Der KGM Torres EVX bekommt zum Modelljahr 2026 einen größeren Akku – und genau das macht ihn auf einmal spannend. Statt 73,4 kWh stecken jetzt 80,6 kWh im Boden, die WLTP-Reichweite klettert von 462 auf über 500 Kilometer. Der Clou: Der Preis bleibt bei 41.990 Euro. Damit gehört der Torres EVX zu den wenigen E-SUVs jenseits der 4,70-Meter-Marke, die unter 42.000 Euro starten. Und kaum jemand in Deutschland kennt die Marke.
In dieser Kaufberatung schaue ich mir an, was der Torres EVX wirklich kann, wo der größere Akku hilft und wo er nichts ändert. Ich zeige dir, welche Ausstattung sich lohnt, warum die fehlende Wärmepumpe ein echtes Thema ist und für wen sich das günstige Korea-SUV trotz No-Name-Image rechnet.

Wer ist KGM überhaupt – und warum jetzt ein Blick lohnt
KGM steht für KG Mobility, und dahinter steckt die alte Marke SsangYong. Der Bushersteller KG Group übernahm das zweimal insolvente Unternehmen 2023 und gab ihm einen neuen Namen. Der Torres EVX ist das erste eigenständige Elektroauto dieser neuen Ära.
Für den deutschen Markt ist ein Detail entscheidend: KGM verkauft hier direkt über die KGM Europe GmbH und baut ein Händlernetz mit rund 100 Standorten auf. Service, Garantie und Ersatzteile laufen also nicht über einen Importeur-Notnagel, sondern über eine feste Struktur. Genau das unterscheidet KGM von vielen China-Marken, die mal eben einen Online-Showroom eröffnen und nach zwei Jahren wieder verschwinden.
Die Bekanntheit ist trotzdem nahe null. Das ist für Käufer Chance und Risiko zugleich: Du bekommst viel Auto fürs Geld, zahlst aber mit einem ungewissen Wiederverkaufswert. Mehr dazu weiter unten.

Was der Akku-Sprung 2026 wirklich bringt
Seit Mai 2026 liefert KGM den Torres EVX mit einer Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) mit 80,6 kWh Nettokapazität aus. Vorher waren es 73,4 kWh. Die Zellen stammen aus dem Blade-Baukasten von BYD, also von einem der erfahrensten Akku-Hersteller der Welt.
LFP klingt erstmal nach Kompromiss, ist aber für dieses Auto die richtige Wahl. Diese Chemie altert langsam, verträgt das tägliche Laden auf 100 Prozent und gilt als besonders langlebig. Wer ein Auto lange behalten will, fährt damit gut.
Die WLTP-Reichweite steigt von 462 auf über 500 Kilometer. KGM nennt noch keinen exakten Wert, was für ein frisch eingeführtes Modelljahr normal ist. Beim Schnellladen bleibt der Torres allerdings hinter den schnellsten Mitbewerbern zurück – das war schon bei der kleineren Batterie so und ändert sich technisch kaum. Für den Pendelalltag reicht das locker, für die Dauer-Langstrecke ist es ein Punkt, den du kennen solltest.

Preise und Ausstattung: Core, Lux und der Cargo Van
Die Preisliste ist angenehm übersichtlich. Es gibt zwei Pkw-Linien und eine Nutzfahrzeug-Variante.
| Variante | Akku | Leistung | Listenpreis (Stand 30.05.2026) |
|---|---|---|---|
| Torres EVX Core | 80,6 kWh LFP | 152 kW (207 PS) | ab 41.990 € |
| Torres EVX Lux | 80,6 kWh LFP | 152 kW (207 PS) | ab 48.990 € |
| Torres EVX Cargo Van | 80,6 kWh LFP | 152 kW (207 PS) | ab 38.990 € |
Die Core-Linie ist solide ausgestattet und für die meisten Käufer der richtige Einstieg. Die rund 7.000 Euro Aufpreis zur Lux-Version stecken vor allem in Komfort und Materialien, nicht in mehr Reichweite oder Leistung.
Ein wichtiger Haken: Die Wärmepumpe ist nur in der Topausstattung serienmäßig. Bei der Core kostet sie 1.300 Euro Aufpreis. Diesen Haken solltest du anhaken. Eine Wärmepumpe senkt den Winterverbrauch spürbar und schützt deine Reichweite bei Kälte. Für 1.300 Euro bekommst du selten so viel Alltagsnutzen.

Reichweite, Verbrauch und Laden im echten Leben
Beim alten 73,4-kWh-Modell maß der ADAC einen Verbrauch von 18,6 kWh pro 100 Kilometer und errechnete eine Reichweite von 448 Kilometern – also etwas unter der Werksangabe von 462 km. Das ist ein typisches, ehrliches Ergebnis für ein hohes, kastiges SUV.
Für die neue 80,6-kWh-Version liegen noch keine unabhängigen Messwerte vor. Geht man vom bekannten Verbrauch aus, sind im gemischten Betrieb realistisch 380 bis 430 Kilometer drin, im Sommer mehr, im Winter ohne Wärmepumpe deutlich weniger. Sobald belastbare Testwerte vorliegen, aktualisiere ich diesen Abschnitt.
Beim Laden gilt: Zuhause an der Wallbox spielt der Torres EVX seine Stärke aus. Über Nacht ist er voll, die LFP-Zellen mögen das tägliche Vollladen. Am Schnelllader ist er kein Sprinter. Plane auf der Langstrecke also eher einen längeren Stopp ein als bei einem Hyundai oder einem aktuellen VW.

Platz, Garantie und der Alltag
Der Torres EVX ist gut 4,70 Meter lang und damit ein echtes Familien-SUV. Der Kofferraum fasst 702 bis 1.662 Liter, was im Segment ganz vorne mitspielt. Vorne und im Fond sitzen vier bis fünf Personen bequem, die Verarbeitung wirkt laut ersten Tests hochwertig.
Das stärkste Argument ist die Garantie. KGM gibt sieben Jahre oder 150.000 Kilometer auf das Fahrzeug und ein besonders langes Paket auf die Batterie. Damit nimmt die Marke das größte Risiko, das viele Käufer bei einem unbekannten Hersteller fürchten, fast komplett aus der Gleichung. Wer ein Auto wirklich lange fahren will, bekommt hier eine seltene Absicherung.
Das Infotainment mit zwei Bildschirmen ist modern, die Bedienung laut Testberichten allerdings teils etwas hakelig. Im Konfigurator fällt auf, dass viele Komfortfeatures erst in der Lux-Linie auftauchen – wer Vollausstattung will, landet schnell näher an 49.000 Euro.
Der Preis mit Förderung 2026
Der Torres EVX ist ein reines Elektroauto und damit voll förderfähig. Seit dem 19. Mai 2026 läuft das Antragsportal der neuen E-Auto-Förderung 2026. Privatpersonen bekommen je nach Einkommen und Kinderzahl zwischen 3.000 und 6.000 Euro.
Ein Rechenbeispiel: Eine Familie mit zwei Kindern und niedrigem Einkommen kann die volle Prämie von 6.000 Euro abrufen. Der effektive Kaufpreis der Core-Linie fällt damit auf rund 35.990 Euro – für ein über 4,70 Meter langes E-SUV mit über 500 Kilometern Reichweite ein scharfer Preis. Wie viel dir konkret zusteht, rechnest du am besten vorher mit unserem E-Auto-Förderrechner durch.
Torres EVX 2025 gegen 2026: Was sich geändert hat
Damit du den Unterschied zwischen Vorjahr und neuem Modelljahr sofort siehst, hier die wichtigsten Werte direkt nebeneinander.
| Merkmal | Torres EVX (MY25) | Torres EVX (MY26) |
|---|---|---|
| Akku (netto) | 73,4 kWh LFP | 80,6 kWh LFP |
| Reichweite WLTP | 462 km | über 500 km |
| Leistung | 152 kW (207 PS) | 152 kW (207 PS) |
| Listenpreis Core | 41.990 € | 41.990 € |
| Zelltyp | BYD Blade (LFP) | BYD Blade (LFP) |
Mehr Reichweite zum gleichen Preis: Das ist die seltene Sorte Modellpflege, bei der niemand verliert. Wer noch ein MY25-Lagerfahrzeug mit Rabatt findet, sollte den Aufpreis zur neuen Version trotzdem prüfen – die 40 Kilometer mehr machen im Alltag einen Unterschied.
Der Torres EVX im Winter: Warum die Wärmepumpe Pflicht ist
LFP-Akkus haben einen bekannten Nachteil: Bei Kälte fällt die nutzbare Reichweite stärker ab als bei anderen Zelltypen. Genau hier kommt die Wärmepumpe ins Spiel. Sie heizt den Innenraum effizienter als ein einfacher Heizwiderstand und zieht dafür weniger Strom aus dem Akku.
Ohne Wärmepumpe kann der Verbrauch im Winter spürbar steigen, im ungünstigen Fall um mehrere Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Aus über 500 Kilometern WLTP werden dann schnell 320 bis 350 Kilometer reale Reichweite. Mit Wärmepumpe bleibt der Verlust deutlich kleiner, weil die Heizung den Akku schont.
Für 1.300 Euro Aufpreis in der Core-Linie ist die Wärmepumpe deshalb keine Spielerei, sondern eine der sinnvollsten Investitionen überhaupt. Sie zahlt sich doppelt aus: in mehr Winterreichweite und in einem höheren Wiederverkaufswert, weil Gebrauchtkäufer gezielt danach suchen. Wer in einer Region mit echten Wintern wohnt, sollte das Kästchen ohne langes Überlegen ankreuzen. In der Topausstattung Lux ist die Wärmepumpe bereits serienmäßig an Bord.
Fahreindruck: solider Cruiser statt Sportler
Optisch fällt der Torres aus der Reihe. Er wirkt kantiger und selbstbewusster als die glatten Einheits-SUVs der Konkurrenz, mit einem fast schon robusten Auftritt. Beim ersten Pressetest rund um Heidelberg lobten Kollegen vor allem die hochwertige Materialanmutung und die ordentliche Verarbeitung.
Die 152 kW (207 PS) treiben den über 1,9 Tonnen schweren Torres souverän, aber nicht sportlich an. Das passt zum Charakter: Der Torres ist ein entspannter Langstrecken-Gleiter für Familie und Alltag, kein Ampel-Heizer. Die Lenkung ist leichtgängig, das Fahrwerk komfortabel abgestimmt.
Der größte Kritikpunkt liegt in der Bedienung. Das Infotainment mit zwei Bildschirmen sieht modern aus, reagiert laut Tests aber gelegentlich hakelig, und einige Funktionen verstecken sich in Untermenüs. Wer von einem deutschen Hersteller umsteigt, braucht ein paar Tage Eingewöhnung. Ein echtes Ausschlusskriterium ist das nicht, aber es zeigt, wo KGM noch nachlegen muss.
Laufende Kosten, Versicherung und Wertverlust
Bei den laufenden Kosten spielt der Torres EVX seine Stärken aus. Als reines Elektroauto ist er bis Ende 2035 von der Kfz-Steuer befreit. Der LFP-Akku altert langsam, was das teuerste Bauteil des Autos gut schützt und die Gefahr eines teuren Tauschs nach einigen Jahren senkt.
Der wunde Punkt ist der Wiederverkaufswert. Eine in Deutschland nahezu unbekannte Marke hat es auf dem Gebrauchtmarkt schwer. Laut AutoScout24 dürfte der Torres EVX bei der Wertstabilität durchschnittlich oder sogar etwas unterdurchschnittlich abschneiden. Wer das Auto nach drei Jahren wieder verkaufen will, sollte diesen Abschlag einkalkulieren.
Genau hier wirkt die lange Garantie als Gegengewicht. Sieben Jahre auf das Fahrzeug und ein noch längeres Batteriepaket bedeuten: Wer den Torres EVX lange fährt, holt den niedrigen Kaufpreis über die Jahre wieder herein. Für Vielfahrer und Langzeithalter ist das Gesamtpaket aus günstigem Einstieg, niedrigen Betriebskosten und langer Garantie schwer zu schlagen. Wer dagegen alle drei Jahre das Auto wechselt, fährt mit einer wertstabileren Marke unterm Strich oft besser.

Mein Fazit: Für wen sich der Torres EVX lohnt
Kauf den Torres EVX, wenn du ein großes, praktisches Elektro-SUV zum kleinen Preis suchst, vor allem zuhause lädst und das Auto lange behalten willst. Nimm die Core-Linie und kreuze die Wärmepumpe für 1.300 Euro an. Mit Förderung wird daraus eines der günstigsten echten Familien-SUVs auf dem Markt.
Finger weg, wenn du oft lange Strecken am Schnelllader fährst oder Wert auf einen stabilen Wiederverkaufswert legst. Beim Laden ist der Torres kein Champion, und die niedrige Markenbekanntheit dürfte den Restwert drücken. Wer das Auto ohnehin viele Jahre fährt, kann diesen Punkt getrost ignorieren – die lange Garantie federt das Risiko ab.
Unterm Strich ist der Torres EVX ein ehrliches Angebot: viel Auto, viel Platz, lange Garantie, fairer Preis. Genau deshalb lohnt sich der zweite Blick auf eine Marke, die hierzulande noch kaum jemand auf dem Zettel hat.
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Letzte Aktualisierung: 30.05.2026 · Datenquellen: KGM Deutschland, ADAC, InsideEVs, electrive, Carwow, AutoScout24.
