KTM hat im April 2026 die 1390 Super Duke RR enthüllt, das kompromissloseste Hypernaked-Modell der Marke und die neue Speerspitze der Super-Duke-Reihe. Das auf 350 Exemplare limitierte Motorrad setzt auf rund 11 Kilogramm weniger Gewicht, ein speziell entwickeltes WP-Pro-Fahrwerk, neue Brembo-HyPure-Bremsen und einen umfangreichen Carbon-Einsatz. Der 1.350-Kubik-V2 leistet 190 PS. In Großbritannien kostet die RR 24.999 Pfund, ein deutscher Preis dürfte bei rund 30.000 Euro liegen. Obendrauf gibt es eine nur 100-mal gebaute, reine Rennstrecken-Version namens RR Track. Für KTM-Fans ist das eines der spannendsten Modelle des Jahres.
Ich erkläre dir, was die RR von der normalen Super Duke R unterscheidet, warum sie trotz gleicher Spitzenleistung der bessere Hardcore-Naked ist und für wen sich der hohe Aufpreis lohnt. Denn die wichtigste Erkenntnis vorweg: Die RR ist nicht stärker als die R, sondern leichter, präziser und edler ausgestattet. Genau das macht sie zum Sammlerstück. Hier kommen alle Daten und meine ehrliche Einordnung.

Was die KTM 1390 Super Duke RR besonders macht
KTM bezeichnet die 1390 Super Duke RR als die extremste Evolution seiner Hypernaked-Philosophie. Sie steht an der Spitze der Super-Duke-Reihe und ist als reinrassiges Performance-Gerät positioniert. Die Marke selbst nennt sie schlicht das Beast RR.
Das Doppel-R ist bei KTM kein Zufall. Zuletzt gab es eine RR-Version 2021, damals noch auf Basis der 1290 Super Duke. Mit dem aktuellen 1390er-Modell kehrt das Kürzel nun zurück und steht erneut für die kompromissloseste und exklusivste Ausbaustufe der Baureihe.
Wichtig zur Einordnung: Die RR basiert auf der bereits sehr potenten Super Duke R. Der entscheidende Unterschied liegt nicht in mehr Leistung, sondern in weniger Gewicht und hochwertigeren Komponenten. Rund 11 Kilogramm Ersparnis gegenüber der R machen sie agiler und auf der Rennstrecke spürbar schärfer, ohne dass die Alltagstauglichkeit komplett verloren geht.

Motor und Leistung: 1.350 ccm V2 mit 190 PS
Im Herzen der RR arbeitet der bekannte LC8-V2 mit 1.350 Kubikzentimetern Hubraum und CAMSHIFT-Technik. Er leistet 190 PS bei 10.000 Touren und stellt ein kräftiges Drehmoment von rund 145 Newtonmetern bereit. Damit liegt die RR auf dem Niveau der übrigen 1390-Super-Duke-Varianten.
Das mag auf den ersten Blick enttäuschen, wer von einer RR mehr Spitzenleistung erwartet. In der Praxis ist der V2 aber bereits brutal genug. Der Gewinn der RR liegt im Handling, nicht in noch mehr Leistung, die ein Naked Bike kaum auf die Straße bringen könnte.
Für die Kontrolle sorgen acht Fahrmodi serienmäßig, von Street über Sport und Rain bis Track. Im Rain-Modus wird die Leistung auf 130 PS reduziert. Und dann gibt es den BEAST MODE, der das Display auf das Wesentliche reduziert und das volle Potenzial freigibt. Das ist KTM-Dramatik, wie sie im Buche steht.

Fahrwerk und Bremsen: WP Pro und Brembo HyPure
Hier zeigt sich der wahre Charakter der RR. Das voll einstellbare WP-Pro-Fahrwerk wurde speziell für dieses Modell entwickelt. Der WP-8750-Dämpfer hinten arbeitet mit einem neuen 50-Millimeter-Kolben und einer 14-Millimeter-Kolbenstange für gleichmäßigeres Ansprechen unter hoher Last. Vorne kommt eine Closed-Cartridge-Gabel zum Einsatz.
Bei den Bremsen setzt KTM auf neue Brembo-HyPure-Monoblock-Sättel mit vier Kolben. Sie sind leichter als die bisherigen Sättel und benötigen laut KTM rund 10 Prozent weniger Handkraft sowie 50 Prozent weniger Hebelweg. Vorne verzögern zwei schwimmend gelagerte 320-Millimeter-Scheiben, hinten eine 240-Millimeter-Scheibe mit Zweikolben-Sattel.
Abgerundet wird das Paket durch geschmiedete Räder mit Sieben-Speichen-Design, das von KTMs RC16-MotoGP-Maschine inspiriert ist. Jedes Rad spart Gewicht gegenüber den Gussrädern der R-Modelle. Bereift ist die RR mit straßenzugelassenen Michelin Power GP, die einen guten Kompromiss aus Grip und Alltagstauglichkeit bieten.

Leichtbau und Carbon
Der größte Hebel der RR ist konsequenter Leichtbau. Rund 11 Kilogramm trennt sie von der Super Duke R, ein für ein Serien-Naked beachtlicher Wert. Erreicht wird das durch umfangreichen Einsatz von Carbon an Verkleidungsteilen und durch leichtere Komponenten.
Weniger Gewicht bedeutet bei einem Motorrad spürbar mehr als bei einem Auto. Es verbessert die Agilität, das Einlenkverhalten und die Bremswege gleichzeitig. Genau hier liegt der eigentliche Mehrwert der RR gegenüber der ohnehin starken Basis.
Hinzu kommt ein insgesamt steiferes Chassis, das für mehr Stabilität sorgt. Die Kombination aus weniger Gewicht und mehr Steifigkeit ist das klassische Rezept für ein schärferes Fahrgefühl. Für ambitionierte Fahrer auf der Hausstrecke ist das der entscheidende Unterschied.
Elektronik und Assistenzsysteme
Bei der Elektronik schöpft KTM aus dem Vollen. Eine schräglagenabhängige Traktionskontrolle, Wheelie-Control, Launch Control und ein blitzschneller Quickshifter für Hoch- und Runterschalten gehören zum Repertoire. Eine Trägheitsplattform misst dabei permanent die Lage des Motorrads.
Gesteuert wird alles über ein gut ablesbares TFT-Display. Die acht Fahrmodi lassen sich fein abstimmen, dazu kommen mehrere frei konfigurierbare Custom-Modi. Damit kann der Fahrer Gasannahme, Traktionskontrolle und Motorbremse exakt an Strecke und Können anpassen.
Gerade auf der Rennstrecke ist diese Bandbreite Gold wert. Wer will, schaltet die Helfer schrittweise zurück und holt das letzte Quäntchen Performance heraus. Anfänger profitieren dagegen von den umfangreichen Sicherheitsnetzen, die ein 190-PS-Naked erst beherrschbar machen. Diese Spreizung ist eine echte Stärke der RR.

Design und Sitzposition
Optisch bleibt die RR ein typischer Hypernaked, aggressiv, kantig und ohne Verkleidung. Die freiliegende Technik, der markante Gitterrohrrahmen und die scharf gezeichnete Front machen sofort klar, womit man es zu tun hat. Carbon-Akzente und das RR-Branding unterstreichen den exklusiven Anspruch.
Die Sitzposition ist sportlich, aber nicht so extrem wie bei einem reinen Superbike. Der breite Lenker sorgt für viel Kontrolle, gerade beim aggressiven Einlenken. Für die Rennstrecke ist die Ergonomie ideal, auf langen Etappen verlangt ein Naked Bike dieser Klasse dem Fahrer aber konditionell einiges ab.
Insgesamt wirkt die RR wie aus einem Guss. Sie verkauft sich über pure Funktion und Fahrdynamik, nicht über Alltagskomfort. Genau das erwarten Käufer in diesem Segment.
Die Track-Version: kompromisslos für die Rennstrecke
Wem die RR noch nicht genug ist, für den hat KTM die 1390 Super Duke RR Track aufgelegt. Es ist die erste reine Rennstrecken-Version der Super-Duke-Familie, limitiert auf nur 100 Exemplare weltweit. Sie ist nicht für die Straße zugelassen und richtet sich ausschließlich an den Einsatz auf abgesperrter Strecke.
Technisch geht die Track-Version deutlich weiter. Eine vollständige Titan-Abgasanlage von Akrapovic, ein Rennluftfilter und ein neues Mapping heben die Leistung auf rund 196 PS, mit Ram-Air-System sind bis zu 202 PS möglich. Dazu kommen geschmiedete Magnesiumräder, noch mehr Carbon, ein erleichterter Gitterrohrrahmen und Michelin-Slicks.
Konsequenterweise fehlen ABS, Spiegel, Beleuchtung und ein Teil der Elektronik. Mit rund 177 Kilogramm fahrfertig ohne Kraftstoff ist die Track spürbar leichter als die straßenzugelassene RR. In Großbritannien kostet sie 32.999 Pfund und dürfte angesichts der Stückzahl schnell vergriffen sein.

Preis und Verfügbarkeit
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Eckdaten zusammen. Quellen: KTM Herstellerangaben und internationale Fachmedien, Stand 1. Juni 2026. Einige Werte sind vorläufig.
| Merkmal | Super Duke RR | Super Duke RR Track |
|---|---|---|
| Motor | 1.350 ccm LC8 V2 | 1.350 ccm LC8 V2 |
| Leistung | 190 PS | rund 196 PS (bis 202 PS Ram-Air) |
| Gewicht | rund 11 kg leichter als R | rund 177 kg (fahrfertig, ohne Sprit) |
| Bremsen | Brembo HyPure Monoblock | Brembo GP4-MS Superbike |
| Straßenzulassung | ja | nein (nur Rennstrecke) |
| Stückzahl | 350 Exemplare | 100 Exemplare |
| Preis (UK) | 24.999 Pfund | 32.999 Pfund |
| Marktstart | Frühjahr 2026 (Europa) | limitiert, sehr begrenzt |
Einen offiziellen deutschen Preis hatte KTM bei Redaktionsschluss noch nicht final bestätigt. Auf Basis des britischen Preises von 24.999 Pfund ist von rund 30.000 Euro auszugehen. Zum Vergleich: Die normale Super Duke R liegt bei etwa 17.799 Pfund, die R EVO bei 19.499 Pfund. Der Aufpreis für das Doppel-R ist also erheblich.
Ausgeliefert wird die RR ab dem Frühjahr 2026 über die europäischen KTM-Händler. Angesichts der Limitierung auf 350 Stück solltest du bei ernsthaftem Interesse schnell beim Händler vorsprechen. Die Track-Version mit nur 100 Exemplaren ist vermutlich noch schneller vergriffen.

Konkurrenz: Ducati, BMW und Aprilia
Im Segment der kompromisslosen Power-Nakeds trifft die Super Duke RR auf starke Gegner. Dazu zählen die Ducati Streetfighter V4, die BMW M 1000 R und die Aprilia Tuono V4 Factory. Alle spielen in derselben Liga aus Leistung, Fahrwerk und Preis.
Der Unterschied liegt in der Philosophie. Viele Rivalen setzen auf semiaktive, elektronisch geregelte Fahrwerke. Die RR geht mit ihrem voll einstellbaren WP-Pro-Fahrwerk bewusst den klassischen, mechanischen und hardcore-orientierten Weg. Das spricht puristische Fahrer an, die maximale Rückmeldung wollen.
Ob dieser Ansatz den hohen Aufpreis rechtfertigt, ist Geschmackssache. Wer ein track-orientiertes Naked Bike mit Sammlerwert sucht, findet in der RR ein sehr eigenständiges Angebot. Wer dagegen Alltagskomfort und semiaktive Elektronik bevorzugt, ist mit der günstigeren Super Duke R EVO oft besser bedient. Ein weiterer Punkt ist die Wertstabilität: Limitierte Modelle wie die RR verlieren erfahrungsgemäß langsamer an Wert, was den hohen Einstiegspreis über die Jahre ein Stück weit relativiert.
Mein Fazit: Für wen lohnt sich die Super Duke RR?
Die KTM 1390 Super Duke RR ist ein Statement, kein Vernunftkauf. Sie kommt zu einer Zeit, in der KTM nach turbulenten Monaten wieder Stärke zeigen will, und genau das gelingt mit diesem Flaggschiff. Wer das schärfste, leichteste und edelste Super-Duke-Modell will und die Exklusivität von 350 Exemplaren schätzt, bekommt hier ein außergewöhnliches Motorrad.
Für die meisten Fahrer bleibt die normale Super Duke R oder die R EVO aber die vernünftigere Wahl. Sie bieten dieselbe brachiale Leistung zu einem deutlich niedrigeren Preis, mit nur kleinen Abstrichen bei Gewicht und Ausstattung. Den Mehrwert der RR spürt man vor allem auf der Rennstrecke und bei ambitionierter Gangart.
Mein klarer Rat: Wer regelmäßig auf die Piste geht oder ein Sammlerstück sucht, für den ist die RR jeden Cent wert. Wer das Bike überwiegend auf der Straße bewegt, sollte ehrlich prüfen, ob er das Potenzial je ausschöpft. Die Track-Version schließlich ist nur etwas für eingefleischte Rennstreckenfahrer mit dem nötigen Budget und Stellplatz.
Für AutoColumn ist die Super Duke RR vor allem ein Symbol. Sie zeigt, dass KTM trotz schwieriger wirtschaftlicher Monate den Anspruch auf die Krone im Hypernaked-Segment nicht aufgibt. Solche kompromisslosen Halo-Modelle sind selten geworden, und genau das macht die RR für Fans und Sammler so reizvoll. Wer die Gelegenheit und das Budget hat, sichert sich ein Stück KTM-Geschichte.

Die KTM 1390 Super Duke RR ist das kompromissloseste Hypernaked-Modell von KTM und die Speerspitze der Super-Duke-Reihe. Sie basiert auf der Super Duke R, ist rund 11 Kilogramm leichter und auf 350 Exemplare limitiert. KTM enthüllte sie im April 2026.
Der 1.350-Kubik-V2 leistet 190 PS bei 10.000 Touren und rund 145 Newtonmeter Drehmoment. Damit liegt die RR auf dem Niveau der übrigen 1390-Modelle. Mehr Leistung bietet nur die reine Rennstrecken-Version RR Track mit rund 196 PS, mit Ram-Air-System bis zu 202 PS.
In Großbritannien kostet die Super Duke RR 24.999 Pfund. Ein offizieller deutscher Preis war zunächst nicht bestätigt, dürfte aber bei rund 30.000 Euro liegen. Zum Vergleich kostet die normale Super Duke R etwa 17.799 Pfund, die R EVO rund 19.499 Pfund.
Die RR hat nicht mehr Leistung als die R, sondern ist rund 11 Kilogramm leichter und höherwertig ausgestattet. Dazu zählen ein spezielles WP-Pro-Fahrwerk, Brembo-HyPure-Bremsen, geschmiedete Räder und viel Carbon. Der Vorteil liegt also im Handling und auf der Rennstrecke.
Die RR Track ist die erste reine Rennstrecken-Version der Super-Duke-Familie, limitiert auf 100 Exemplare. Sie leistet rund 196 PS, hat eine Titan-Akrapovic-Anlage, Magnesiumräder und Slicks, aber kein ABS und keine Straßenzulassung. In Großbritannien kostet sie 32.999 Pfund.
Für Sammler und ambitionierte Rennstreckenfahrer lohnt sich die RR dank Leichtbau, Top-Fahrwerk und Exklusivität. Wer überwiegend auf der Straße fährt, ist mit der deutlich günstigeren Super Duke R oder R EVO meist besser bedient, da sie dieselbe Leistung zum niedrigeren Preis bieten.
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Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2026. Datenquellen: KTM: 1390 Super Duke RR, Motorcycle.com: 1390 Super Duke RR First Look, Bennetts BikeSocial: 1390 Super Duke RR Review. Hinweis: Der offizielle deutsche Preis war bei Veröffentlichung noch nicht bestätigt, einige Leistungs- und Gewichtsangaben sind vorläufig.

