Jeep startet komplett neu durch: Der Compass der dritten Generation ist seit Januar 2026 da, deutlich gewachsen und erstmals auch als reines Elektroauto. Die Preise beginnen bei 39.900 Euro für den Mild-Hybrid, der Elektro-Compass startet bei 47.900 Euro. Je nach Version reicht die elektrische Reichweite von 500 bis zu 650 Kilometern. Dazu kommen ein Plug-in-Hybrid und später eine kräftige Allrad-Version mit bis zu 375 PS. Jeep zielt mit dem neuen Compass vor allem auf Familien und den Flottenmarkt. Wir fassen alle Antriebe, Preise und Daten zusammen.
Ich erkläre dir, welche Motorisierung sich für wen lohnt, wie viel Reichweite der Elektro-Compass wirklich bietet und worauf du beim Kauf achten solltest. Denn der neue Compass ist vielseitig wie nie, aber nicht in jeder Version gleich überzeugend. Hier kommt der komplette Überblick.

Was am neuen Jeep Compass neu ist
Der Compass ist seit 2007 ein wichtiges Modell für Jeep und wurde bis zum Start der dritten Generation rund 2,5 Millionen Mal verkauft. Die neue Generation steht auf der modernen STLA-Medium-Plattform von Stellantis. Auf dieser Basis fahren auch Konzerngeschwister wie der Opel Grandland und der Peugeot 3008.
Gebaut wird der neue Compass im süditalienischen Melfi, er ist also ein vollständig in Europa entwickeltes und produziertes Modell. Gegenüber dem Vorgänger ist er spürbar gewachsen und misst nun 4,55 Meter in der Länge bei einem Radstand von 2,80 Metern. Das sorgt für mehr Platz im Innenraum.
Jeep verfolgt mit dem Compass klare Ziele. Das Kompakt-SUV-Segment macht in Europa fast ein Viertel des Marktes aus. Der Compass soll deshalb zum wichtigsten Modell der Marke in Deutschland aufsteigen und vor allem im Geschäftskunden- und Flottenbereich punkten.

Design und Abmessungen
Optisch bleibt der Compass ein typischer Jeep, wirkt aber moderner und eigenständiger. Die markante Front mit dem charakteristischen Kühlergrill und schmalen Scheinwerfern sorgt für einen robusten Auftritt. Lichtelemente in der Kühlermaske und Matrix-LED-Scheinwerfer setzen je nach Ausstattung moderne Akzente.
Mit 4,55 Metern Länge, 1,93 Metern Breite und einem Radstand von 2,80 Metern ist der neue Compass deutlich gewachsen. Das kommt vor allem dem Innenraum und dem Kofferraum zugute. Trotzdem bleibt er kompakt genug für den Alltag in der Stadt.
Die kantige, kräftige Linienführung unterscheidet den Compass klar von vielen glatt gezeichneten Konkurrenten. Genau dieser eigenständige Charakter ist eine der größten Stärken im Vergleich zur oft austauschbar wirkenden Konkurrenz.
Die Antriebe im Überblick
Der neue Compass bietet drei Antriebsarten und deckt damit fast jeden Bedarf ab. Den Einstieg bildet ein 48-Volt-Mild-Hybrid mit 107 kW, also 145 PS Systemleistung. Ein kleiner Elektromotor unterstützt den Dreizylinder-Benziner und macht ihn im Alltag spürbar geschmeidiger.
Darüber rangiert ein Plug-in-Hybrid mit 143 kW, das entspricht 195 PS. Er kombiniert Benziner und Elektromotor und erlaubt ein gutes Stück rein elektrisches Fahren. Für Pendler mit Lademöglichkeit ist diese Variante eine interessante Brücke zwischen Verbrenner und Elektroauto.
Das eigentliche Highlight ist aber die rein elektrische Version. Sie macht den Compass erstmals zum vollwertigen Elektroauto und ist in mehreren Leistungs- und Reichweitenstufen erhältlich. Später folgt zudem eine Allrad-Version mit einem zweiten Elektromotor an der Hinterachse.

Der Elektro-Compass: bis zu 650 Kilometer
Die Basis des Elektro-Compass bildet ein 74 kWh großer Akku, der einen 157 kW starken Frontmotor mit 213 PS speist. Damit beschleunigt das SUV in 8,5 Sekunden auf 100 km/h und erreicht bis zu 180 km/h. Die Reichweite liegt bei rund 500 Kilometern nach WLTP, ein für den Alltag und das Pendeln völlig ausreichender Wert.
Darüber positioniert Jeep eine Long-Range-Version mit 170 kW, also 231 PS, und einer größeren Batterie. Sie schafft bis zu 650 Kilometer Reichweite und kostet ab 51.400 Euro. Für Vielfahrer ist das die interessanteste Elektro-Variante, weil sie Langstrecken souverän meistert.
An der Spitze steht eine Allrad-Version mit zwei Elektromotoren und bis zu 375 PS. Sie debütiert im zweiten Quartal 2026, nutzt die große Batterie und kommt auf rund 600 Kilometer Reichweite. Damit bietet Jeep auch den für die Marke wichtigen elektrischen Allradantrieb an.

Laden und Verbrauch
Beim Laden bietet der Elektro-Compass zeitgemäße Werte. Die genaue maximale Ladeleistung hängt von der Variante ab, ein Laden an der Schnellladesäule für die typische Kaffeepause ist aber problemlos möglich. An der heimischen Wallbox lädt der Compass über Nacht bequem voll.
Der Verbrauch bewegt sich auf einem für die Klasse üblichen Niveau. Jeep gibt für die Elektroversion rund 17,5 kWh auf 100 Kilometer an. Im Alltag mit Heizung, Klima und Autobahn fällt der reale Wert wie bei jedem Elektroauto etwas höher aus, bleibt aber im Rahmen.
Wichtig ist die Wahl der richtigen Batteriegröße. Wer viel Langstrecke fährt, sollte zur größeren Batterie der Long-Range-Version greifen. Wer den Compass vor allem in der Stadt und für Pendelstrecken nutzt, kommt mit dem Basisakku gut zurecht und spart Geld.

Plug-in-Hybrid und Mild-Hybrid im Detail
Der Plug-in-Hybrid ist eine sinnvolle Wahl für alle, die noch nicht komplett auf Elektro umsteigen wollen. Mit seiner Batterie von 17,9 kWh schafft er laut Jeep bis zu 95 Kilometer rein elektrisch. Damit lassen sich viele Alltagsfahrten lokal emissionsfrei erledigen, während der Benziner die Langstrecke übernimmt.
Der Mild-Hybrid ist die preiswerteste Variante und richtet sich an Kunden, die kein Ladekabel nutzen möchten. Sein Dreizylinder wirkt im unteren Drehzahlbereich etwas rau, der kleine Elektromotor gleicht das aber gut aus. Im Alltag fehlt es ihm nicht an Durchzug.
Wichtig ist die ehrliche Einordnung. Der Plug-in-Hybrid lohnt sich vor allem mit regelmäßiger Lademöglichkeit, sonst fährt man unnötig Gewicht spazieren. Wer selten lädt, fährt mit dem sparsamen Mild-Hybrid oder gleich mit der Elektroversion oft besser.
Förderung und Firmenwagen
Beim Preis spielt die staatliche Förderung eine wichtige Rolle. Für reine Elektroautos und Plug-in-Hybride mit Erstzulassung in Deutschland wirbt Jeep mit einer Förderprämie von bis zu 6.000 Euro, sofern die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Das senkt den effektiven Kaufpreis deutlich.
Auch als Firmenwagen ist der Compass interessant. Der Elektro-Compass profitiert von der besonders günstigen Dienstwagenbesteuerung mit nur 0,25 Prozent, sofern der Bruttolistenpreis unter der maßgeblichen Grenze liegt. Das macht ihn als Dienstwagen besonders attraktiv.
Der Plug-in-Hybrid wiederum kann von der 0,5-Prozent-Regelung profitieren, wenn er die nötige elektrische Reichweite erreicht. Damit bietet der Compass in fast jeder Variante steuerliche Vorteile, was gerade für Gewerbetreibende und Flotten wichtig ist.

Preis und Marktstart
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Eckdaten zusammen. Quellen: Jeep Herstellerangaben und Fachmedien, Stand Juni 2026.
| Merkmal | Neuer Jeep Compass 2026 |
|---|---|
| Plattform | STLA Medium (Stellantis) |
| Länge | 4,55 Meter |
| Mild-Hybrid | 145 PS, ab 39.900 Euro |
| Plug-in-Hybrid | 195 PS, ab 43.400 Euro |
| Elektro Basis | 213 PS, 74 kWh, bis 500 km, ab 47.900 Euro |
| Elektro Long Range | 231 PS, bis 650 km, ab 51.400 Euro |
| Elektro Allrad | bis 375 PS, bis 600 km, ab Q2 2026 |
| Kofferraum | 550 Liter |
| Marktstart | bestellbar, seit Januar 2026 |
Preislich startet der Compass als Mild-Hybrid Altitude bei 39.900 Euro und liegt damit trotz Größenwachstum auf dem Niveau des Vorgängers. Der Plug-in-Hybrid beginnt bei 43.400 Euro. Spannend ist der Elektro-Compass, der ab 47.900 Euro sogar günstiger ist als der Plug-in-Hybrid des alten Modells.
Zwei Ausstattungslinien stehen zum Start bereit. Die Basis Altitude bringt bereits Navigation und erweiterte Assistenz mit. Die besser ausgestattete First Edition kostet ab 42.400 Euro als Mild-Hybrid und ab 50.400 Euro als Elektroversion und bietet unter anderem Matrix-LED-Scheinwerfer.
Innenraum, Platz und Alltag
Dank des gewachsenen Formats bietet der neue Compass mehr Platz als sein Vorgänger. Der Kofferraum fasst 550 Liter, was für die Klasse ein ordentlicher Wert ist. Vorne wie hinten sitzt man bequem, und das Raumgefühl profitiert vom langen Radstand.
Im Cockpit setzt Jeep auf moderne Displays und eine zeitgemäße Bedienung. Das Design wirkt eigenständig und robust, bleibt aber klar als Jeep erkennbar. Markentypische Designelemente wie die sieben Schlitze in der Front sorgen für sofortige Wiedererkennung.
Beim Fahrwerk ist die Abstimmung eher straff. Auf der Autobahn sorgt das für ordentlichen Komfort, in der Stadt stolpert der Aufbau aber manchmal über Unebenheiten. Insgesamt ist der Compass ein solides, praktisches Familien-SUV ohne große Schwächen.
Jeeps Elektro-Offensive: Recon und Wagoneer S
Der Compass ist nur ein Baustein in Jeeps größerer Elektro-Strategie. Daneben bringt die Marke den robusten Elektro-Offroader Recon und das dynamisch gestaltete Oberklasse-SUV Wagoneer S, das ebenfalls rein elektrisch fährt. Beide schärfen das Profil der Marke nach oben.
Für den deutschen Markt sind diese Modelle eher Imageträger als Volumenbringer. Der Compass dagegen soll das Rückgrat des Absatzes bilden, während der kleinere Avenger neue Kundengruppen erschließt. Ikonen wie der Wrangler laden die Marke emotional auf.
Diese breite Aufstellung zeigt, dass Jeep die Elektromobilität ernst nimmt. Der Compass ist dabei das wichtigste Modell für den Massenmarkt und soll der Marke in Deutschland zu neuem Wachstum verhelfen.
Konkurrenz: VW Tiguan, Kia Sportage und Co.
Der Compass bewegt sich in einem der hart umkämpftesten Segmente überhaupt. Seine direkten Gegner sind der VW Tiguan, der Skoda Karoq, der Kia Sportage und der Hyundai Tucson. Auch die Konzernbrüder Opel Grandland und Peugeot 3008 spielen in dieser Liga mit.
Sein Vorteil ist die große Antriebsvielfalt vom Mild-Hybrid bis zum Elektro-Allrad. Kaum ein Konkurrent deckt so viele Varianten ab. Dazu kommt das eigenständige, robuste Jeep-Image, das viele Käufer anspricht und den Compass aus der Masse hervorhebt.
Seine Schwächen sind der reine Frontantrieb bei den meisten Versionen und ein für ein Stellantis-Modell typischer Dreizylinder im Einstieg. Wer einen echten Geländewagen erwartet, wird beim Basismodell enttäuscht. Als praktisches Familien-SUV überzeugt der Compass aber.
Mein Fazit: Welcher Jeep Compass lohnt sich?
Der neue Jeep Compass ist ein gelungener Neustart und so vielseitig wie nie. Mit Mild-Hybrid, Plug-in-Hybrid und gleich mehreren Elektroversionen findet fast jeder Käufer die passende Variante. Das Größenwachstum bringt mehr Platz, und die Preise bleiben trotzdem fair.
Am meisten überzeugt mich der Elektro-Compass. Er ist ab 47.900 Euro überraschend günstig, bietet bis zu 650 Kilometer Reichweite in der Long-Range-Version und profitiert von Förderung sowie günstiger Dienstwagensteuer. Damit ist er für viele die wirtschaftlichste und modernste Wahl.
Mein Rat: Wer zu Hause oder im Betrieb laden kann, sollte direkt zur Elektroversion greifen, am besten zur Long-Range-Variante für mehr Reichweite. Wer nicht laden kann, fährt mit dem sparsamen Mild-Hybrid gut. Den Plug-in-Hybrid sollte nur wählen, wer ihn auch konsequent lädt. Vor dem Kauf lohnt sich ein Vergleich mit dem VW Tiguan und dem Kia Sportage, und für preisbewusste Käufer auch mit den Konzernbrüdern Opel Grandland und Peugeot 3008.

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Über den Autor: Amit Ahirrao ist professioneller Präzisionsfahrer und Gründer von AutoColumn. Er bewertet Fahrzeuge anhand realer Daten, gefahrener Strecken und nachvollziehbarer Einordnungen.
Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2026. Datenquellen: Jeep und Stellantis Herstellerangaben, ADAC: Jeep Compass, Carwow: Jeep Compass, firmenauto: Jeep Compass 2026. Hinweis: Verbrauch und Reichweite nach WLTP, reale Werte können abweichen. Preise Stand Juni 2026.
