fliegendes Hoverboard

Fliegendes Hoverboard mit 10 Motoren über dem Jangtse: Wäre das bei uns erlaubt?

13 Min. Lesezeit

Inhalt (15 Abschnitte)
  1. Fliegendes Hoverboard über dem Jangtse: Was passiert ist
  2. Wer ist Song Xingyu?
  3. Fliegendes Hoverboard mit zehn Motoren: So funktioniert es
  4. Zwei Handys als Fluglehrer
  5. Fliegendes Hoverboard oder KI-Fake? Der Streit um das Video
  6. Fliegendes Hoverboard in Deutschland: Wäre das legal?
  7. Die 120-Kilo-Grenze und ihre Haken
  8. Fliegendes Hoverboard gegen Jetson, Volocopter, EHang und Zapata
  9. Jetson ONE: der nächste Verwandte des Hoverboards
  10. Volocopter, EHang und Zapata: Profis mit Problemen
  11. Akku, Flugzeit, Ausfall: Wo ein fliegendes Hoverboard an Grenzen stößt
  12. Mein Fazit: Fliegendes Hoverboard? Respekt ja, Pendeln nein
  13. Häufige Fragen: fliegendes Hoverboard
  14. Weiterlesen auf AutoColumn
  15. Quellen

Ein fliegendes Hoverboard aus einem alten Holzschuppen in Zentralchina hat im Oktober Millionen Menschen begeistert. Song Xingyu, Jahrgang 2000, flog damit sogar über den Jangtse und durch eine Schlucht. Zehn Elektromotoren tragen ihn, dabei gibt er Gas über einen Ring am Finger. Gebaut hat er das Gerät selbst, ohne Studium, in rund zwei Monaten.

Ich habe die chinesischen Originalberichte mit internationalen Quellen abgeglichen und die Technik so weit erklärt, wie die Fakten reichen. Dazu prüfe ich, was dir in Deutschland droht, wenn du so ein Brett nachbaust. Außerdem vergleiche ich es mit dem, was Jetson, Volocopter und EHang tatsächlich bauen und zulassen.

fliegendes Hoverboard
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Fliegendes Hoverboard über dem Jangtse: Was passiert ist

Song Xingyu stammt aus dem Kreis Badong in der Provinz Hubei. Im Netz nennt er sich „Shenqi Ayu“, frei übersetzt „der magische Ayu“. Während der chinesischen Nationalfeiertage Anfang Oktober 2026 startete er zu mehreren Flügen. Er überquerte den Jangtse, flog über die Kreisstadt Badong und schließlich durch einen Canyon im Landschaftsgebiet Barenhe.

Zum Canyon-Flug gibt es die genauesten Angaben. Laut der Lokalzeitung Jimu News kam das Team am 6. Oktober an. Dort blieb es rund vier bis fünf Stunden. Song startete auf einer Freifläche neben dem Besucherzentrum. Nach gut zwei Minuten und über 300 Metern landete er dann auf einer Plattform in der Schlucht. Diese Zahlen nannte allerdings eine Mitarbeiterin des Parks, eine Messung ist es nicht.

Das Video auf Douyin, der chinesischen Version von TikTok, sammelte fast vier Millionen Likes. Danach berichteten auch der Staatssender CCTV und internationale Medien. Spätestens da war aus dem Bastler aus den Bergen ein nationales Thema geworden.

Fliegendes Hoverboard: der Flug in Zahlen

DetailAngabeQuelle
ZeitraumNationalfeiertage, Anfang Oktober 2026Jimu News, VnExpress
Ankunft im Barenhe-Gebiet6. Oktober 2026Jimu News
Canyon-Fluggut 2 Minuten, über 300 MeterParkmitarbeiterin laut Jimu News
Weitere Streckenüber den Jangtse und die Kreisstadt BadongJimu News
Likes auf Douyinfast 4 MillionenJimu News, VnExpress
Behörden informiertja, laut lokalem UnternehmenschefJimu News

Wer ist Song Xingyu?

Song verließ die Schule mit 14 und arbeitete im Sägewerk seines Vaters. Mechanik, Flugsteuerung und KI hat er sich laut Yangtze Evening Post selbst beigebracht. Mit 18 bis 22 lieferte er Holz an Baustellen, zudem scheiterte er zweimal mit eigenen Firmen. Danach verdiente er Geld als Fotograf mit schnellen FPV-Drohnen.

Im Juni 2022 lieh er sich 19.000 Yuan von seinem Vater für einen gebrauchten Transporter. Dazu kam ein Kredit über mehr als 20.000 Yuan. Damit baute er einen alten Schuppen der Familie zum Labor um, ohne bezahlte Helfer. Schon das Video über diesen Umbau holte auf Douyin über 60.000 Likes.

Absturz, Fallschirm, Schulden

Das Brett ist übrigens nicht sein erstes riskantes Projekt. Jimu News listet eine ganze Reihe auf:

  • Mai 2024: Eine ferngesteuerte Kapsel sollte per Ballon auf 40.000 Meter steigen. Doch Sturm und eine defekte Trennung beendeten den Versuch, Trümmer lagen 600 Kilometer entfernt.
  • November 2024: Sprung aus einem Hubschrauber in 5.000 Metern mit selbst gebautem Düsenflügel, rund 340 km/h schnell. Der Hauptschirm versagte, der Reserveschirm öffnete erst 600 Meter über dem Boden.
  • 2025: Sein selbst gebautes Düsenflugzeug stürzte bei einem Testflug ab. Song überstand die Notlandung immerhin leicht verletzt.
  • 2025: Ein 20 Tonnen schweres Spezialboot sank, nach seiner Darstellung nach einem Betrug.

Danach saß Song auf mehr als 2,4 Millionen Yuan Schulden, umgerechnet rund 323.000 Euro. Trotzdem zahlte er Kunden und Sponsoren nach eigenen Angaben aus. Das machte ihn im Dezember 2025 bekannt und brachte ihm Hilfe. Dazu gleich mehr.

fliegendes Hoverboard
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Fliegendes Hoverboard mit zehn Motoren: So funktioniert es

Als Vorbild nennt Song den Gleiter des Green Goblin aus den Spider-Man-Filmen. Technisch ist sein fliegendes Hoverboard aber ein Multicopter, also eine große Drohne, auf der ein Mensch steht. Dabei erzeugen zehn bürstenlose Elektromotoren mit Propellern den Auftrieb. Jeder schafft laut Jimu News mehr als 30 Kilo Schub, der Spitzenstrom liegt bei 2.000 Ampere.

Das Portal 36Kr nennt zudem weitere Werte, die sonst keine Quelle bestätigt. Demnach liegt der Gesamtschub bei etwa 300 Kilo. Das Verhältnis von Schub zu Gewicht soll fast 3 betragen, dabei ist das Board für einen Piloten mit 70 Kilo ausgelegt. Wenn man das zurückrechnet, wiegt das Gerät mit Pilot etwa 100 Kilo. Das ist allerdings meine Rechnung, keine offizielle Angabe.

Die Richtung gibt Song vor allem mit dem Körper vor. Laut 36Kr hilft eine Fernbedienung für gut 100 Yuan nur beim Lenken. Akkus und Motoren sind laut Jimu News Kaufteile, Form und Struktur stammen von ihm. Spezialteile fräsen, drucken oder lasern Werkstätten in Yichang, teils in zwei bis drei Stunden.

Warum die Düsen-Version brannte

Version 1.0 hatte keine Propeller, sondern fünf kleine Turbojets. Beim ersten gemeinsamen Testlauf fingen die Triebwerke Feuer, Kraftstoff- und Stromleitungen verbrannten. Song fütterte danach eine KI mit den Messdaten. Ihr Befund: Die Düsen saßen zu eng beieinander. Heiße Abgase prallten vom Boden ab und landeten wieder im Ansaugtrakt. Die KI riet zum Elektroantrieb, also baute Song in etwa zwei Monaten Version 2.0.

Zwei Handys als Fluglehrer

Der erste Elektro-Test ging schief. Song dosierte das Gas falsch, die Nase stand zu steil, das Board stürzte ab. Er kam dabei mit Verstauchungen und aufgeschürften Knien davon. Danach baute er sich ein Trainingssystem aus zwei Smartphones. Eines sitzt im Board und misst die Lage, während er das andere am Handgelenk trägt.

Über Bluetooth-Kopfhörer sagt eine KI dann Sätze wie „Schwerpunkt links“ oder „Knie nach rechts beugen“. Erst nach mehr als zehn Tagen Training flog er frei. Zuvor schwebte er laut Guangming Daily beim ersten Versuch nur 20 Zentimeter hoch. Zudem meldete er jeden Test den Behörden, prüfte die Orte vorab und trug Helm und Schwimmanzug.

Fliegendes Hoverboard oder KI-Fake? Der Streit um das Video

Bilder wie aus dem Kino rufen sofort Zweifler auf den Plan. Etliche Nutzer hielten die Aufnahmen deshalb für KI-generiert. Am 16. Oktober widersprach Song laut Jiemian News in den Kommentaren: Board und Video seien komplett von Hand gemacht. Am 22. Oktober flog er dann laut 36Kr zweimal in einer Fabrikhalle in Yichang vor Reportern. Dazu kam eine ungeschnittene Außenaufnahme.

Mich überzeugt diese Kombination. Denn ein Fake hätte keinen Termin vor Journalisten überstanden. Allerdings fehlen bis heute unabhängige Messungen zu Flugzeit, Höhe und Tempo.

Insta360 und der Kurssprung an der Börse

Dann kam die Börse ins Spiel. Die Aktie des Kameraherstellers Insta360 schloss am 20. Oktober 8,97 Prozent höher bei 102 Yuan. Viele Anleger verbanden das mit Song. Denn Insta360 hatte ihm im Dezember 2025 über einen Fonds für Kreative 1,8 Millionen Yuan gegeben, rund 242.000 Euro. Damit tilgte er den Großteil seiner Schulden.

Insta360 stellte allerdings klar: Das war Unterstützung für einen Kreativen, keine Beteiligung. Ein Einstieg ins Geschäft mit Flugbrettern sei zudem nicht geplant. Laut Eastmoney sah ein Fondsmanager ohnehin einen anderen Hauptgrund für den Kurssprung, nämlich eine breite Erholung bei Elektronikwerten. Trotzdem zeigt die Episode, wie viel ein einzelnes Video heute bewegen kann.

Kurze Antwort: so wie in Badong, nein. Denn ein bemanntes Fluggerät ist nach deutschem Recht ein Luftfahrzeug. Damit greift das Luftverkehrsgesetz mit voller Wucht. Bei Teslas hüpfendem Roadster stellt sich übrigens eine ähnliche Frage. Das habe ich beim Tesla Roadster Preis und der Flug-Demo erklärt.

Vier Hürden aus dem Luftverkehrsgesetz

Für ein selbst gebautes Brett gelten mindestens diese Regeln:

HürdeRechtsgrundlageWas das fürs Flugbrett heißt
Verkehrszulassung§ 2 LuftVGNötig sind Musterzulassung, Nachweis der Lufttüchtigkeit, Haftpflichtversicherung und Lärmgrenzen
Pilotenerlaubnis§ 4 LuftVGWer ein Luftfahrzeug führt, braucht eine Erlaubnis mit Prüfung und Tauglichkeit
Start und Landung§ 25 LuftVGNur auf genehmigten Flugplätzen, sonst Erlaubnis der Behörde plus Zustimmung des Grundbesitzers
MindesthöheSERA.5005(f), EU 923/2012Über Städten 300 Meter über dem höchsten Hindernis, sonst 150 Meter, Start und Landung ausgenommen

Wer ohne Zulassung oder ohne Erlaubnis fliegt, begeht keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat. Dafür sieht § 60 LuftVG bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe vor. Das gilt ebenfalls für Starts und Landungen außerhalb eines Flugplatzes ohne Genehmigung.

Besonders hart trifft die Mindesthöhe. Denn ein Tiefflug über eine Kreisstadt wäre bei uns ohne Sondererlaubnis verboten. Und ein Hüpfer durch eine Schlucht passt erst recht in keines dieser Raster.

Drohnenrecht hilft hier nicht

Viele denken bei zehn Propellern an Drohnenregeln. Die EU-Verordnung 2019/947 gilt aber nur für unbemannte Luftfahrzeuge. Sobald ein Mensch an Bord steht, ist ein fliegendes Hoverboard keine Drohne mehr. Dein Drohnenführerschein bringt dir also nichts.

Die 120-Kilo-Grenze und ihre Haken

Es gibt allerdings eine Lücke, die Bastler kennen. Nach § 1 Abs. 4 LuftVZO brauchen ein- und zweisitzige Luftsportgeräte bis 120 Kilo Leermasse keine Musterzulassung. Songs Board läge nach meiner Rechnung sogar deutlich darunter. Trotzdem muss der Hersteller die Lufttüchtigkeit nachweisen. Pilotenerlaubnis, Versicherung und Flugplatzzwang bleiben ebenfalls.

Offen ist, ob ein bemanntes Multicopter-Brett überhaupt als Luftsportgerät durchgeht. Eine eigene Bauvorschrift dafür habe ich nicht gefunden. Das beste Beispiel liefert Volocopter: Der Multicopter VC200 erhielt im Februar 2016 eine vorläufige Verkehrszulassung als Ultraleicht-Luftfahrtgerät. Erst danach flog Geschäftsführer Alexander Zosel am 30. März 2016 bei Karlsruhe bemannt.

Wer so etwas ernsthaft plant, spricht also zuerst mit dem Luftfahrt-Bundesamt und den Ultraleicht-Verbänden DULV oder DAeC. Erst danach kommt der Lötkolben.

Fliegendes Hoverboard gegen Jetson, Volocopter, EHang und Zapata

Song ist nicht der Erste mit dem Traum vom persönlichen Fliegen. Der Unterschied: Die anderen haben Geld, Prüfstände und Juristen.

GerätAntriebPlätzePreisStatus (Stand 01.11.2026)
Songs Hoverboard10 Elektromotoren1, stehendnicht verkäuflichEinzelstück, Versuchsflüge in China
Jetson ONE8 Elektromotoren1128.000 US-Dollar (Okt. 2025), rund 115.000 EuroUSA ohne Pilotenschein, Italien mit UL-Kennung, Bestellungen für 2028
Zapata Flyboard Airkleine Turbinen, Kerosin1, stehendnicht im HandelÄrmelkanal 2019, Vorführungen
EHang EH216-SElektro, fliegt ohne Pilot22,39 Mio. Yuan (2024), rund 322.000 Euroin China zugelassen, Rundflüge mit Ticket seit 2025
Volocopter VoloCityElektro-Multicopter2noch nicht bekanntEASA-Zulassung laut Firma für 2027 geplant

Jetson ONE: der nächste Verwandte des Hoverboards

Technisch steht der Jetson ONE Songs Brett am nächsten: ein Platz, offene Bauweise, Elektromotoren. Laut Jetson wiegt er 86 Kilo, fliegt bis zu 102 km/h und rund 20 Minuten. Er soll sogar mit einem ausgefallenen Motor weiterfliegen und hat zudem einen Rettungsfallschirm. In den USA gilt er als Ultraleicht nach FAA Part 103 und braucht keinen Pilotenschein.

In Europa sieht es dagegen anders aus. Italien erteilte am 17. Juni 2026 die erste offizielle Ultraleicht-Kennung für einen Jetson ONE. Auch dort verlangen die Regeln aber eine Pilotenqualifikation und ein ärztliches Attest. Eine deutsche Zulassung ist mir jedoch nicht bekannt.

Volocopter, EHang und Zapata: Profis mit Problemen

Volocopter aus Bruchsal ging in die Insolvenz. Im März 2025 übernahm der chinesische Konzern Wanfeng die Vermögenswerte, laut AIN für rund 10 Millionen Euro. Die Firma wird seitdem mit dem Flugzeugbauer Diamond Aircraft zusammengeführt. Das Sportgerät VoloXPro soll bis Ende 2026 zugelassen sein, der VoloCity soll 2027 folgen. Einen konkreten Zeitplan wollte Wanfeng im August 2026 allerdings nicht nennen.

EHang ist weiter. Der EH216-S bekam im Oktober 2023 die Musterzulassung der chinesischen Luftfahrtbehörde. Seit März 2025 dürfen zwei Betreiber in Guangzhou und Hefei Tickets für Rundflüge verkaufen. Das Gerät fliegt autonom, ein Pilot sitzt also nicht an Bord.

Franky Zapata zeigt dagegen, wie heikel Flugbretter selbst für Profis sind. Nach einem Flug nahe dem Flughafen Marseille drohte ihm 2017 ein Flugverbot. Erst nach Gesprächen mit Behörden und Militär durfte er weitermachen. Am 4. August 2019 überquerte er den Ärmelkanal, rund 35 Kilometer in etwa 22 Minuten, mit Tankstopp auf einem Boot.

Akku, Flugzeit, Ausfall: Wo ein fliegendes Hoverboard an Grenzen stößt

Ein Multicopter hat keine Flügel. Jede Sekunde in der Luft kostet deshalb volle Leistung, auch beim Schweben. Das erklärt die kurzen Flugzeiten:

  • Songs Board: etwa 16 Minuten laut 36Kr, begrenzt durch die Entladerate der Akkus. Andere Quellen nennen dagegen keinen Wert.
  • Jetson ONE: bis zu 20 Minuten laut Hersteller.
  • Flyboard Air: rund zehn Minuten mit Kerosin, dafür bis zu 140 km/h schnell.

Zum Vergleich: Ein E-Auto fährt mit einer Ladung mehrere Stunden. Auf dem Brett ist der Akku dagegen nach einer Viertelstunde leer. Eine Reserve für Gegenwind ist da noch nicht eingerechnet.

Warum zehn Motoren zählen

Die Zahl der Motoren ist eine Sicherheitsfrage. Denn bei einem Copter mit nur vier Rotoren ist ein Motorausfall kaum zu beherrschen. Bei zehn Einheiten mit zusammen rund 300 Kilo Schub bleiben dagegen nach einem Ausfall rechnerisch etwa 270 Kilo übrig. Das reicht für rund 100 Kilo Masse locker. Allerdings muss die Elektronik den Ausfall sofort ausgleichen, sonst kippt das Brett trotzdem. Ob Songs Steuerung das kann, ist noch nicht bekannt.

Die Profis zeigen, wie es aussehen muss. Volocopter warb schon 2016 damit, dass der VC200 auch nach dem Ausfall mehrerer Antriebe sicher landet. Jetson setzt außerdem auf einen Fallschirm.

Was ein Hubschrauber kann und ein Brett nicht

Ein Flugzeug kann bei Motorausfall gleiten. Ein Hubschrauber landet zur Not per Autorotation. Beides kann ein Multicopter mit starren Propellern jedoch nicht. Wenn der ganze Strom ausfällt, bleibt nur der Fallschirm, und der braucht Höhe. Über Wasser droht nach einem Absturz zudem das Ertrinken, deshalb ist Songs Schwimmanzug kein Gag. Dazu kommt der Strom selbst: 2.000 Ampere Spitze erzeugen viel Hitze in Kabeln und Steckern.

Mein Fazit: Fliegendes Hoverboard? Respekt ja, Pendeln nein

Ich ziehe den Hut. Ein Schulabbrecher baut in einem Schuppen ein Gerät, das einen Menschen trägt. Er analysiert sein Scheitern mit KI, statt aufzugeben, und meldet seine Tests den Behörden. Nach Jimu News besitzt er Scheine für Tauchen, Fallschirm, Segelflug und Leichtflugzeuge. Aktuell bereitet er zudem die Hubschrauberlizenz vor. Sein Satz dazu: „Ich gehöre zuerst den Bergen, dann dem Himmel.“

Trotzdem ist so ein fliegendes Hoverboard kein Produkt, sondern ein Versuchsträger. Denn seine Bilanz aus Abstürzen und versagten Schirmen spricht für Mut, nicht für Reife. Die meisten technischen Daten stammen aus einer einzigen Quelle. Zudem gibt es keine Zulassung, keine Prüfung durch Dritte und keine Daten zur Ausfallsicherheit.

Warum das nicht dein Pendlerfahrzeug wird

Rechne es einmal durch. Zuerst brauchst du eine Pilotenerlaubnis, eine Zulassung und eine Versicherung. Dann darfst du nur am Flugplatz starten, über Städten musst du 300 Meter hoch. Zudem ist der Akku nach 16 bis 20 Minuten leer. Schließlich kostet ein Jetson ONE rund 115.000 Euro, mit Warteliste bis 2028.

Für den Weg ins Büro schlägt jedes E-Auto ein fliegendes Hoverboard um Längen. Als Abenteuer am Wochenende hat es dagegen eine Zukunft, sobald Hersteller wie Jetson die Zulassung schaffen.

Mein Rat

  • Wenn du fliegen willst: Mach eine Ultraleicht-Lizenz an einer Flugschule. Das ist legal, versichert und lehrt dich Wetter und Luftraum.
  • Wenn dich die Technik reizt: Bau Drohnen ohne Mensch an Bord, mit Kompetenznachweis nach EU-Recht.
  • Finger weg, wenn du nachbauen willst: Selbst Song bat seine Zuschauer laut Interesting Engineering, ihn nicht zu kopieren. In Deutschland wäre ein Testflug ohne Zulassung zudem eine Straftat.

Song will als Nächstes höher fliegen. Für eine Testbasis mit 800 Meter Piste in Badong signalisieren lokale Vertreter laut Jimu News Unterstützung. Ich verfolge das weiter, aus sicherer Entfernung am Boden.


Häufige Fragen: fliegendes Hoverboard

Ist ein fliegendes Hoverboard in Deutschland erlaubt?

Nur mit Zulassung, Pilotenerlaubnis und Haftpflichtversicherung nach dem Luftverkehrsgesetz. Starten und landen darfst du grundsätzlich nur auf genehmigten Flugplätzen, über Städten musst du 300 Meter über dem höchsten Hindernis bleiben. Wer ohne Zulassung oder Erlaubnis fliegt, macht sich nach Paragraf 60 LuftVG strafbar, es drohen bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe.

Wer ist Song Xingyu mit dem Hoverboard über dem Jangtse?

Song Xingyu ist ein Bastler aus dem Kreis Badong in der chinesischen Provinz Hubei, Jahrgang 2000. Er verließ mit 14 die Schule und brachte sich Mechanik, Flugsteuerung und KI selbst bei. Im Oktober 2026 flog er mit seinem selbst gebauten Elektro-Board über den Jangtse und durch eine Schlucht.

Wie funktioniert ein fliegendes Hoverboard mit zehn Motoren?

Das Board ist ein Multicopter, auf dem der Pilot steht. Dabei liefern zehn bürstenlose Elektromotoren laut chinesischen Berichten je mehr als 30 Kilo Schub. Gas gibt der Pilot über einen Ring am Finger, die Richtung vor allem mit dem Körper. Zudem geben ihm zwei Smartphones per Kopfhörer Hinweise zur Haltung.

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Weitere Fragen: fliegendes Hoverboard

War das Video vom fliegenden Brett aus China KI?

Nach allen verfügbaren Berichten nein. Song wies den Vorwurf am 16. Oktober 2026 zurück und flog danach am 22. Oktober laut 36Kr vor Reportern in einer Fabrikhalle. Unabhängige Messungen zu Flugzeit, Höhe und Tempo gibt es allerdings bis heute nicht.

Kann man ein fliegendes Hoverboard kaufen?

Songs Board ist ein Einzelstück und nicht verkäuflich. Am nächsten kommt der Jetson ONE mit acht Elektromotoren, für den Aviation Week im Oktober 2025 einen Preis von 128.000 US-Dollar nannte. Jetson nimmt laut eigener Website Bestellungen für 2028 an, eine deutsche Zulassung ist allerdings nicht bekannt.

Wie lange kann ein elektrisches Flugboard fliegen?

Elektrische Multicopter für eine Person schaffen derzeit nur rund 15 bis 20 Minuten. Für Songs Board nennt das Portal 36Kr etwa 16 Minuten, Jetson gibt für den Jetson ONE bis zu 20 Minuten an. Denn ohne Flügel kostet jede Sekunde in der Luft volle Leistung.

Weiterlesen auf AutoColumn


Über den Autor: Amit Ahirrao ist professioneller Präzisionsfahrer und Gründer von AutoColumn. Er schreibt über Elektroautos, neue Marken aus China und die Technik, die Mobilität gerade verändert.

Quellen

Letzte Aktualisierung: 01.11.2026