Hauptuntersuchung E-Auto

Hauptuntersuchung E-Auto: Gut 100 Euro, 150 Prüfpunkte und ein blinder Fleck

12 Min. Lesezeit

Inhalt (13 Abschnitte)
  1. Hauptuntersuchung E-Auto: Gleiche Fristen wie beim Verbrenner
  2. Was der Prüfer am Elektroauto wirklich anschaut
  3. Der blinde Fleck der Hauptuntersuchung beim E-Auto: Akku und Assistenzsysteme
  4. Was kostet die Hauptuntersuchung E-Auto 2026?
  5. Die häufigsten Mängel am E-Auto laut TÜV-Report 2026
  6. Warum E-Autos beim TÜV an Bremse und Achse scheitern
  7. Hauptuntersuchung E-Auto vorbereiten: Meine Checkliste
  8. Erhebliche Mängel: So geht es nach dem Prüfbericht weiter
  9. Was sich bei der Hauptuntersuchung E-Auto ändern soll
  10. Mein Rat
  11. Häufige Fragen: Hauptuntersuchung E-Auto
  12. Weiterlesen auf AutoColumn
  13. Quellen

Bei der Hauptuntersuchung E-Auto schaut der Prüfer auf rund 150 Punkte, aber kaum auf das teuerste Bauteil. Denn die Antriebsbatterie bekommt laut TÜV-Verband im Wesentlichen nur eine Sichtprüfung. Dafür fallen andere Dinge auf: rostige Bremsscheiben, müde Achsteile und kaputtes Licht. Das Tesla Model Y landete dabei im TÜV-Report 2026 mit 17,3 Prozent erheblichen Mängeln auf dem letzten Platz.

Ich habe die Vorgaben von TÜV NORD, die Preise 2026 und die Mängeldaten aller 18 Elektroautos im TÜV-Report ausgewertet. Du erfährst zuerst, was der Prüfer an deinem Stromer anschaut und was die HU kostet. Außerdem zeige ich dir, welche Modelle oft durchfallen. Am Ende steht dann eine Checkliste, mit der du dir die Nachprüfung meist sparst.


Hauptuntersuchung E-Auto: Gleiche Fristen wie beim Verbrenner

Bei der Hauptuntersuchung E-Auto gilt kein Sonderrecht. Das heißt: Ein neues Auto muss laut TÜV NORD erstmals nach drei Jahren zur HU. Danach ist alle 24 Monate der nächste Termin fällig. Das gilt genauso für Verbrenner, E-Motorräder und Elektro-Leichtkrafträder. Nur E-Mopeds bis 45 km/h sind ausgenommen.

Warum das Thema gerade jetzt so viele betrifft? Im Jahr 2023 kamen laut KBA 524.219 neue Elektroautos auf die Straße, so viele wie nie zuvor. Genau diese Autos stehen 2026 zum ersten Mal beim Prüfer. Für viele Halter ist es also die erste Hauptuntersuchung E-Auto überhaupt.

Den Termin findest du übrigens auf der Plakette am hinteren Kennzeichen. Oben steht der Monat, die Farbe zeigt das Jahr. Laut EnBW ist die Plakette für 2026 blau, für 2027 dagegen gelb. Zusätzlich steht der Termin in der Zulassungsbescheinigung Teil I.

Was passiert, wenn du die Frist verpasst

Wenn du nur ein paar Wochen überziehst, kostet das noch nichts. Ab zwei Monaten wird es aber teurer. Laut ADAC steigt die Prüfgebühr dann um 20 Prozent, weil eine erweiterte Untersuchung fällig ist. Dazu kommt ein Bußgeld: 15 Euro ab zwei Monaten, 25 Euro ab vier Monaten. Ab mehr als acht Monaten sind es schließlich 60 Euro und ein Punkt in Flensburg.

Was der Prüfer am Elektroauto wirklich anschaut

Die HU-Richtlinie legt laut TÜV NORD einen Rahmen von etwa 150 Prüfpunkten fest. Welche davon an deinem Auto zählen, hängt dabei von Marke und Modell ab. Der Kern bleibt jedoch gleich: Bremsen, Licht, Reifen, Lenkung, Fahrwerk und Karosserie. Beim Stromer kommen eigene Punkte dazu.

TÜV NORD nennt das Hochvoltsystem, das Batteriemanagement, die Rekuperation, den Fahrgeräuschsimulator und die Ladeanschlüsse. Der Fahrgeräuschsimulator ist der künstliche Sound, der Fußgänger warnt, wenn du langsam fährst. Am Hochvoltsystem sucht der Prüfer laut EnBW dann vor allem nach sichtbaren Schäden. Dazu gehören beschädigte oder fehlende Isolierungen, Schäden an Batteriegehäuse und Kabeln, fehlende Abdeckungen und falsch befestigte Teile.

Seit 2015 hängt der Prüfer zudem einen HU-Adapter an die OBD-Buchse. Darüber liest er zudem Fehler aus, auch aus dem Batteriemanagement. Eine Warnleuchte im Display fällt also meist auf, selbst wenn du sie wegdrückst. Die ganze Prüfung dauert laut EnBW etwa 30 Minuten.

Was bei der Hauptuntersuchung E-Auto wegfällt

Die Abgasuntersuchung entfällt komplett. „Das spart Zeit und Kosten“, schreibt TÜV NORD. Beim Plug-in-Hybrid ist das allerdings anders. Er hat einen Verbrennungsmotor und braucht deshalb weiter die AU. Dein Ladekabel musst du laut TÜV NORD außerdem nicht mitbringen. Liegt es trotzdem im Kofferraum, schau vorher drauf: Laut EnBW zählt ein beschädigtes Ladekabel zu den möglichen Mängeln.

Der blinde Fleck der Hauptuntersuchung beim E-Auto: Akku und Assistenzsysteme

Jetzt kommt der Teil, den viele falsch einschätzen. Die HU misst nicht, ob dein Akku noch gesund ist. „Derzeit beschränkt sich die Prüfung der Antriebsbatterien im Wesentlichen auf eine Sichtprüfung“, sagt Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. Den Isolationswiderstand misst heute ebenfalls niemand verpflichtend. TÜV NORD nennt solche Messungen nur als mögliche Erweiterung für die Zukunft.

Bei den Assistenzsystemen sieht es dagegen kaum besser aus. Der HU-Adapter meldet zwar Fehler. Ob der Notbremsassistent im Ernstfall richtig bremst, testet aber niemand. Genau das will der TÜV-Verband deshalb ändern. Für dich heißt das: Eine frische Plakette sagt also nichts über die Reichweite. Wer gebraucht kauft, braucht deshalb einen eigenen Batterie-Check mit SoH-Wert.

PrüfpunktE-AutoVerbrenner
Bremsen, Licht, Reifen, Fahrwerkjaja
Abgasuntersuchung (AU)entfällt (Plug-in-Hybrid: ja)ja
Hochvoltleitungen, Abdeckungen, Batteriegehäuseja, Sichtprüfungentfällt
Ladeanschlussjaentfällt
Fahrgeräuschsimulatorjaentfällt
Fehlerspeicher per HU-Adapterja, auch Batteriemanagementja
Batteriezustand (State of Health)neinentfällt
Isolationsmessung Hochvoltneinentfällt
Funktionstest Assistenzsystemeneinnein

Quellen: TÜV NORD, EnBW, TÜV-Verband. Stand 29.10.2026.

Was kostet die Hauptuntersuchung E-Auto 2026?

Hier hat der Stromer jedoch einen echten Vorteil. Weil die AU wegfällt, zahlst du nur die reine HU. Dazu hat AutoScout24 am 14.09.2026 die aktuellen Preislisten mehrerer Prüforganisationen verglichen. Ergebnis: Ein E-Auto kostet in diesen Beispielen 102 bis 111 Euro. Ein Verbrenner mit AU liegt dagegen bei 160 bis 170 Euro.

PrüfstelleHU ohne AU (E-Auto)HU mit AU (Verbrenner)Ersparnis
TÜV SÜD, Berlin101,90 €160,00 €58,10 €
KÜS, Berlin105,00 €164,00 €59,00 €
TÜV SÜD, Nordrhein-Westfalen108,50 €166,00 €57,50 €
TÜV NORD, Nordrhein-Westfalen110,90 €169,90 €59,00 €

Quelle: AutoScout24, Preise 2026, Pkw bis 3,5 Tonnen, Stand 29.10.2026.

Der ADAC nennt für HU plus AU für 2026 einen Bundesschnitt von rund 163 Euro. Im Jahr 2020 waren es noch 112 Euro. Die Preise steigen also stetig, laut echo24 zuletzt um fünf bis zehn Euro. DEKRA und GTÜ veröffentlichen allerdings keine zentrale Liste. Dort fragst du am besten direkt nach.

Rechenbeispiel: Was du über zehn Jahre sparst

Nehmen wir etwa einen Neuwagen. In den ersten zehn Jahren fallen vier Termine an: nach drei, fünf, sieben und neun Jahren. Bei knapp 59 Euro Ersparnis pro Termin bleiben dir also rund 230 bis 236 Euro. Das ist kein Vermögen, aber ein netter Bonus.

Allerdings frisst eine einzige Nachprüfung schnell die Hälfte davon. Dafür rechnet der ADAC mit rund 30 Euro. Bei TÜV NORD in NRW kostet sie 24 oder 42 Euro, je nach Aufwand. Gesetzlich darf sie jedoch höchstens zwei Drittel der HU-Gebühr kosten. Ein freiwilliger Batterie-Check ist übrigens nie dabei. Laut ERGO zahlst du dafür bei ADAC, TÜV oder DEKRA meist 100 bis 150 Euro.

Die häufigsten Mängel am E-Auto laut TÜV-Report 2026

Der TÜV-Report 2026 wertet rund 9,5 Millionen Hauptuntersuchungen aus. Sie fanden zwischen Juli 2024 und Juni 2025 statt. Über alle Autos fielen 21,5 Prozent mit erheblichen oder gefährlichen Mängeln durch. Erstmals hatte der Report zudem belastbare Daten für 18 reine Elektroautos. Bei dreijährigen Autos lag die Quote insgesamt bei rund sechs Prozent.

Die gute Nachricht zuerst: Viele Stromer schneiden gut ab. Der Mini Cooper SE kam zum Beispiel mit 3,5 Prozent auf Platz 6 von 110 Modellen. Audi Q4 e-tron und Fiat 500e landeten ebenfalls weit vorn. Gesamtsieger war allerdings ein Verbrenner, der Mazda 2 mit 2,9 Prozent.

ModellMängelquoteØ km bei HUPlatz von 110
Mini Cooper SE3,5 %27.0006
Audi Q4 e-tron4,0 %42.0008
Fiat 500e4,2 %26.00011
BMW i34,6 %28.00023
Hyundai Kona Elektro4,8 %37.00029
Hyundai Ioniq 54,9 %46.00032
VW ID.35,5 %35.00044
VW ID.4/ID.56,1 %47.00055
Renault Zoe8,1 %32.00085
Skoda Enyaq9,1 %51.00093
Dacia Spring13,0 %26.000107
Tesla Model 313,1 %56.000108
Tesla Model Y17,3 %55.000110

Quelle: TÜV-Report 2026 (TÜV-Verband/AutoBild), Autos nach zwei bis drei Jahren, Auswahl. Stand 29.10.2026.

Warum E-Autos beim TÜV an Bremse und Achse scheitern

Drei Baugruppen tauchen in den Mängellisten der Stromer immer wieder auf. Zwei davon haben sogar direkt mit dem Antrieb zu tun.

Bremsen: Rost statt Verschleiß

Beim Verbrenner nutzt sich die Bremse ab. Beim E-Auto rostet sie dagegen eher. Der Grund ist die Rekuperation: Der Motor bremst beim Rollen mit und lädt dabei den Akku. Die echten Bremsscheiben arbeiten deshalb selten. Laut TÜV-Verband führt das dann zu Mängeln an den Scheiben und zu schwächerer Bremswirkung. Bühler rät deshalb, regelmäßig bewusst zu bremsen.

Beim Skoda Enyaq war schwache Bremswirkung laut AutoBild sogar der Hauptgrund fürs Durchfallen. Beim Kona Elektro nennt AutoBild die Scheiben ebenfalls als Schwachpunkt.

Achsen: Das Gewicht der Batterie

Ein Akku wiegt oft mehrere hundert Kilo. Das spürt dann das Fahrwerk. „Achsaufhängungen leiden unter dem hohen Gewicht der Antriebsbatterie“, sagt Bühler. Beim Model Y nennt der Report außerdem Achsaufhängungen, Bremsscheiben und das Licht vorn als Problemzonen.

Licht: Der Klassiker bleibt

Über alle Autos ist defektes Abblendlicht mit Abstand der häufigste Mangel. Danach folgen laut Sonderauswertung des TÜV-Verbands Bremsscheiben, Bremsbeläge und Bremsleitungen. Ein Scheinwerfer, der falsch eingestellt ist, kostet dich also schnell die Plakette.

Mein Blick auf die Tesla-Zahlen

Fairerweise muss man dabei die Laufleistung mitlesen. Ein Model Y kam im Schnitt mit 55.000 Kilometern zur ersten HU, ein Mini hingegen nur mit 27.000 Kilometern. Mehr Kilometer heißen mehr Verschleiß. Trotzdem erklärt das nicht alles. Das Model Y hat laut ADAC die höchste Quote seiner Altersklasse seit zehn Jahren. Wirklich ernüchternd finde ich dagegen den Dacia Spring: 13 Prozent bei nur 26.000 Kilometern. Wie andere Marken abschneiden, liest du in meinem Text zu chinesischen Autos beim TÜV.

Hauptuntersuchung E-Auto vorbereiten: Meine Checkliste

Die meisten Mängel kannst du vorher selbst finden. Zehn Minuten reichen dafür oft. Das spart dir dann im Zweifel den zweiten Termin.

  1. Bremsen freifahren: Bremse in den zwei Wochen vor dem Termin mehrmals kräftig mit dem Pedal. Stell die Rekuperation dafür auf schwach, wenn dein Auto das erlaubt. Achte dabei auf den Verkehr hinter dir.
  2. Reifen prüfen: Schau dabei auf Profil, Risse und Beulen. Laut EnBW nutzen sich die Reifen an der Antriebsachse wegen des hohen Drehmoments schneller ab. Achte außerdem auf die richtige Tragfähigkeit bei Winterreifen.
  3. Licht testen: Prüfe Abblendlicht, Blinker und Bremslicht. Dafür brauchst du eine zweite Person oder eine Garagenwand.
  4. Warnmeldungen ernst nehmen: Zeigt das Display einen Fehler, lass ihn vorher in der Werkstatt prüfen. Denn der HU-Adapter findet ihn sonst.
  5. 12-Volt-Batterie checken: Sie ist kein Prüfpunkt. Laut ADAC gehört sie aber auch beim E-Auto zu den häufigsten Pannenursachen. Wenn dein Auto an der Prüfstelle nicht startet, ist der Termin gelaufen.
  6. Ladeanschluss ansehen: Klappe, Deckel und Kontakte sollten sauber und heil sein. Brandspuren sind dagegen ein Fall für die Werkstatt.
  7. Unterboden nach Aufsetzern: Wenn du über einen Bordstein geschrammt bist, lass Batteriegehäuse und orange Kabel ansehen. Nach einem Marderbiss am Hochvoltkabel gilt das ebenso.
  8. Rückrufe erledigen: TÜV NORD rät, offene Rückrufe zeitnah umzusetzen.
  9. Papiere einpacken: Nimm zudem die Zulassungsbescheinigung Teil I mit.

Erhebliche Mängel: So geht es nach dem Prüfbericht weiter

Der Prüfer sortiert zuerst jeden Befund in eine Klasse. Laut EnBW gibt es bei „ohne Mängel“ und bei Hinweisen sofort die Plakette. Sogar bei geringen Mängeln bekommst du sie meist. Allerdings musst du diese Mängel dann zügig beheben.

Bei erheblichen Mängeln gibt es keine Plakette. Du lässt dann reparieren und fährst zur Nachprüfung. Dafür hast du laut EnBW einen Monat Zeit. Wenn du die Frist verpasst, wird eine komplette neue HU fällig. Bei gefährlichen Mängeln solltest du dagegen bis zur Reparatur nicht mehr fahren. Ist das Auto verkehrsunsicher, muss es abgeschleppt werden. Die Plakette kommt dann ab, und der Prüfer meldet das der Zulassungsstelle. Das betraf laut TÜV-Verband im Report 2026 rund 12.000 Autos.

Mein Tipp für den Ernstfall: Lass dir den Prüfbericht genau erklären. Hol dann zwei Angebote ein, bevor du reparieren lässt. Bremsscheiben und Beläge kann dabei fast jede freie Werkstatt tauschen. Bei allem rund ums Hochvoltsystem gehört das Auto dagegen in eine Werkstatt mit Hochvolt-Qualifikation. Fällt ein Mangel unter die Garantie, sprich zuerst mit dem Händler.

Was sich bei der Hauptuntersuchung E-Auto ändern soll

Zwei Baustellen laufen parallel: die Forderungen des TÜV-Verbands und ein Gesetzespaket der EU. Wichtig ist allerdings der Unterschied zwischen Wunsch und Beschluss. Denn Stand heute ist nichts davon Gesetz.

Die Forderungen des TÜV-Verbands

Der TÜV-Verband will einen genormten Batterie-Check. Dabei soll der Zustand des Akkus nach einheitlichen Standards ermittelt werden. Denn bisher nutzen Hersteller, Prüforganisationen und Dienstleister unterschiedliche Verfahren. Bühler sagt dazu: „Unterschiedliche Verfahren von Herstellern, Prüforganisationen und Dienstleistern führen bislang zu uneinheitlichen Ergebnissen.“ Zusätzlich soll das Hochvoltsystem mehr Prüfpunkte bekommen.

Im August 2026 legte der Verband dann nach. Assistenzsysteme sollen bei der HU auf Funktion und Wirkung prüfbar werden. Außerdem will der TÜV die Software prüfen können, um Manipulation zu erkennen. In einer Umfrage hielten 83 Prozent eine unabhängige Prüfung digitaler Systeme für wichtig.

Das EU-Paket: Was beschlossen ist und was nicht

Die EU-Kommission hat am 24.04.2025 neue Regeln vorgeschlagen. Danach sollten ältere Autos ab zehn Jahren jährlich zur HU. Dazu kamen Tests für Elektroautos und elektronische Sicherheitssysteme. Der Plan mit der jährlichen HU ist inzwischen praktisch tot.

SchrittDatumErgebnis
Vorschlag der Kommission24.04.2025jährliche HU ab zehn Jahren, Tests für E-Autos und Assistenzsysteme
Position der Verkehrsminister04.12.2025jährliche HU abgelehnt
Verkehrsausschuss im Parlament05.05.2026jährliche HU abgelehnt (30 zu 11 Stimmen)
Plenum des Parlaments21.05.2026Mandat für Verhandlungen (369 zu 126 Stimmen)
Verhandlungen Rat und Parlamentnach Mai 2026laufen, noch keine Einigung (Stand Oktober 2026)

Das Parlament will zusätzlich Airbags und Notbremsassistenten prüfen lassen. Bauteile von E-Autos und Hybriden sollen ebenfalls dazukommen. Zudem soll ein Auto durchfallen, wenn ein Pflicht-Rückruf offen ist. Beschlossen ist davon jedoch nichts. Für deine HU 2026 ändert sich also gar nichts.

Mein Rat

Hab keine Angst vor der Hauptuntersuchung E-Auto. Denn die meisten Elektroautos kommen nach drei Jahren gut durch. Einige liegen sogar klar unter dem Schnitt aller dreijährigen Autos. Zudem zahlst du rund 58 Euro weniger als ein Verbrenner-Fahrer.

Fährst du ein Model 3, ein Model Y oder einen Enyaq, plan einen Werkstattbesuch vor der HU ein. Lass dort Bremsscheiben und Achsteile prüfen. Das ist billiger als eine Nachprüfung mit Ärger. Wer viel rekuperiert, sollte zudem regelmäßig kräftig bremsen, egal welches Modell.

Wenn du gebraucht kaufst, verlass dich nie auf die frische Plakette allein. „HU neu“ heißt nur: Bremsen, Licht und Fahrwerk waren am Prüftag in Ordnung. Über den Akku sagt die HU dagegen fast nichts. Finger weg, wenn der Verkäufer keinen Batterie-Check zulässt. Die 100 bis 150 Euro dafür sind gut angelegtes Geld. Mehr zur Zuverlässigkeit liefert die ADAC-Pannenstatistik für E-Autos.

Hauptuntersuchung E-Auto

Häufige Fragen: Hauptuntersuchung E-Auto

Was wird bei der Hauptuntersuchung E-Auto geprüft?

Der Prüfer kontrolliert wie beim Verbrenner Bremsen, Licht, Reifen und Fahrwerk. Dazu kommen Hochvoltleitungen, Abdeckungen, Batteriegehäuse, Ladeanschluss, Rekuperation und der Fahrgeräuschsimulator. Über die OBD-Buchse liest ein HU-Adapter Fehler aus, auch aus dem Batteriemanagement. Den Gesundheitszustand des Akkus misst die HU dagegen nicht.

Wie oft muss ein Elektroauto zum TÜV?

Für Elektroautos gelten dieselben Fristen wie für Verbrenner. Die erste Hauptuntersuchung ist nach drei Jahren fällig, danach alle 24 Monate. Der Termin steht auf der Plakette am hinteren Kennzeichen und in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Ab zwei Monaten Verzug drohen ein Bußgeld und rund 20 Prozent höhere Gebühren.

Was kostet der TÜV beim E-Auto 2026?

Weil die Abgasuntersuchung entfällt, zahlst du nur die reine HU. Laut AutoScout24 kostet sie 2026 je nach Prüfstelle und Bundesland etwa 102 bis 111 Euro. Ein Verbrenner mit AU liegt bei rund 160 bis 170 Euro. Eine Nachprüfung kostet laut ADAC etwa 30 Euro zusätzlich.

Weitere Fragen: Hauptuntersuchung E-Auto

Welche Mängel haben E-Autos beim TÜV am häufigsten?

Laut TÜV-Verband fallen E-Autos vor allem mit Mängeln an Bremsscheiben und Achsaufhängungen auf. Die Bremsen rosten, weil die Rekuperation sie selten fordert. Die Achsen leiden unter dem Gewicht der Batterie. Dazu kommen Lichtmängel. Das Tesla Model Y lag im TÜV-Report 2026 mit 17,3 Prozent erheblichen Mängeln auf dem letzten Platz.

Wird die Batterie beim TÜV geprüft?

Nur oberflächlich. Laut TÜV-Verband beschränkt sich die Prüfung der Antriebsbatterie im Wesentlichen auf eine Sichtprüfung. Die Restkapazität misst niemand. Wer ein gebrauchtes E-Auto kauft, sollte deshalb einen eigenen Batterie-Check machen lassen. Der kostet bei ADAC, TÜV oder DEKRA laut ERGO meist 100 bis 150 Euro.

Kommt die jährliche Hauptuntersuchung für ältere Autos?

Danach sieht es nicht aus. Die EU-Kommission hatte 2025 eine jährliche HU für Autos ab zehn Jahren vorgeschlagen. Die Verkehrsminister lehnten das im Dezember 2025 ab, das EU-Parlament im Mai 2026 ebenfalls. Rat und Parlament verhandeln noch über das Gesamtpaket, beschlossen ist bisher nichts.

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Über den Autor: Amit Ahirrao ist professioneller Präzisionsfahrer und Gründer von AutoColumn. Er schreibt über Elektroautos, Kaufberatungen und die Kosten, die nach dem Kauf auf dich zukommen.

Quellen

Letzte Aktualisierung: 29.10.2026