GWM ORA 5

GWM Ora 5: 24.990 Euro und sieben Jahre Garantie, aber der Stromer lässt auf sich warten

GWM bringt im August den Ora 5 nach Deutschland, und die Eckdaten klingen nach Kampfansage: ab 24.990 Euro zum Marktstart, sieben Jahre Fahrzeuggarantie, Vollausstattung ab Werk. Die Marke, die hierzulande mit dem Funky Cat einen holprigen Start hinlegte, positioniert sich mit dem Ora 5 neu, seriöser und deutlich aggressiver beim Preis. Doch wer die Schlagzeile „Elektro-SUV ab 25.000 Euro“ gelesen hat, sollte genauer hinsehen: Das Auto, das im August zu diesem Preis beim Händler steht, ist ein Benziner.

Ich sortiere hier, was ab wann wirklich lieferbar ist, was die drei Antriebe kosten und für wen sich welcher lohnt. Denn der Ora 5 ist ein seltener Fall: ein und dieselbe Karosserie als Benziner, Vollhybrid und Elektroauto, mit Preisen, die etablierte Hersteller unter Druck setzen. Die spannendste Zahl fehlt allerdings noch, und genau um die geht es am Ende.


Was ab August wirklich beim Händler steht

Den Anfang macht der Benziner: ein 1,5-Liter-Turbo mit 160 PS (118 kW) und 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, Normverbrauch 6,9 Liter auf 100 Kilometer nach WLTP. Er startet als Premium bei 26.990 Euro Liste. Zum Marktstart gewährt GWM den „Go-with-more“-Rabatt von 2.000 Euro für Frühentschlossene, befristet bis zum 31. August 2026, womit der Einstieg auf 24.990 Euro sinkt. Die Auslieferungen beginnen im August über die aktuell rund 150 GWM-Händler in Deutschland.

Der Vollhybrid folgt mit bereits kommunizierten Preisen: Der Ora 5 HEV kombiniert den 1,5-Liter-Turbo mit einem Elektromotor zu 223 PS Systemleistung und 476 Nm Drehmoment, geschaltet über ein Hybridgetriebe mit zwei Gängen. Als Premium kostet er 28.990 Euro, als Luxury 31.490 Euro, jeweils ebenfalls mit den 2.000 Euro Aktionsrabatt, also effektiv ab 26.990 Euro. Damit kostet der Hybrid mit Rabatt exakt so viel wie der Benziner ohne, eine bemerkenswert klare Ansage, welchen Antrieb GWM eigentlich verkaufen will.

Die Elektroversion ist angekündigt, aber noch nicht bestellbar: 204 PS (150 kW), eine 58,3-kWh-LFP-Batterie, bis zu 435 Kilometer WLTP-Reichweite und ein Ladehub von 10 auf 80 Prozent in rund 30 Minuten. Sie kommt gemeinsam mit dem breiteren Hybrid-Rollout im Spätherbst 2026 in den Handel, einen Preis nennt GWM noch nicht. Damit steht die Reihenfolge fest: erst die Verbrenner-Basis fürs Volumen, dann die elektrifizierten Varianten fürs Profil.

Die Ausstattung: Hier liegt die eigentliche Überraschung

Der Preis allein wäre nur die halbe Geschichte, denn günstige Basisversionen sind oft nackte Lockangebote. Beim Ora 5 ist das Gegenteil der Fall. Schon die Einstiegslinie Premium bringt serienmäßig eine 360-Grad-Rundumsicht, adaptive Geschwindigkeitsregelung, einen Totwinkelassistenten mit Querverkehrswarner und kabelloses Apple CarPlay mit; Android Auto läuft per USB-C-Verbindung. Das ist ein Paket, für das deutsche Hersteller in dieser Preisklasse üblicherweise Aufpreislisten aufschlagen, und es folgt der bewährten China-Strategie, den Ausstattungsvergleich von vornherein zu gewinnen.

Dazu kommt das Argument, das in dieser Klasse am schwersten wiegt: sieben Jahre Fahrzeuggarantie bis 150.000 Kilometer, bei den elektrifizierten Versionen ergänzt um acht Jahre Garantie auf die Hochvoltbatterie bis 160.000 Kilometer. Nur Kia bietet Vergleichbares, und das seit Jahren mit messbarem Erfolg beim Vertrauensaufbau. Für eine Marke, die in Deutschland erst Fuß fassen muss, ist diese Garantie kein Marketing-Detail, sondern das zentrale Kaufargument gegen die Restzweifel an einem jungen Händlernetz.

Beim Design verabschiedet sich GWM übrigens vom verspielten Retro-Auftritt der Funky-Cat-Ära, der hierzulande zwar Sympathien, aber kaum Käufer fand. Der Ora 5 trägt noch bewusste Oldschool-Elemente, wirkt aber deutlich erwachsener, und auch der Modellname folgt jetzt nüchterner Logik. Die Baureihe soll zügig wachsen: Ein Hatchback und sogar eine Kombi-Version sind für Ende 2026 bis Anfang 2027 angekündigt.

Wer ist GWM? Der zweite Anlauf einer Weltmarke

Für die Einordnung lohnt der Blick auf den Absender. Great Wall Motor gehört zu den größten Autoherstellern Chinas und führt mehrere Marken, darunter Haval für SUVs, die Luxuslinie Wey, die Pickup-Sparte Poer und eben Ora für kompakte Modelle. In Deutschland verlief der Start ab 2023 allerdings holprig: Der Ora Funky Cat war sympathisch, aber zu teuer positioniert, der Vertrieb dünn, die Stückzahlen blieben marginal.

Seitdem hat GWM umgebaut, und der Unterschied ist sichtbar. Mit Haval H6 und Jolion Pro stehen inzwischen zwei aggressiv bepreiste SUVs im Markt, das Händlernetz ist auf rund 150 Standorte gewachsen, und die verspielte Namenswelt der Katzen-Ära ist Geschichte. Der Ora 5 ist das erste Modell der neuen Linie und trägt die Strategie schon im Slogan: „All Scenarios, All Powertrains“, also jede Karosserie mit jedem Antrieb. Genau deshalb kommt derselbe Ora 5 als Benziner, Hybrid und Stromer, und genau deshalb folgen Hatchback und Kombi. GWM kopiert damit nicht die Elektro-Pioniere, sondern die Volumenlogik von Toyota, jedem Kunden den passenden Antrieb statt einer Ideologie, und für den deutschen Käufer heißt das: Diese Marke plant diesmal erkennbar langfristig und mit Rückfallebenen.

Preisvergleich: Wo der Ora 5 im Markt landet

Die Einordnung gegen den Markt zeigt, wie eng GWM kalkuliert (Preise Stand 31.07.2026):

ModellAntriebPreis (mit Aktion)Garantie
GWM Ora 5 PremiumBenziner, 160 PS24.990 €7 Jahre
GWM Ora 5 HEV PremiumVollhybrid, 223 PS26.990 €7 Jahre
GWM Haval Jolion ProBenziner, 177 PSähnliches Niveau7 Jahre
VW ID. Polo TrendElektro24.995 €2 Jahre
Dacia Duster Hybrid 155Vollhybrid25.690 €3 Jahre

Die Tabelle bildet den Marktstand mit laufenden Aktionen ab; ohne den befristeten GWM-Rabatt verschieben sich die Verhältnisse um 2.000 Euro. Zwei Vergleiche stechen heraus. Gegen den Dacia Duster Hybrid, aktuell mit Null-Prozent-Aktion das Maß im günstigen Hybrid-Segment, bietet der Ora 5 HEV mehr Leistung, mehr Serienausstattung und mehr als doppelt so lange Garantie für gut tausend Euro Aufpreis. Und gegen den VW ID. Polo Trend zeigt sich die Kuriosität des Marktes 2026: Ein chinesisches Verbrenner-SUV und ein deutscher Elektro-Kleinwagen kosten auf den Euro fast dasselbe, bedienen aber völlig verschiedene Käufergruppen, und beide Hersteller wissen das ganz genau.

Der Elektro-Ora-5 im Detail: solide, nicht spektakulär

Ein ehrlicher Blick auf die bekannten Elektro-Daten gehört dazu, bevor die Preisfantasie übernimmt. Die 58,3-kWh-LFP-Batterie und bis zu 435 Kilometer WLTP sind für die Klasse ordentliche, keine herausragenden Werte. Der Ladehub von 10 auf 80 Prozent in rund 30 Minuten entspricht solidem Mittelfeld; ein Kia EV2 oder ein Skoda Epiq laden ähnlich, ein Hyundai Inster in dieser Preisregion sogar flotter. Wer regelmäßig Langstrecke fährt, sollte diese 30 Minuten pro Stopp bewusst einkalkulieren.

Auf der Habenseite steht die LFP-Chemie selbst: robust, langlebig, unempfindlich gegen tägliches Vollladen, dazu die acht Jahre Batteriegarantie bis 160.000 Kilometer. Für das typische Nutzungsprofil eines günstigen Kompakt-SUV, Pendeln, Familie, Wochenendausflug mit gelegentlicher Langstrecke, ist das Paket stimmig zugeschnitten. Der Ora 5 Electric will erkennbar kein Technik-Angeber sein, sondern ein Preis-Leistungs-Werkzeug, und daran wird er sich messen lassen müssen, sobald das Preisschild dran hängt.

Die offene Frage: Was darf die Elektroversion kosten?

Jetzt zur Zahl, die über den Erfolg des Ora 5 entscheiden wird. GWM hat für die Elektroversion einen Zielkorridor „ab 25.000 Euro“ durchblicken lassen, offiziell bestätigt ist nichts. Sollte der Preis tatsächlich dort landen, wird es interessant, denn dann greift die staatliche E-Auto-Prämie: Bis zu 6.000 Euro Zuschuss würden den effektiven Einstieg für förderberechtigte Haushalte auf rund 19.000 Euro drücken, für ein Kompakt-SUV mit 435 Kilometern Reichweite und Acht-Jahres-Garantie auf die Batterie.

Zum Vergleich: In unserem Ranking der günstigsten Elektroautos nach Förderung spielt in dieser Preisregion bisher kein einziges SUV mit. Ein Ora 5 Electric zu diesem Kurs würde die Tabelle durcheinanderwirbeln und läge effektiv unter Kleinwagen wie dem Hyundai Inster. Die Gegenprobe gehört aber dazu: GWM muss die EU-Zusatzzölle auf chinesische Elektroautos einpreisen, und die machen genau solche Kampfpreise schwer. Dass der Benziner zuerst kommt und der Stromer wartet, dürfte auch damit zu tun haben. Bis der Preis offiziell ist, bleibt die 25.000-Euro-Elektro-Story deshalb ein Versprechen, keine Tatsache.

Der erste Eindruck aus der Distanz

Gefahren sind wir den Ora 5 noch nicht, eine Einladung zur Probefahrt nehmen wir an, sobald die ersten Fahrzeuge bei den Händlern stehen. Bis dahin bleibt die Bewertung eine Aktenlage-Analyse, und die fällt vorsichtig positiv aus: Die Preisstruktur ist schlüssig, die Garantie ein echtes Argument, die Ausstattungspolitik kundenfreundlich. Die offenen Fragen, Fahrwerksabstimmung, Software-Reife und Assistenz-Kalibrierung, sind genau die Punkte, an denen China-Newcomer in europäischen Tests regelmäßig Federn lassen. Wir prüfen das nach, sobald wir am Steuer sitzen.

Die Fristen und das Kleingedruckte

Wie bei jeder Marktstart-Aktion entscheidet das Kleingedruckte über den echten Preis. Der „Go-with-more“-Rabatt von 2.000 Euro ist bis zum 31. August 2026 befristet und wird von Importeur und Händlern gemeinsam getragen; er gilt für Bestellungen bei teilnehmenden Händlern, und wer ohne vorherige Probefahrt ordert, sollte sich zumindest das Rückgaberecht und die Lieferzeit schriftlich bestätigen lassen. Ob GWM die Aktion danach verlängert, ist offen, aber das Muster anderer Newcomer spricht dafür, dass auf die erste Aktion weitere folgen; wer die Frist verpasst, steht also nicht zwangsläufig vor vollen Listenpreisen.

Zweiter Punkt: Die kommunizierten Preise verstehen sich als UVP zuzüglich Überführung, und die Ausstattungsdifferenz zwischen Premium und Luxury sollte man sich beim Händler im Detail zeigen lassen, bevor die 2.500 Euro Aufpreis fließen. Und drittens der Steuerblick: Der Benziner landet mit 6,9 Litern Verbrauch in einer ungünstigeren CO2-Klasse als der Hybrid, was sich in der jährlichen Kfz-Steuer bemerkbar macht. Auch das spricht in der Gesamtrechnung für den HEV.

Mein Rat: Für wen sich welcher Ora 5 lohnt

Wer jetzt ein günstiges Familien-SUV mit maximaler Absicherung sucht und keine Lademöglichkeit hat, bekommt mit dem Ora 5 HEV zum Aktionspreis von 26.990 Euro das rundeste Paket der Baureihe: Hybrid-Effizienz, ordentliche Leistung, sieben Jahre Ruhe. Der reine Benziner ist 2.000 Euro günstiger, aber bei 6,9 Litern Verbrauch und CO2-orientierter Kfz-Steuer holt der Hybrid die Differenz über die Haltedauer wieder herein.

Der wichtigste Rat gilt aber den Elektro-Interessenten: Warten und nichts überstürzen. Ein SUV zum Kleinwagenpreis klingt verlockend, aber ohne offiziellen Preis, ohne Förder-Klarheit und ohne erste unabhängige Tests fehlt schlicht jede Entscheidungsgrundlage. Die Aktionsfrist Ende August erzeugt Druck, betrifft aber nur Benziner und Hybrid. Wer den Stromer will, verliert durch Geduld nichts und gewinnt Klarheit über Preis und Förderfähigkeit. Und wie bei jeder jungen Marke gilt: Vor der Unterschrift den nächstgelegenen der 150 Händler besuchen und nach Werkstattkapazität, Ersatzteilwegen und Probefahrt fragen. Sieben Jahre Garantie sind nämlich nur so viel wert wie das Werkstattnetz, das sie im Alltag einlöst; genau an diesem Punkt wird sich GWMs zweiter Anlauf in Deutschland messen lassen müssen.

GWM ORA 5

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Über den Autor: Amit Ahirrao ist professioneller Präzisionsfahrer und Gründer von AutoColumn. Er bewertet Fahrzeuge anhand realer Daten, gefahrener Strecken und nachvollziehbarer Einordnungen.

Letzte Aktualisierung: 31. Juli 2026 · Datenquellen: GWM/Ora Pressemitteilung, Autonotizen, MeinAuto.de, Motor1 Deutschland. Preise Stand 31.07.2026.

Was kostet der GWM Ora 5 in Deutschland?

Der GWM Ora 5 startet als Benziner bei 26.990 Euro, mit dem Marktstart-Rabatt von 2.000 Euro ab 24.990 Euro. Der Vollhybrid kostet 28.990 Euro (Premium) beziehungsweise 31.490 Euro (Luxury), ebenfalls mit 2.000 Euro Nachlass. Der Preis der Elektroversion steht noch aus.

Wann kommt der GWM Ora 5 auf den Markt?

Die Auslieferungen des Benziners beginnen im August 2026 über die rund 150 GWM-Händler in Deutschland. Hybrid- und Elektroversion folgen im Spätherbst 2026. Später ergänzen ein Hatchback und eine Kombi-Version die Ora-5-Familie.

Welche Reichweite hat der elektrische GWM Ora 5?

Die Elektroversion nutzt eine 58,3-kWh-LFP-Batterie und schafft bis zu 435 Kilometer nach WLTP. Der Ladehub von 10 auf 80 Prozent dauert rund 30 Minuten. Der Motor leistet 204 PS (150 kW).

Wie lange ist die Garantie beim GWM Ora 5?

GWM gewährt serienmäßig sieben Jahre Fahrzeuggarantie bis 150.000 Kilometer. Bei den elektrifizierten Versionen kommen acht Jahre Garantie auf die Hochvoltbatterie bis 160.000 Kilometer hinzu. Nur wenige Hersteller wie Kia bieten Vergleichbares.

Was ist im GWM Ora 5 serienmäßig enthalten?

Schon die Basislinie Premium bietet 360-Grad-Rundumsicht, adaptive Geschwindigkeitsregelung, Totwinkelassistent mit Querverkehrswarner und kabelloses Apple CarPlay. Android Auto funktioniert per USB-C-Verbindung. Darüber rangiert die höherwertige Linie Luxury.

Lohnt sich der GWM Ora 5 gegenüber der Konkurrenz?

Der Hybrid zum Aktionspreis von 26.990 Euro bietet mehr Leistung, Ausstattung und Garantie als vergleichbare Angebote wie der Dacia Duster Hybrid. Elektro-Interessenten sollten dagegen den offiziellen Preis abwarten, bevor sie sich entscheiden.

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