimac wird unabhängiger und gleichzeitig stärker
Mate Rimac war bisher Mehrheitsaktionär der Rimac Group, aber mit Porsche als Co-Investor und Bugatti-Rimac-Partner. Jetzt hat er die volle operative Kontrolle über Bugatti Rimac und einen finanzkräftigen Investor (HOF Capital) als Hauptpartner an seiner Seite. Folglich kann er strategische Entscheidungen schneller umsetzen als unter dem alten Konstrukt mit Porsche.
3. Bugatti könnte sich verändern
Mate Rimac hat bereits deutlich gemacht, dass er die Marke Bugatti aggressiver weiterentwickeln will. Konkret bedeutet das: Möglicherweise schneller neue Modelle, eine breitere Modellpalette und eine stärkere Verzahnung mit Rimac-Technologie. Der Tourbillon ist erst der Anfang. Insider rechnen mit einem rein elektrischen Bugatti spätestens 2028 – etwas, das unter Porsche-Kontrolle wegen interner Konflikte mit dem Taycan und Cayenne Electric blockiert worden war.
Was bedeutet das für deutsche Auto-Käufer?
Direkte Konsequenzen für deutsche Autokäufer gibt es zunächst kaum. Allerdings gibt es vier indirekte Effekte, die langfristig wichtig werden:
Erstens: Der BMW i7 Facelift bleibt verfügbar. Die Akkuproduktion in Zagreb läuft weiter, der i7 wird ab 121.400 Euro wie geplant ab Juli 2026 ausgeliefert.
Zweitens: Bugatti-Bestellungen sind sicher. Tourbillon-Käufer müssen sich keine Sorgen um ihre sechs- oder siebenstelligen Anzahlungen machen. Mate Rimac übernimmt die operative Verantwortung, die Produktion läuft.
Drittens: Porsche fokussiert sich wieder auf Verbrenner. Wer einen elektrischen Porsche fahren will, hat aktuell die Wahl zwischen Taycan und Macan Electric. Der Cayenne Electric kommt 2026. Neue Elektromodelle werden vorerst zurückgehalten – die Verbrenner-Reihen 911 und Panamera werden hingegen ausgebaut.
Viertens: Rimac Technology wird zum unabhängigen Akku-Lieferanten. Mit den neuen Eigentümerverhältnissen wird die Sparte voraussichtlich aktiver am Markt agieren. Folglich könnten weitere deutsche Hersteller wie Mercedes oder Audi künftig Rimac-Akkus in ihren Topmodellen einsetzen.
Marktreaktionen: Was Analysten und Branchenexperten sagen
Die Börsenreaktion auf den Deal war moderat negativ – Porsche-Aktien verloren am 24. April 1,6 Prozent in Frankfurt. Allerdings bewerten Branchenexperten den Verkauf differenziert. Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Instituts in Duisburg, sagte gegenüber Auto Motor und Sport: „Der Deal zeigt, wie schwer es deutschen Premium-Marken aktuell fällt, ihre Innovationsbeteiligungen zu halten. Porsche braucht Kapital schneller, als die Rimac-Beteiligung es liefern könnte.“
Demgegenüber lobt Mate Rimac selbst die langjährige Zusammenarbeit ausdrücklich. „Porsche war ein entscheidender Partner, und wir sind zutiefst dankbar für die Rolle, die das Unternehmen beim Aufbau von Bugatti Rimac gespielt hat“, erklärte er nach der Bekanntgabe. Insbesondere die strategische Begleitung über sieben Jahre habe das Unternehmen geformt. Zudem zeigt sein Statement deutlich, dass die Trennung im Einvernehmen erfolgt – und nicht durch einen Konflikt zwischen den Parteien.
Aus Investoren-Sicht ist der Deal hingegen ein klares Signal: Konkurrenz aus China und den USA setzt deutschen Premium-Marken zu, und auch starke Marken wie Porsche müssen sich auf das Kerngeschäft fokussieren. Schließlich zeigen die Quartalszahlen 2025 deutlich, dass die Margen unter Druck stehen. Folglich ist der Verkauf rational nachvollziehbar – auch wenn er strategisch teuer wirkt.
Mate Rimac: Der Mann, der mit einem alten BMW anfing
Eine kurze Erinnerung daran, wer das Imperium gerade übernimmt. Mate Rimac ist 38 Jahre alt, in Deutschland aufgewachsen, kroatischer Staatsbürger. 2009 gründete er sein Unternehmen, nachdem er einen alten BMW 3er in einer Garage zum Elektroauto umgerüstet und damit Drag-Race-Rekorde aufgestellt hatte.
Aus diesem Hobby ist heute eine Gruppe mit über 2.000 Mitarbeitern entstanden, die das schnellste Serienelektroauto der Welt baut, die Akkus für den BMW i7 produziert, ein Robotaxi entwickelt und stationäre Batteriespeicher anbietet. Mit der vollen Kontrolle über Bugatti Rimac übernimmt er nun zusätzlich eine der prestigeträchtigsten Automobilmarken der Welt – ein Sprung, den vor fünf Jahren niemand für möglich gehalten hätte.
Empfehlung: So bewerte ich den Deal
Nach Analyse aller verfügbaren Informationen sehe ich folgende Bewertung.
Aus Sicht der Porsche-Aktionäre ist der Deal ein gemischtes Signal. Einerseits zeigt er, dass das Management bereit ist, Beteiligungen zu monetarisieren, um die Bilanz zu stabilisieren. Andererseits gibt Porsche damit eines der strategisch interessantesten Innovationsbeziehungen der Branche auf. Der Aktien-Kursrückgang von 1,6 Prozent zeigt: Die Märkte sehen den Verkauf nicht als Befreiungsschlag.
Mate Rimac und sein Team profitieren klar. Mehr Unabhängigkeit, mehr Kapital, schnellere Entscheidungen. Bugatti könnte unter Mate Rimacs Führung deutlich dynamischer werden als unter dem schwerfälligen VW-Konzern.
Bugatti-Sammler bekommen Sicherheit. Die Tourbillon-Produktion läuft, die Marke bleibt erhalten, und mit BlueFive Capital aus Abu Dhabi gibt es einen Investor mit langfristigem Horizont und tiefen Taschen.
BMW-i7-Käufer merken praktisch nichts. Die Rimac-Akkus werden weiter in Zagreb gefertigt, die Lieferzeiten bleiben stabil, und der i7 wird ab Juli 2026 wie geplant ausgeliefert.
Die deutsche Automobilindustrie sollte den Deal ernst nehmen. Wenn ein Tier-1-Lieferant wie Rimac Technology immer unabhängiger wird, verschiebt sich die Wertschöpfung weiter weg von Deutschland. Folglich brauchen deutsche Hersteller eigene Innovationen – und nicht nur Beteiligungen an cleveren Startups.
Am Ende bleibt eines klar: Porsche verkauft Rimac, weil das Geschäft schwierig ist und das Geld dringend gebraucht wird. Mate Rimac übernimmt, weil er sein Imperium konsequent weiterentwickeln will. Beide haben rationale Gründe – und beide könnten am Ende davon profitieren. Der Deal ist weniger ein Zerwürfnis als eine geordnete Trennung zweier Partner, die unterschiedliche Wege gehen wollen.
Häufig gestellte Fragen
Die Antworten zu den wichtigsten Fragen findest du in unserem separaten FAQ-Dokument zu diesem Artikel.
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Letzte Aktualisierung: 27. April 2026 · Datenquellen: Porsche AG Newsroom, electrive.net, Auto Motor und Sport, HOF Capital Pressemitteilung, CNBC, Carscoops, Bloomberg, finanznachrichten.de.
Porsche braucht dringend Kapital. Der Konzernüberschuss ist 2025 um 91 Prozent eingebrochen, von 3,6 Milliarden auf nur 310 Millionen Euro. Gründe sind das schwache China-Geschäft, US-Zölle und die teure Verbrenner-Rückkehr (2,4 Milliarden Euro Investition). Porsche-Chef Leiters: „Wir konzentrieren uns wieder auf das Kerngeschäft.“
Ein Konsortium unter Führung der New Yorker Risikokapitalgesellschaft HOF Capital, mit BlueFive Capital aus Abu Dhabi als größtem Investor. HOF Capital wurde von Onsi Sawiris Jr. mitgegründet, einem Enkel der ägyptischen Sawiris-Industriellenfamilie. Weitere institutionelle Investoren aus den USA und der EU sind beteiligt.
Die Produktion läuft unverändert weiter. Mate Rimac übernimmt die volle operative Kontrolle über Bugatti Rimac, bleibt aber CEO. Die ersten Auslieferungen des 1.800-PS-Hypercars für 3,8 Millionen Euro netto sind weiterhin für 2026 geplant. Bugatti-Käufer mit Anzahlungen müssen sich keine Sorgen machen.
Praktisch nichts. Rimac Technology bleibt vollständig in der Rimac Group, die jetzt Mate Rimac mit HOF Capital als Hauptaktionär führt. Die Akku-Produktion in Zagreb läuft weiter, der BMW i7 Facelift wird ab Juli 2026 wie geplant ausgeliefert. Mit zusätzlichem Kapital könnte Rimac Technology sogar weitere OEM-Kunden gewinnen.
Der genaue Verkaufspreis wurde nicht offiziell bestätigt – beide Parteien haben Vertraulichkeit vereinbart. Bloomberg berichtete vor einem Jahr von einer Bewertung des Joint Ventures Bugatti Rimac über einer Milliarde Euro. Mit Porsches 45-Prozent-Anteil und 20,6 Prozent an der Rimac Group dürfte der Gesamterlös bei mehreren Hundert Millionen Euro liegen.
Die Vertragsunterzeichnung erfolgte am 24. April 2026. Der vollständige Abschluss der Transaktion wird bis Ende 2026 erwartet, abhängig von regulatorischen Freigaben durch die zuständigen Behörden. Bis dahin bleiben die bisherigen Beteiligungsverhältnisse formal bestehen, operativ ändert sich aber bereits kaum etwas.
