Der Li Auto Li 6 ist in einem 18-Stunden-Test 811,4 Kilometer weit gefahren, mit einer einzigen Akkuladung. Das sind 27 Prozent mehr als seine WLTP-Angabe von 640 Kilometern. Der Haken: Li Auto fuhr nur Stadtstraßen mit 40 bis 80 km/h, bei milden 13 bis 20 Grad. Im ersten Quartal 2027 startet das SUV in Norwegen und den Niederlanden. Für Deutschland gibt es noch kein Datum.
Ich habe die Testbedingungen auseinandergenommen und eine Autobahn-Schätzung gerechnet. Dazu kommen eine Preisschätzung mit EU-Zoll und ein Vergleich mit fünf SUVs, die du heute bestellen kannst. Am Ende weißt du, ob sich das Warten auf diese neue Marke lohnt.
Warum der Li Auto Li 6 jetzt Schlagzeilen macht
Am 12. Oktober 2026 stand das SUV auf dem Pariser Autosalon. In China heißt das SUV i6, in Europa trägt es den Namen Li 6 und eine eigene Software. Laut CnEVPost ist es das erste Elektroauto, das Li Auto von Beginn an für den Weltmarkt entwickelt hat.
Zehn Tage später folgte der PR-Coup. Dabei übertrug Li Auto einen Reichweitentest live im Netz. Laut CarNewsChina rollte das Auto nach 811,4 Kilometern mit 0 Prozent Ladestand aus. Im Schnitt verbrauchte es also nur 11,8 kWh pro 100 Kilometer. Das ist ein Wert, den sonst eher Kleinwagen schaffen.
Spannend ist das vor allem wegen des Zeitpunkts. Am 28. Oktober 2026 bringt Li Auto das überarbeitete Modelljahr in China auf den Markt. Dann stecken erstmals keine Zellen von CATL mehr darin. Genau diese Technik soll auch nach Europa kommen.
Für deutsche Käufer ist Li Auto bislang ein unbeschriebenes Blatt. Wer die Marke einordnen will, braucht deshalb zuerst etwas Hintergrund.
Wer ist Li Auto?
Li Xiang hat das Unternehmen 2015 in Peking gegründet. Vorher hatte er das große chinesische Autoportal Autohome aufgebaut. Das erste Modell Li One debütierte im April 2019 als großes SUV mit Range Extender. Ein Benziner lädt dabei den Akku, die Räder treibt immer der E-Motor an.
Mit diesem Konzept wurde Li Auto groß. Vor allem die L-Serie (L6, L7, L8, L9) verkauft sich in China bis heute stark. Laut Wikipedia lieferte Li Auto 2024 genau 500.508 Autos aus. 2025 waren es laut Geschäftsbericht nur noch 406.343, ein Minus von fast 19 Prozent. Trotzdem blieb unterm Strich ein Gewinn von 1,14 Milliarden Yuan.
Vom Range Extender zum reinen Elektroauto
Das erste reine Elektroauto kam erst im März 2024, der große Van Mega. 2025 folgten das SUV i8 und im September der i6. Doch gerade der kleinere Bruder wurde schnell zum Bestseller. Laut CnEVPost lieferte Li Auto in einem Jahr über 190.000 Exemplare aus.
Die Gesamtzahlen der Marke schwächeln dagegen. Von Januar bis September 2026 kam Li Auto laut CnEVPost auf 293.436 Auslieferungen, 1,25 Prozent weniger als im Vorjahr. Denn der Heimatmarkt ist hart umkämpft. Deshalb drängt Li Xiang jetzt ins Ausland. Dabei sagte er laut The Next Web noch 2023, vor 2028 sei kein Exportstart geplant.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Gründung | 2015, Peking | Li Auto |
| Auslieferungen 2024 | 500.508 | Wikipedia (Li-Auto-Absatztabelle) |
| Auslieferungen 2025 | 406.343 | Li Auto Geschäftsbericht |
| Auslieferungen Jan. bis Sept. 2026 | 293.436 | CnEVPost |
| Läden in China (Ende 2025) | 548 in 159 Städten | Li Auto |
| Eigene Schnelllade-Stationen (Ende 2025) | 3.907 mit 21.651 Ladepunkten | Li Auto |
| i6-Auslieferungen im ersten Jahr | über 190.000 | CnEVPost |
Li Auto Li 6: Die bestätigten Daten für Europa
Li Auto hat in Paris nur einen Teil der Europadaten verraten. Den Rest habe ich aus den chinesischen Angaben ergänzt und klar markiert. Wo es keine Zahl gibt, steht „noch nicht bekannt“.
| Daten | Li 6 Heckantrieb | Li 6 Allrad |
|---|---|---|
| Leistung | 250 kW (340 PS) | 400 kW (544 PS), China-Angabe |
| 0 auf 100 km/h | 6,8 s | 4,5 s, China-Angabe |
| Akku | 96 kWh | 96 kWh |
| Reichweite WLTP | 640 km | 560 km |
| Reichweite CLTC (China) | 780 km | 710 km |
| Laden 10 auf 80 % | 10 min | 10 min |
| Spitzenladeleistung | ca. 480 bis 500 kW, je nach Quelle | ca. 480 bis 500 kW |
| Länge / Breite / Höhe | 4.950 / 1.935 / 1.655 mm | 4.950 / 1.935 / 1.655 mm |
| Radstand | 3.000 mm | 3.000 mm |
| Kofferraum / Frunk | 728 l / 91 l | 728 l / 91 l |
| Anhängelast | noch nicht bekannt | noch nicht bekannt |
| Preis Deutschland | noch nicht bekannt | noch nicht bekannt |
Quellen: WLTP und Ladezeit laut Gasgoo, Akku und Maße laut elektroauto-news. CLTC und 480 kW nennt elektroquatsch, 500 kW das Journal de l’Automobile. Ob Europa den Allradler gleich zum Start bekommt, ist offen.
Ausstattung: Familien-SUV mit Luftfederung
Serienmäßig sind laut Gasgoo eine Zweikammer-Luftfederung mit adaptiven Dämpfern, ein Kühlfach und eine elektrische Frunk-Klappe. Vorn spannt sich ein 29-Zoll-Bildschirm über das Armaturenbrett. Hinten gibt es optional einen 21-Zoll-Monitor. Alle fünf Sitze heizen, vier davon lüften auch.
Für Europa hat Li Auto die Software umgebaut. Sie spricht acht Sprachen, bringt Apple CarPlay und Spotify mit und soll laut elektroauto-news alle drei Monate größere Updates bekommen. Eine elektrisch ausfahrende Anhängerkupplung kostet Aufpreis. Wie viel das Auto ziehen darf, verrät Li Auto noch nicht.
811 Kilometer: Was der Reichweitentest wirklich zeigt
Die Zahl klingt sensationell, und gefälscht ist sie vermutlich nicht. Rechne kurz nach: 11,8 kWh mal 8,114 ergibt 95,7 kWh. Das passt fast exakt zum 96-kWh-Akku. Li Auto hat also wirklich nahezu jede Kilowattstunde genutzt.
Trotzdem sagt der Wert wenig über deinen Alltag. Rein rechnerisch fuhr das Auto in 18 Stunden im Schnitt etwa 45 km/h. So langsam fährst du höchstens im Stau auf dem Mittleren Ring.
Die Testbedingungen im Detail
Laut CarNewsChina lief der Test rund um den Tai-See im Jangtse-Delta. Erlaubt waren 40 bis 80 km/h. An Bord saßen vier Personen, dazu kamen Gepäck und weitere 50 Kilogramm. Die Klimaanlage lief vorn und hinten auf 24 Grad, draußen hatte es 13 bis 20 Grad.
Damit herrschten fast ideale Bedingungen für ein Elektroauto. Denn bei Tempo 50 kostet der Luftwiderstand kaum Energie. Zudem muss die Heizung nicht arbeiten, und der Akku bleibt in seiner Wohlfühlzone. Selbst CarNewsChina schreibt, dass Autobahn und Winter deutlich weniger Reichweite bringen.
Meine Autobahn-Schätzung für Sommer und Winter
Für den Li 6 gibt es noch keine unabhängigen Messungen. Deshalb nehme ich ein Auto mit fast gleichem Akku als Maßstab: den Mercedes GLC 400 mit 94 kWh netto. Die EV Database schätzt für ihn bei 110 km/h im Sommer 18,6 kWh pro 100 Kilometer. Im Winter bei minus 10 Grad sind es 24,1 kWh.
Überträgst du diese Werte auf 96 kWh, landest du bei rund 515 Kilometern im Sommer. Bei Frost wären es etwa 400 Kilometer. Bei Richtgeschwindigkeit 130 rechne ich mit 21 bis 23 kWh, also 420 bis 460 Kilometern. Das ist meine Schätzung, kein Messwert. Außerdem ist offen, ob die 96 kWh brutto oder netto gelten.
Wie stark Tempo die Reichweite frisst, zeigt unsere Analyse zum Tempolimit 130 und dem Verbrauch von E-Autos. Immerhin soll das neue Siliziumkarbid-Modul im Winter rund 30 Kilometer mehr bringen. Das meldet das chinesische Portal Dian Dong Che Zhu Ren.
Laden: 10 bis 80 Prozent in zehn Minuten
Für die Langstrecke ist die Ladezeit wichtiger als der Rekord vom Tai-See. Li Auto verspricht für Europa 10 bis 80 Prozent in zehn Minuten. Das sind rund 67 kWh, und dafür braucht es im Schnitt etwa 400 kW.
Genau hier liegt allerdings das deutsche Problem. Selbst eine Säule, die durchgehend 300 kW liefert, braucht für diese Energiemenge mindestens 13 bis 14 Minuten. Die zehn Minuten schaffst du nur an den stärksten HPC-Ladern. Wie dünn das Netz für solche Leistungen noch ist, zeigt unser Artikel über BYDs 1.500-kW-Flash-Charging in Europa.
Fair bleibt aber auch: 15 Minuten für 67 kWh sind immer noch Spitzenklasse. Ein Model Y lädt laut EV Database 10 bis 80 Prozent in 28 Minuten. Der Li 6 wäre damit an fast jeder starken Säule deutlich früher fertig.

Akku ohne CATL und ein Neuwagen als Pfand
Beim ersten i6 kamen die Zellen noch von CATL. Laut Wikipedia war das ein LFP-Akku mit 87,3 kWh. Das neue Modelljahr nutzt dagegen die hauseigene Zelle „Lian Shan“. Li Auto entwickelt sie selbst, die Fertigung übernehmen CALB und Sunwoda. Die Packs setzt Li Auto selbst zusammen.
Durch das eigene Design passen laut CarNewsChina 3 kWh mehr Zellen ins Pack. Deshalb wächst der Akku auf 96 kWh. Zur Zellchemie für Europa widersprechen sich die Quellen: elektroquatsch nennt LFP, Motor1 Italien nennt NMC. Offiziell bestätigt ist das noch nicht.
Dazu kommt ein ungewöhnliches Versprechen. Entzündet sich ein Lian-Shan-Akku von selbst oder brennt er nach einem Unfall, bekommt der Kunde laut CarNewsChina ein neues Auto. Xiaomi wirbt mit einem ähnlichen Angebot. Ob die Zusage auch für Europa gilt und welche Bedingungen dranhängen, ist noch nicht bekannt.
Was der Lieferantenwechsel bedeutet
Zuerst die Fakten. Li Auto war laut elektroquatsch noch im April 2026 einer der vier größten Kunden von CATL. Mit Sunwoda arbeitet die Firma seit 2017 zusammen. Im September 2026 investierte Li Auto 2,65 Milliarden Yuan und hält jetzt 11,17 Prozent an der Akkusparte von Sunwoda.
Nun zu meiner Meinung. Ich sehe den Wechsel nicht als Warnsignal, eher als Machtfrage. Wer die Zelle selbst entwickelt, hängt nicht mehr von den Preisen eines einzigen Lieferanten ab. Allerdings fehlt den Lian-Shan-Zellen schlicht die Laufleistung. CATL-Zellen stecken in Millionen Autos, diese hier erst seit wenigen Wochen.
Das Neuwagen-Versprechen deckt nur das Brandrisiko ab. Über Alterung und Kapazitätsverlust sagt es dagegen nichts. Genau das zählt aber beim Wiederverkauf. Worauf es bei der Akku-Garantie ankommt, erklärt unser Ratgeber zur Lebensdauer von E-Auto-Batterien.

Europa-Start: Norwegen und Niederlande zuerst
Laut Gasgoo und CnEVPost beginnen Verkauf und Auslieferung im ersten Quartal 2027 in Norwegen und den Niederlanden. Ursprünglich hatte Li Auto das vierte Quartal 2026 angepeilt. Von 2027 bis 2029 soll laut elektroauto-news jedes Jahr mindestens ein neues Modell folgen, als E-Auto oder mit Range Extender.
Für den Service plant Li Auto ab Dezember 2026 ein Ersatzteillager in den Niederlanden. Dazu kommen eine eigene Pannenhilfe und ein Kundencenter. Den Vertrieb baut Li Auto in den Startmärkten laut elektroauto-news selbst auf, Partnerhändler sollen Schulungen bekommen. Das französische Fachblatt Journal de l’Automobile berichtet dagegen, dass Li Auto in Europa auf lokale Händlergruppen setzt.
Und Deutschland?
Für Deutschland nennt Li Auto allerdings bisher kein Datum. Immerhin betreibt die Firma seit Januar 2025 ein Entwicklungszentrum in München. Für Großbritannien meldet der Branchendienst AM einen Start im dritten Quartal 2027.
Li Xiang fasst die Strategie selbst so zusammen: an die örtlichen Bedingungen anpassen und erst starten, wenn alles bereit ist. Wu Zuomin, Chef der Auslandsexpansion, sagte dem Journal de l’Automobile, Absatz sei zum Start nicht das Ziel. Mein Tipp: Vor 2028 rechne ich nicht mit einem echten Händlernetz in Deutschland.
Was kostet der Li Auto Li 6 in Deutschland?
Einen Europapreis gibt es noch nicht. In China startete der i6 im September 2025 laut Gasgoo bei 249.800 Yuan. Zum EZB-Kurs vom 26.10.2026 (7,4603 Yuan je Euro) sind das umgerechnet rund 33.480 Euro. Der Preis für das neue Modelljahr steht erst ab dem 28. Oktober fest.
Diese Zahl ist für Deutschland aber wertlos. Denn in China ist die Mehrwertsteuer mit 13 Prozent drin, bei uns kommen Zoll und 19 Prozent dazu.

Meine Preisschätzung mit Zoll
Auf E-Autos aus China erhebt die EU 10 Prozent Einfuhrzoll plus einen Ausgleichszoll. Laut The Next Web gehörte Li Auto bei der EU-Untersuchung nicht zur Stichprobe. Damit gilt entweder der Satz für kooperierende Hersteller von 20,7 Prozent oder 35,3 Prozent. Welcher Satz zutrifft, hat Li Auto nicht veröffentlicht. Hintergründe liefert unser Text zu EU-Mindestpreisen und Strafzöllen.
| Rechenschritt | 20,7 % Ausgleichszoll | 35,3 % Ausgleichszoll |
|---|---|---|
| China-Preis ohne 13 % MwSt. | 29.630 € | 29.630 € |
| plus 10 % Zoll und Ausgleichszoll | 38.730 € | 43.050 € |
| plus 19 % deutsche MwSt. | 46.090 € | 51.240 € |
| Meine Schätzung Marktpreis Heckantrieb | 58.000 bis 65.000 € | 58.000 bis 65.000 € |
Die Rechnung ist eine grobe Untergrenze. Der Zoll bemisst sich am Importwert, nicht am chinesischen Ladenpreis. Transport, Händler und Werbung fehlen ganz. Meine Spanne leite ich aus der Konkurrenz ab: Ein Xpeng G9 Long Range kostet 63.600 Euro. Die spanische Seite Hibridos y Electricos schätzt 65.000 bis 70.000 Euro.
Li Auto Li 6 gegen Model Y, iX3, GLC, G9 und 7X
Der Li 6 ist 4,95 Meter lang und damit größer als ein Model Y. Preislich zielt er wohl auf die gehobene Mittelklasse. Ich habe deshalb fünf SUVs gewählt, die du heute bestellen kannst.
| Modell | Preis ab (Stand 27.10.2026) | Leistung | Akku | WLTP | DC-Laden max. |
|---|---|---|---|---|---|
| Li 6 Heckantrieb | noch nicht bekannt | 250 kW | 96 kWh | 640 km | ca. 480 bis 500 kW |
| Tesla Model Y Premium Long Range AWD | 53.990 € | 158 + 220 kW | ca. 79 kWh netto | 600 bis 629 km | 250 kW |
| Zeekr 7X Long Range RWD | 57.990 € | 310 kW | 100 kWh brutto | 615 km | 360 kW |
| BMW iX3 40 (Neue Klasse) | 63.400 € | 235 kW | 82,6 kWh netto | 534 bis 637 km | 300 kW |
| Xpeng G9 RWD Long Range | 63.600 € | 258 kW | 92,2 kWh netto | 585 km | 525 kW |
| Mercedes GLC 400 4Matic EQ | 71.281 € | 360 kW | 94 kWh netto | 673 km | 330 kW |
Quellen: InsideEVs (Model Y, iX3, GLC), inside-digital (Zeekr 7X), nextpit (Xpeng G9). Tesla passt Preise oft an, prüfe deshalb vor dem Kauf den Konfigurator.
Was der Vergleich zeigt
Auf dem Papier schlägt der Li 6 fast alle beim Laden und bei der WLTP-Reichweite. Nur der Xpeng G9 lädt mit 525 kW noch stärker. Der GLC kommt weiter, kostet aber mindestens 71.281 Euro. Das Model Y bleibt der Preisbrecher und hat das beste Ladenetz.
Für deutsche Käufer ist trotzdem der BMW iX3 der stärkste Gegner. Er kommt aus Debrecen, zahlt keinen China-Zoll und hat ein dichtes Servicenetz. Alles zum BMW findest du in unserem Datencheck zum iX3 der Neuen Klasse.

Schwächen und offene Fragen
Trotz starker Zahlen bleibt vieles offen. Diese Punkte würden mich vor einer Bestellung am meisten stören.
- Kein Deutschland-Termin: Ohne Händler und Werkstatt in deiner Nähe ist jedes Datenblatt Theorie.
- Restwert: Selbst Li Auto räumt laut Journal de l’Automobile ein, dass gute Restwerte für eine neue Marke schwer sind. Firmenkunden peilt die Marke vorerst nicht an.
- Euro NCAP fehlt: Laut CnEVPost zielt Li Auto auf fünf Sterne, getestet ist das Auto aber noch nicht.
- Neue Zellen: Die Lian-Shan-Zellen haben noch keine Langzeiterfahrung.
- Garantie und Anhängelast: Beides ist für Europa noch nicht bekannt.
- Zollrisiko: Wu Zuomin sagte selbst, die Zölle seien ohne lokale Fertigung zu hoch für einen wirklich guten Preis.
Ein Punkt spricht aber klar für Li Auto. Die Firma schrieb 2025 schwarze Zahlen und ist kein Start-up, das in zwei Jahren verschwindet. Bei manchen Neulingen aus China ist das weniger sicher.
Mein Rat: Lohnt sich das Warten auf den Li 6?
Kurz gesagt: Für die meisten deutschen Käufer nicht. Wenn du 2026 oder Anfang 2027 ein großes Familien-SUV brauchst, kaufst du besser jetzt. Der Li 6 kommt zu uns frühestens irgendwann 2027, wahrscheinlicher später.
Brauchst du viel Platz und schnelles Laden für unter 60.000 Euro, schau dir den Zeekr 7X und seine Varianten an. Willst du die stärkste Ladekurve, ist der Xpeng G9 die heutige Alternative. Zählen für dich Werkstattnetz und Wiederverkauf, nimm den BMW iX3 oder das Model Y.
Für wen sich das Warten trotzdem lohnt
Warten kann sich lohnen, wenn du drei Dinge mitbringst. Erstens: Du fährst viel Langstrecke und hast schnelle HPC-Lader auf deinen Routen. Zweitens: Du least lieber, statt zu kaufen. Damit trägst du kein Restwertrisiko. Drittens: Dir sind Luftfederung und Platz im Fond wichtiger als ein bekanntes Logo.
Finger weg, wenn du einen Anhänger ziehen musst und die Anhängelast nicht kennst. Das Gleiche gilt, wenn die nächste Werkstatt 200 Kilometer weg liegen könnte. Ich behalte den Li 6 im Blick und aktualisiere diesen Artikel, sobald Preis und Deutschland-Termin feststehen.
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Über den Autor: Amit Ahirrao ist professioneller Präzisionsfahrer und Gründer von AutoColumn. Er schreibt über Elektroautos, neue Marken aus China und die Frage, welche Modelle sich für deutsche Käufer wirklich lohnen.

Letzte Aktualisierung: 27.10.2026
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Letzte Aktualisierung: 27.10.2026 · Datenquellen: CarNewsChina Reichweitentest, CarNewsChina Modelljahr 2026, Gasgoo Europastrategie, Gasgoo i6-Marktstart 2025, CnEVPost Europapremiere, elektroauto-news, elektroquatsch 480 kW, elektroquatsch Sunwoda, Journal de l’Automobile, The Next Web, Li Auto Geschäftsbericht 2025, EZB-Referenzkurs CNY, EV Database GLC 400, EV Database Model Y, InsideEVs Model Y, InsideEVs iX3, InsideEVs GLC, inside-digital Zeekr 7X, nextpit Xpeng G9
Ein Termin für Deutschland steht noch nicht fest. Li Auto startet Verkauf und Auslieferung im ersten Quartal 2027 zuerst in Norwegen und den Niederlanden. Weitere europäische Länder sollen schrittweise folgen. Li Auto betreibt seit Januar 2025 ein Entwicklungszentrum in München.
Einen Europapreis hat Li Auto noch nicht genannt. In China startete der i6 im September 2025 bei 249.800 Yuan, umgerechnet rund 33.480 Euro. Mit EU-Zoll, Mehrwertsteuer und Händlermarge schätzt AutoColumn für Deutschland 58.000 bis 65.000 Euro für den Hecktriebler.
Im Test von Li Auto schaffte das SUV 811,4 Kilometer, allerdings nur in der Stadt bei 40 bis 80 km/h und 13 bis 20 Grad. Die WLTP-Angabe liegt bei 640 Kilometern. Auf der Autobahn bei 130 km/h sind nach AutoColumn-Schätzung eher 420 bis 460 Kilometer realistisch.
Li Auto verspricht 10 bis 80 Prozent in zehn Minuten dank 800 Volt und 5C-Zellen. Die Spitzenladeleistung liegt je nach Quelle bei rund 480 bis 500 kW. In Deutschland schaffen das nur die stärksten Schnelllader, an einer 300-kW-Säule dauert es länger.
Nein, das neue Modelljahr nutzt keine CATL-Zellen mehr. Li Auto entwickelt die Lian-Shan-Zellen selbst, CALB und Sunwoda fertigen sie, die Packs baut Li Auto selbst zusammen. Der Akku hat 96 kWh statt bisher 87,3 kWh.
Li Auto verspricht ein neues Auto, falls sich ein Lian-Shan-Akku von selbst entzündet oder nach einem Unfall brennt. Ob diese Zusage auch in Europa gilt und welche Bedingungen gelten, ist noch nicht bekannt. Über Alterung des Akkus sagt sie nichts aus.







