Die Führerschein Reform soll den Pkw-Führerschein um mehrere hundert Euro billiger machen. Im besten Fall sind laut Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) bis zu 1.000 Euro drin. Beschlossen ist aber noch nichts. Der Bundestag hat das Gesetz am 5. Oktober angehört, einen Termin für die finale Abstimmung gibt es nicht.
Ich habe den Gesetzentwurf, die Anhörung im Bundestag und die aktuellen Fahrschulpreise durchgesehen. Dann habe ich nachgerechnet: einmal für den Führerschein von heute und zweimal für die Zeit nach der Reform. Du erfährst, was sich ändert, was es wirklich spart und ob du jetzt anfangen oder lieber warten solltest.
Führerschein Reform: Wo das Gesetz Ende Oktober 2026 steht
Angestoßen hat die Reform noch Patrick Schnieder (CDU). Im Oktober 2025 stellte er erste Eckpunkte vor. Am 20. Mai 2026 beschloss das Kabinett seinen Entwurf. Zwei Monate später war Schnieder sein Amt los. Am 26. Juli 2026 bat er um seine Entlassung, Nachfolger wurde Steffen Bilger. Am Kurs der Reform hat das nichts geändert.
| Datum | Schritt |
|---|---|
| Oktober 2025 | Erste Eckpunkte von Minister Schnieder |
| 26.03.2026 | Verkehrsministerkonferenz in Lindau stützt die Pläne |
| 20.05.2026 | Bundeskabinett beschließt den Entwurf |
| 10.07.2026 | Bundesrat gibt seine Stellungnahme ab |
| 29.07.2026 | Entwurf landet als Drucksache 21/7404 im Bundestag |
| 24.09.2026 | Erste Lesung im Bundestag |
| 05.10.2026 | Anhörung im Verkehrsausschuss |
| offen | Zweite und dritte Lesung, danach Bundesrat |
Der offizielle Titel klingt nach Aktenstaub: „Gesetz zur Änderung des Fahrlehrergesetzes und anderer straßenverkehrsrechtlicher Gesetze“. Dahinter steckt trotzdem der größte Umbau der Fahrausbildung seit Jahren. Die letzte Reform des Fahrlehrerrechts trat am 1. Januar 2018 in Kraft.
Wichtig für dich: Solange die Führerschein Reform nicht in Kraft ist, gilt das alte Recht. Wer heute in die Fahrschule geht, lernt also nach den bisherigen Regeln.
Hält der Starttermin Anfang 2027?
Offiziell ja. Bilger sprach am 9. Oktober weiter von „möglichst Anfang 2027“. Schnieder hatte im März sogar den 1. Januar 2027 genannt. Er selbst nannte das ein „sehr ambitioniertes Ziel“.
An den 1. Januar glaube ich nicht mehr. Laut Berliner Zeitung vom 17.10.2026 fehlt für die zweite und dritte Lesung ein Termin. Danach muss der Bundesrat zustimmen. Außerdem braucht die Reform neue Verordnungen, einen neuen Fragenkatalog und neue Abläufe bei TÜV und DEKRA. All das in gut zwei Monaten? Das halte ich für unrealistisch.
Realistischer ist aus meiner Sicht ein Start im Laufe des Jahres 2027. Das ist meine Einschätzung, kein offizielles Datum.
Und selbst dann sinken die Preise nicht über Nacht. Schnieder stellte schon im Januar 2026 klar, dass es keinen Stichtag für einen neuen Preis gibt. Die Fahrschulen kalkulieren frei. Der Markt soll den Preis machen, nicht das Ministerium.
Theorie per App und ein kleinerer Fragenkatalog
Heute sitzt du die Theoriestunden in der Fahrschule ab. Mit der Führerschein Reform fällt diese Pflicht zur Anwesenheit. Du darfst den Stoff komplett digital lernen, zum Beispiel per App. Die Fahrschule entscheidet selbst, ob und wie sie Unterricht anbietet. Einen eigenen Schulungsraum muss sie laut Ministerium nicht mehr haben.
Auch die Theorieprüfung ändert sich. Der Katalog für Klasse B umfasst heute 1.169 Fragen. Laut Verkehrsministerium soll er um etwa ein Drittel schrumpfen. Rechnerisch blieben dann knapp 800 Fragen übrig. Dazu kommt ein einfacheres System für die Fehlerpunkte. Fragen zur Sicherheit bleiben ein Schwerpunkt.
Weniger Fragen heißt nicht automatisch leichter. Aber weniger stures Auswendiglernen hilft, denn 2025 fielen 44 Prozent durch die Theorie. Dazu weiter unten mehr.
Ein Haken bleibt aber: Wer nur per App lernt, lernt vielleicht nur Antworten. Diese Sorge äußert Ralf Nicolai vom Fahrlehrerverband Baden-Württemberg gegenüber echo24. Da ist etwas dran. Trotzdem sehe ich die App als Chance für alle, die abends lernen und tagsüber arbeiten.
Praxis: Was aus den zwölf Sonderfahrten wird
Heute schreibt das Gesetz zwölf Sonderfahrten zu je 45 Minuten vor. Fünf davon gehen über Land, vier auf die Autobahn, drei bei Dunkelheit. Laut ACE kostet eine Sonderfahrt 60 bis 95 Euro. Allein dieser Block kostet dich also 720 bis 1.140 Euro.
Künftig gibt es keine feste Zahl mehr. Das Gesetz verlangt nur noch, dass Fahrten über Land, auf der Autobahn und im Dunkeln stattfinden. Wie viele Stunden du brauchst, hängt von deinem Können ab. Darüber entscheidet dein Fahrlehrer.
Ganz frei ist die Fahrschule dabei nicht. Die Länder haben im März festgehalten, dass ein kompletter Verzicht ausgeschlossen ist. Auch Stunden nur am Simulator lehnen sie ab. Ein Simulator darf also ergänzen, aber keine echte Fahrt ersetzen.
Hier liegt aus meiner Sicht das größte Sparpotenzial. Wer nach zwei Fahrten sicher auf der A8 mitschwimmt, braucht keine vierte. Allerdings sitzt am Ende der Fahrlehrer am Hebel. Und der verdient an jeder Stunde. Ein Interessenkonflikt, über den kaum jemand spricht.
Kürzere Prüfung: 25 Minuten reine Fahrzeit
Die praktische Prüfung dauert heute 55 Minuten, davon 30 Minuten reine Fahrzeit. So stand es im Februar 2026 in einem dpa-Bericht. Künftig soll die reine Fahrzeit auf das EU-Minimum von 25 Minuten sinken. Das schreibt das Verkehrsministerium. Die Eckpunkte nannten dazu 40 Minuten Gesamtdauer. Das letzte Wort haben hier die Verordnungen.
Fünf Minuten weniger Fahrzeit klingen nach wenig. Für Prüfer und Fahrschule bedeutet das aber mehr Termine pro Tag. Ob deine Gebühr deshalb sinkt, ist noch nicht bekannt.
Der TÜV-Verband sieht die kürzere Prüfung kritisch. Richard Goebelt warnte vor einer „Fahrprüfung light“. In 25 Minuten lasse sich Fahrkompetenz im dichten Verkehr nicht seriös prüfen. Ich halte den Einwand für berechtigt, wenn auch für etwas dramatisch. Viele Länder in der EU prüfen schon heute mit dem Minimum.
Üben mit Mama oder Papa: die Experimentierklausel
Der umstrittenste Punkt heißt im Amtsdeutsch „Experimentierklausel“. Nach bestandener Theorie darfst du mit nahestehenden Personen auf öffentlichen Straßen üben. Das ergänzt die Fahrschule, es ersetzt sie nicht. Die Begleitung muss unentgeltlich sein.
Laut ZDFheute (Stand 29.05.2026) sieht das Modell so aus:
- Test über fünf Jahre, danach eine Bewertung.
- Start nach bestandener Theorie und sechs Fahrstunden.
- Höchstens zwei Begleiter, mit Klasse B seit mindestens sieben Jahren und höchstens einem Punkt in Flensburg.
- Mindestens 1.000 Kilometer in Begleitung, jede Fahrt im Fahrtenbuch.
- Phase 1: 500 bis 600 Kilometer ohne Autobahn, dann eine Fahrt mit Fahrlehrer zur Kontrolle.
- Danach mindestens sechs weitere Fahrstunden, unter anderem über Land, nachts und auf der Autobahn.
- Phase 2: mindestens 500 weitere Kilometer, jetzt auch auf der Autobahn.
Die Details regelt später eine Verordnung. Änderungen sind also möglich.
Verwechsle das nicht mit dem Führerschein mit 17 und dem begleiteten Fahren BF17. Denn bei BF17 fährst du nach der Prüfung mit Begleitung. Bei der neuen Klausel übst du dagegen vor der Prüfung.
Preisvergleich im Netz: Was die Reform von Fahrschulen verlangt
Ein Teil der Reform geht in der Debatte allerdings fast unter. Fahrschulen sollen ihre Preise und Erfolgsquoten melden. Das Ministerium stellt die Daten in die Mobilithek, eine zentrale Datenbank für Mobilitätsdaten. Vergleichsportale dürfen sie nutzen. Laut Entwurf muss die Fahrschule auch jede Preisänderung melden.
Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände lehnt dieses Register ab. Ihr Argument: Qualität lasse sich so nicht fair vergleichen.
Für dich als Kunde ist das der unterschätzte Teil. Heute rufst du fünf Fahrschulen an und vergleichst Grundbeträge. Dabei sagt die Erfolgsquote oft mehr als der Grundbetrag. Eine Fahrschule mit 80 Euro pro Stunde kann am Ende billiger sein, wenn du dort im ersten Anlauf bestehst.
Was der Führerschein heute kostet
Laut Verkehrsministerium kostet der Führerschein Klasse B im Schnitt rund 3.400 Euro. Der ACE nennt eine Spanne von 2.500 bis 4.500 Euro (Stand 21.05.2026). Die Einzelposten laut ACE:
| Posten | Spanne laut ACE |
|---|---|
| Grundbetrag (Theorie und Verwaltung) | 350 bis 565 € |
| Lehrmaterial | 88 bis 119 € |
| Fahrstunde (45 Minuten) | 55 bis 77 € |
| Sonderfahrt (45 Minuten) | 60 bis 95 € |
| Vorstellung zur Theorieprüfung | 60 bis 137 € |
| Vorstellung zur praktischen Prüfung | 160 bis 289 € |
| Prüfgebühren TÜV/DEKRA (beide Prüfungen) | bis 155 € |
| Antrag bei der Führerscheinstelle | 38 bis 70 € |
| Erste Hilfe, Sehtest, Passbild | 70 bis 80 € |
Der dickste Brocken sind also die Fahrstunden. Laut ACE brauchen die meisten 20 bis 30 normale Stunden. Bei 65 Euro im Schnitt sind das 1.300 bis 1.950 Euro.
Die Preise steigen seit Jahren schneller als die Inflation. Laut Statistischem Bundesamt kostete Praxisunterricht 2025 rund 45 Prozent mehr als 2020. Theorie legte um 52 Prozent zu. Die gesetzlichen Gebühren stiegen dagegen nur um 17,5 Prozent. Der Staat ist also nicht der Preistreiber.
Durchfallquoten: der teuerste Posten beim Führerschein
Die Führerschein Reform setzt bei Theorie und Sonderfahrten an. Den größten Kostentreiber erwischt sie aber kaum: das Durchfallen. Laut TÜV-Verband fielen 2025 bei Klasse B und BF17 44 Prozent durch die Theorie. In der Praxis waren es 37 Prozent.
| Prüfung | Durchfallquote 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Theorie Klasse B/BF17 | 44 % | 45 % |
| Praxis Klasse B/BF17 | 37 % | 37 % |
| Theorie unter 18 Jahren | 35 % | noch nicht bekannt |
| Praxis unter 18 Jahren | 24 % | noch nicht bekannt |
Was kostet ein zweiter Versuch? Laut DEKRA-Gebührenliste (gültig ab 01.01.2021) kostet die Theorieprüfung 22,49 Euro. Für die praktische Prüfung sind es 116,93 Euro. Dazu kommt jedes Mal die Vorstellung durch die Fahrschule. Meist folgen noch zwei, drei Extrastunden.
Meine grobe Rechnung: Ein Fehlschlag in der Theorie kostet dich 80 bis 160 Euro. Ein Fehlschlag in der Praxis kostet schnell 400 bis 600 Euro. Damit frisst ein einziger Durchfaller fast die ganze Ersparnis aus Szenario B unten.
Bemerkenswert sind die Jüngeren. Unter 18 fallen deutlich weniger durch, in der Praxis 13 Prozentpunkte weniger. Wer früh und am Stück lernt, zahlt also oft weniger.
Meine Rechnung: So viel spart die Führerschein Reform wirklich
Ich rechne mit Mittelwerten aus der ACE-Tabelle: 22 normale Fahrstunden zu 65 Euro, Sonderfahrten zu 75 Euro, beide Prüfungen im ersten Anlauf. Für B nehme ich an, dass der Grundbetrag dank Theorie per App um 150 Euro sinkt. Zudem brauchst du sechs statt zwölf Sonderfahrten. In C übst du außerdem 1.000 Kilometer mit den Eltern. Dann reichen 20 Fahrschulstunden zu je 70 Euro, Pflichtfahrten inklusive.
| Posten | A: heute | B: Reform | C: Reform plus Eltern |
|---|---|---|---|
| Grundbetrag | 450 € | 300 € | 300 € |
| Lehrmaterial oder App | 100 € | 100 € | 100 € |
| Normale Fahrstunden | 1.430 € | 1.430 € | 1.400 € (20 × 70 €) |
| Sonderfahrten | 900 € (12 × 75 €) | 450 € (6 × 75 €) | in den 20 Stunden |
| Vorstellung Theorie und Praxis | 320 € | 320 € | 320 € |
| Prüfgebühren TÜV/DEKRA | 150 € | 150 € | 150 € |
| Behörde, Erste Hilfe, Sehtest, Foto | 125 € | 125 € | 125 € |
| Summe | 3.475 € | 2.875 € | 2.395 € |
| Ersparnis | Basis | 600 € | 1.080 € |
Wichtig: Das sind meine Schätzungen, keine amtlichen Zahlen.
Variante A liegt nah an den 3.400 Euro des Ministeriums. B passt zu Bilgers „mehrere hundert Euro“. Mit C landest du knapp über seinen 1.000 Euro, also nah am Drittel, das der ADAC für möglich hält.
Aber C hat Bedingungen. Du brauchst Eltern mit Zeit, Geduld und Auto, und den Sprit zahlt auch jemand. Zudem könnten Fahrschulen die Stundenpreise anheben, wenn Einnahmen aus der Theorie wegfallen. Davor warnt Ralf Nicolai vom Fahrlehrerverband Baden-Württemberg.
Was Fachleute bei der Anhörung gesagt haben
Bei der Anhörung am 5. Oktober sprachen acht Sachverständige. Die Fronten verliefen ziemlich klar. Autoclubs, Wissenschaft und Logistik waren dafür. Die Fahrlehrer waren skeptisch bis ablehnend.
| Wer | Haltung | Kernaussage |
|---|---|---|
| ADAC, Ulrich Chiellino | dafür | Kosten bis zu ein Drittel niedriger möglich |
| BASt, Ingo Koßmann | dafür | „richtig guter Wurf“ |
| ACE, Marc-Philipp Waschke-Deden | dafür, mit Auflagen | Vorschlag für ein Führerschein-BAföG nach Einkommen |
| BGL, Dirk Engelhardt | dafür | rund 120.000 Lkw-Fahrer fehlen |
| Fahrlehrerverbände, Jürgen Kopp | nur mit Bedingungen | Pflichtanteil in Präsenz und Lernkontrollen |
| Deutsche Fahrlehrer-Akademie | skeptisch | warnt vor „Geringschätzung der professionellen Ausbildung“ |
| Fahrschulinhaber Andreas Dietrich | dagegen | Sicherheit „extrem gefährdet“ |
Spannend fand ich den ADAC. Chiellino nannte den Begriff „Laienausbildung“ irreführend. Eltern bilden nicht aus, sie begleiten „Übungsstunden im vertrauten Umfeld“. Das trifft es besser als die Schlagzeilen über Mama als Fahrlehrerin.
Kopp von den Fahrlehrerverbänden zog eine klare Linie. Bei Kompetenzen, die für die Sicherheit wichtig sind, dürfe es keine Abstriche geben. Dem stimme ich zu. Nur sagt der Satz noch nichts darüber, ob zwölf feste Sonderfahrten dafür nötig sind.
Die Schwachstellen der Reform
Ich finde die Richtung richtig. Trotzdem hat der Entwurf vier Schwächen, die du kennen solltest.
Erstens ist das Sparen nicht garantiert. Fahrschulen bleiben frei in ihren Preisen. Laut Stuttgarter Zeitung sieht Daniel Boßlet vom Saarländer Fahrlehrerverband keine belastbaren Hinweise auf sinkende Preise. Die Ersparnis hängt also von deiner Fahrschule ab.
Zweitens hilft die Elternklausel nicht allen. Wer keine Eltern mit Auto, Zeit und sieben Jahren Führerschein hat, geht leer aus. Das ist ein soziales Problem, gerade für Azubis.
Drittens stehen viele Fahrschulen unter Druck. Laut einer Umfrage der Moving International Road Safety Association vom Januar 2026 hatten 84 Prozent weniger Anmeldungen. Im Schnitt lag der Rückgang bei 54 Prozent. Laut einer im Mai von heidelberg24 zitierten Umfrage meldeten 94 Prozent weniger Umsatz und 42 Prozent Probleme mit der Liquidität. Schließen Fahrschulen, werden Wartelisten länger. Dann ist die Ersparnis schnell verpufft.
Viertens fehlen Übergangsregeln. Was gilt, wenn du mitten in der Ausbildung steckst? Das ist bislang offen.
Jetzt anfangen oder auf die Reform warten?
Schnieder gab Anfang 2026 eine klare Antwort: „Es lohnt sich nicht abzuwarten.“ Wer den Führerschein machen wolle, solle ihn jetzt machen. Ich sehe das ähnlich, aber nicht für alle.
Übergangsregeln für Fahrschüler in laufender Ausbildung sind noch nicht bekannt (Stand 29.10.2026). Weder das Ministerium noch die Berichte aus dem Bundestag nennen welche. Wichtig ist eine Frist aus dem geltenden Recht: Nach der Theorie hast du zwölf Monate Zeit für die praktische Prüfung.
Rechne das Warten einmal durch. Angenommen, die Reform startet Mitte 2027 und du wartest neun Monate. Dann sparst du vielleicht 600 Euro wie in Szenario B. Laut ACE stiegen die Kosten aber allein 2024 um 5,8 Prozent. Auf 3.475 Euro wären das rund 200 Euro mehr. Netto bleiben dir etwa 400 Euro, für neun Monate ohne Führerschein.
| Deine Lage | Mein Rat |
|---|---|
| Du brauchst den Führerschein in den nächsten zwölf Monaten | Jetzt anmelden und am Stück durchziehen |
| Du steckst schon in der Ausbildung | Weitermachen, nicht pausieren |
| Du bist 16 und hast keinen Zeitdruck | Warten ist vertretbar, BF17 parallel prüfen |
| Deine Eltern haben Zeit und Auto, du willst maximal sparen | Warten kann sich lohnen, sobald die Klausel gilt |
Pausieren ist übrigens die teuerste Variante. Christin Knochenhauer vom Fahrlehrerverband Mecklenburg-Vorpommern sagt: Am wenigsten zahlen die, die motiviert in drei bis sechs Monaten durchziehen.
Mein Rat für Fahrschüler und Eltern
Brauchst du den Führerschein für Ausbildung, Job oder den Weg zur Arbeit? Dann fang jetzt an. Neun Monate ohne Führerschein kosten dich mehr als 400 Euro Ersparnis wert sind.
Finger weg vom Warten, wenn du nur auf eine Schlagzeile hoffst. „Bis zu 1.000 Euro“ ist der beste Fall, nicht der normale.
Mein Budget-Tipp: Plane 3.500 Euro ein und lege 500 Euro Puffer für einen zweiten Versuch zurück. Frag jede Fahrschule nach ihrer Erfolgsquote, nicht nur nach dem Grundbetrag. Und nimm Fahrstunden in festen Abständen, mindestens zweimal pro Woche.
Bist du 16 und hast Zeit, kannst du die Führerschein Reform dagegen entspannt abwarten. Dann lohnt sich der Blick auf das Modell mit den Eltern. Allerdings nur, wenn wirklich jemand die 1.000 Kilometer mit dir fährt.
Nach der Prüfung kommt die nächste Rechnung. Gerade Fahranfänger zahlen viel für die Versicherung, und die Regionalklassen 2027 verschieben die Preise erneut. Fürs erste Auto lohnt ein Blick auf die besten Gebrauchtwagen unter 10.000 Euro.
Mein Fazit zur Führerschein Reform: Sie ist richtig und überfällig. Ein Preissturz ist sie nicht. Wer den Führerschein bald braucht, sollte nicht auf Berlin warten.
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Über den Autor: Amit Ahirrao ist professioneller Präzisionsfahrer und Gründer von AutoColumn. Er schreibt über Autokosten, Verkehrsrecht und Elektroautos und rechnet nach, was neue Regeln für Fahrer im Alltag bedeuten.
Letzte Aktualisierung: 29.10.2026
Quellen anzeigen (22)
Letzte Aktualisierung: 29.10.2026 · Datenquellen: Bundesministerium für Verkehr: Kabinett beschließt Führerscheinreform (20.05.2026), Bundestag: Gesetzentwurf Drucksache 21/7404, Bundestag: Erste Lesung am 24.09.2026, Bundestag hib 756/2026: Ankündigung der Anhörung, Bundestag hib 771/2026: Ergebnisse der Anhörung, Bundestag: Anhörung im Verkehrsausschuss, autohaus.de: Kabinett bringt Reform auf den Weg, autohaus.de: Neue Regeln sollen ab 2027 gelten, autohaus.de: Fahrlehrer bei der Anhörung, autohaus.de: TÜV-Verband Prüfungsstatistik 2025, ACE: Führerscheinkosten, Statista: Preisindex Fahrschule (Destatis), DEKRA Gebührenliste, ZDFheute: Laienausbildung und Österreich, Stuttgarter Zeitung: Eckpunkte vom Februar 2026, Stuttgarter Zeitung: Schnieder-Effekt bei Fahrschulen, Nordkurier: Flaute bei Fahrschulen, Berliner Zeitung: Was sich ab 2027 ändern soll (17.10.2026), inFranken (dpa): Bilger zu 1.000 Euro Ersparnis, echo24: Fahrlehrer zur Reform, heidelberg24: Kritik nach dem Kabinettsbeschluss, web.de: Schnieder bittet um Entlassung
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Wer den Führerschein in den nächsten zwölf Monaten braucht, sollte jetzt anfangen. Die erhoffte Ersparnis schrumpft durch steigende Preise, und der Starttermin ist offen. Warten lohnt sich höchstens für 16-Jährige ohne Zeitdruck, deren Eltern später mit ihnen üben können.
Heute sind zwölf Sonderfahrten Pflicht: fünf über Land, vier auf der Autobahn und drei bei Dunkelheit. Künftig fällt die feste Zahl weg. Fahrten über Land, auf der Autobahn und im Dunkeln bleiben Pflicht, wie viele es sind, entscheidet der Fahrlehrer nach deinem Können.
Ja, über eine Experimentierklausel, die fünf Jahre getestet werden soll. Voraussetzung sind die bestandene Theorie und erste Fahrstunden in der Fahrschule. Die Begleitung muss unentgeltlich sein. Laut ZDFheute sind mindestens 1.000 Kilometer mit Fahrtenbuch geplant, die Details regelt eine Verordnung.
Übergangsregeln sind noch nicht bekannt (Stand 29.10.2026). Bis die Reform in Kraft tritt, gilt das bisherige Recht. Nach bestandener Theorie hast du zwölf Monate Zeit für die praktische Prüfung. Eine Pause in der Ausbildung kostet meist zusätzliche Fahrstunden.







